Eishockey DEL
Neue Arena soll Eisbären reich machen

Sportlich gesehen geben die Eisbären Berlin in der DEL seit Jahren den Takt an. Mit dem Umzug in die neue Arena will der Meister nun auch wirtschaftlich oben mitspielen.

In der Deutschen Eishockey Liga (DEL) sind die Eisbären Berlin sportlich gesehen das Maß aller Dinge. Mit dem Umzug in die modernste Arena Europas will der Meister nun auch wirtschaftlich im Konzert der Großen mitspielen. "Wir stoßen in eine ganz neue Dimension vor", meint Manager Peter John Lee und bringt den Hauptvorteil des neuen Eisbären-Domizils auf den Punkt: "Ohne Frage können wir jetzt auch finanziellen Erfolg verbuchen, sprich ein wenig mehr Geld verdienen."

Platz für 14 200 Zuschauer

Die neue 150 Mill. Euro teure Multifunktions-Arena am Ostbahnhof bietet 14 200 Zuschauern Platz - 10 000 mehr als der bei Fans beliebte, aber altersschwache Wellblechpalast. Durch die höheren Zuschauereinnahmen und besseren Vermarktungsmöglichkeiten hat der finanzielle Spielraum für den Titelverteidiger, der die neue Saison am Donnerstag im Spitzenspiel bei Vizemeister Kölner Haie eröffnete, stark zugenommen. So kletterte der Etat um 1,7 auf geschätzte 7,7 Mill. Euro.

Ein Blick auf die Etat-Rangliste verrät, dass moderne Hallen mittlerweile Grundvoraussetzung für einen hohen Umsatz und damit in der Regel sportlichen Erfolg sind. Neben den Berlinern stemmen auch Branchenprimus Adler Mannheim (8,0 Mill. Euro), die Düsseldorfer EG (7,2), Hamburg Freezers (7,1) und Kölner Haie (6,5) die ligaweit größten Etats mit Hilfe ihrer Arenen.

Zwar kritisieren einige Fans, dass das spezielle Eishockey-Flair in der Modernisierung immer mehr verloren geht, doch für die DEL ist der Trend mehr Segen als Fluch. "Die Großklubs können sich mittlerweile kostendeckend tragen. Es ist an vielen Standorten kein Mäzenatentum mehr nötig", erklärte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke.

Insgesamt steht die DEL wirtschaftlich auf gesunden Beinen. Erstmals musste kein Klub bei der Lizenzprüfung nachbessern. Der Gesamtetat stieg durch die Aufstockung auf 16 Teams nach dem Aufstieg der Kassel Huskies auf die Rekordsumme von 84,3 Mill. Euro (Vorjahr: 77,5). Auch der Durchschnitt ist mit 5,3 Mill. Euro höher als in der Vorsaison (5,2).

KHL als Konkurrenz

Das sind jedoch nur Peanuts zu den Summen, mit denen in der finanzstarken osteuropäische Kontinental Hockey League KHL jongliert wird. Bereits vor dieser Saison erlagen einige DEL-Stars dem Lockruf des Geldes und wechselten in die KHL. Neben der nordamerikanischen NHL formiert sich eine zweite Großmacht, mit der die deutsche Liga im Buhlen um die besten Spieler wohl nicht mithalten kann. "Im Hinblick auf das Niveau der Liga macht uns das zu schaffen", gab Tripcke zu.

Dass man finanzielle Unterlegenheit mit größerem Einsatz wettmachen kann, wollen die Underdogs der Liga beweisen. So erklärte Lothar Sigl, Hauptgesellschafter des finanzschwächsten Teams Augsburger Panther (Etat: 3,1 Millionen): "Wir haben mit Absicht keine Eis-Ballerinas geholt. Ich erwarte eine Mannschaft, die den ganzen Abend auf dem Eis marschiert."

Noch im Vorjahr waren die Füchse Duisburg Schlusslicht der Geld-Rangliste, doch in diesem Sommer pumpte Alleingesellschafter Ralf Pape eine Million Euro mehr in die Mannschaft. "Ich habe die Schnauze voll vom ewigen Verlieren", sagte Pape. Nach den schlechten Testspielen und dem Pokal-Aus drohte er jedoch einigen seiner namhaften Neuzugängen schon wieder mit dem Rauswurf. Geld allein schießt eben nicht automatisch Tore.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%