Eishockey DEL
Nada kündigt wegen Fall Busch Vertrag mit DEB

Die Nationale Anti Doping Agentur (Nada) ist nicht mehr für die Trainingskontrollen im deutschen Eishockey zuständig. Sie reagiert damit auf das Nicht-Sperren von Florian Busch.

Die Doping-Affäre um Florian Busch schlägt immer höhere Wellen: Die Nationale Anti Doping Agentur (Nada) hat auf den Fall des deutschen Nationalspielers Florian Busch reagiert und ihre Konsequenzen gezogen. Wie der Nada-Vorstand bei einer Pressekonferenz in Frankfurt/Main bekanntgab, wird der Vertrag mit dem Deutschen Eishockey Bund (DEB) über die Trainingskontrollen gekündigt .

"Entweder hat der DEB die sportpolitische Brisanz dieses Falls nicht erkannt oder er glaubt, die Angelegenheit aussitzen zu können. Die logische Konsequenz daraus ist die Kündigung des Vertrages über die Trainingskontrollvereinbarung mit dem DEB", begründete der Nada-Vorstandsvorsitzende Armin Baumert, der am vergangenen Freitag auf Initiatvie von Dosb-Generaldirektor Michael Vesper noch zu einem erfolglosen Vermittlungsversuch mit dem DEB nach Köln gekommen war.

"Ich habe dort den Vorschlag gemacht, den Vorgang von einem unabhängigen Schiedsgericht bewerten zu lassen", sagte Vesper am Montag. Zugleich zeigte er sich überzeugt, dass das letzte Wort in dem Fall noch nicht gesprochen ist.

Der derzeit an der WM in Kanada teilnehmende Busch hatte am 6. März eine unangemeldete Dopingkontrolle zunächst verweigert und fünf Stunden später nachgeholt. Die vom DEB initiierte Probe war negativ. Der DEB hatte daraufhin eine öffentliche Verwarnung ausgesprochen und eine Geldstrafe in Höhe von 5 000 Euro sowie 56 Stunden gemeinnützige Arbeit verhängt. Die Nada wertet dagegen den verweigerten Test gemäß ihres Codes als positiven Test und verlangt eine Sperre.

"Durch das Vorgehen des DEB fühlen wir uns unserer Geschäftsgrundlage beraubt", sagte Nada-Geschäftsführer Christoph Niessen und warf dem DEB weitere schwere Versäumnisse vor. "Wir mussten mit Erstaunen feststellen, dass bei der WM neun Spieler im Kader stehen, die uns gar nicht gemeldet sind. Die sind gar nicht im Testpool drin. Das ist eine schwerwiegende Verletzung der vertraglichen Vereinbarung", erklärte Niessen: "Die Konsequenz der Kündigung ist, dass es keine Kontrollen mehr gibt. Über sportpolitische Konsequenzen will ich nicht spekulieren."

Nada fordert weiterhin eine Sperre für Busch

Auch der Nada-Kuratoriumsvorsitzende Hans Michael Hölz sparte nicht mir Kritik am DEB. "Die Aufgabenstellung der Nada wird konterkariert. Wenn wir es dabei bewenden lassen würden, wäre das ein Schlag ins Gesicht der Sportlerinnen und Sportler, die sich gerade auf ihrem Weg Richtung Olympia in Peking gemacht haben und Kontrollen über sich ergehen lassen", meinte Hölz.

Die Nada betonte zudem, dass die Organisation weiter auf einer Sperre für Busch beharrt. "Der DEB beruft sich auf die Regelung des "Missed Test". Das war aber kein "Missed Test". Es war ein Vorgang, bei dem eine Regelsperre von zwei Jahren vorgesehen ist", betonte Nada-Chefjuristin Anja Berninger: "Eine Verzögerung von fünf Stunden bei einer Kontrolle öffnet der Manipulation Tür und Tor. Jeder clevere Athlet, der eine verbotene Substanz zu sich genommen hat, würde doch künftig eine Kontrolle verweigern, um einer Sperre zu entgehen."

Während die Nada klar Stellung bezieht, bleibt die Rolle der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) unklar. Die Nada behauptet, dass die Wada ihrer Ansicht zugestimmt habe und einen Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS prüfe. Dagegen ließ der Eishockey-Weltverband IHF verlauten, dass die Wada diesen Schritt nicht in Erwägung ziehen würde.

© SID

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