Eishockey DEL
"Trash Talk" heizt Stimmung in den Play-offs an

Nicht nur auf dem Eis geht es in den DEL-Play-off-Halbfinals heiß her: Düsseldorfs Goalie Jamie Storr und Berlins Trainer Don Jackson sorgten mit markigen Sprüchen für Aufsehen.

Auf dem Eis ist wieder alles offen, außerhalb der Bande fliegen die Giftpfeile: Im Play-off-Halbfinale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ist für reichlich Brisanz gesorgt. Meister Eisbären Berlin provozierte erst die Mannheimer Adler und verlor dann jegliche Souveränität; bei der Düsseldorfer EG brachte Torhüter Jamie Storr zunächst die Hannover Scorpions in Rage und dann das eigene Team in Bedrängnis.

Topfavorit Berlin bekam beim 1:6 in Mannheim die Quittung für allzu forsche Sprüche nach dem glatten 4:0-Auftaktsieg. "Die Mannheimer Verteidiger haben die Schnelligkeit und die Wendigkeit eines Öltankers", hatte Stürmer Florian Busch getönt. "Natürlich haben uns diese Aussagen zusätzlich motiviert", sagte Adler-Trainer Teal Fowler, nachdem seine Mannschaft die Berliner Play-off-Siegesserie nach sieben Erfolgen abrupt beendet hatte.

Harte Worte von Meistertrainer Don Jackson

Und Verteidiger Felix Petermann antwortete auf die Busch-Provokation süffisant: "Wenn die Berliner glauben, sie müssten sich über uns lustig machen, dann wollen wir mal sehen, wer am Ende lacht und ins Finale einzieht." Mit dem unerwarteten Kantersieg "haben wir ihnen viel zum Nachdenken gegeben", fügte der Nationalspieler an und stellte fest: "Berlin war von unserer Stärke überrascht."

Während die Mannheimer nach dem 1:1-Ausgleich in der Serie "best of five" am Freitag (19.30 Uhr/live bei Premiere) den ersten Auswärtssieg anpeilen, verlor Meistertrainer Don Jackson jegliche Contenance. Der US-Amerikaner warf seinem Landsmann Fowler vor, Verletzungen zu forcieren. "Es war schon im ersten Halbfinale so, dass Peter Flache aufs Eis gekommen ist, um meine Spieler zu verletzen", behauptete Jackson und forderte: "Die Liga sollte ermitteln und entsprechend reagieren."

DEG-Goalie Storr mit dem "üblichen Play-off-Trash-Talk"

Flache hatte zwölf Sekunden vor Schluss nach einem vermeintlichen Stockstich gegen Andre Rankel eine Spieldauerdisziplinarstrafe erhalten, was Adler-Co-Trainer Greg Thomson nach Videostudium als "absoluten Witz" bezeichnete. Die Eisbären verzichteten dann auch darauf, mehr als die obligatorische Ein-Spiel-Sperre zu beantragen.

In Düsseldorf hatte DEG-Goalie Storr mit der öffentlichen Aufforderung an seine Teamkollegen, die operierte Schulter von Tore Vikingstad und die lädierten Knie von Sascha Goc zu attackieren, vor dem 4:2 gegen Hannover für Aufregung gesorgt. "Diese Aussage ist eine Katastrophe. In der NHL würde er dafür sofort gesperrt", ereiferte sich Scorpions-Manager Marco Stichnoth, der den Vorfall bei der DEL gemeldet hat.

DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke sieht jedoch keine Möglichkeit, tätig zu werden. "Das ist keine sehr glückliche Aussage", meinte Tripcke, hakte sie aber unter dem "üblichen Play-off-Trash-Talk" ab: "Ich hoffe, es gibt keine Aktion, die diese Aussage in einem anderen Licht erscheinen lässt."

Reimer sieht Düsseldorf läuferisch im Vorteil

Storr ließ seiner verbalen Fehlleistung weitere Patzer auf dem Eis folgen. Mit zwei Fehlern begünstigte der Kanadier den zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich der Hannoveraner. Am Ende durfte er sich bei Patrick Reimer bedanken, dass die DEG trotz seiner Fehlgriffe wieder auf den Finaleinzug hoffen darf. Denn der 26-Jährige, der in den acht Play-off-Spielen zuvor nur zweimal getroffen hatte, führte die Düsseldorfer mit einem sehenswerten Solo (47.) und einem Schuss ins leere Tor 19 Sekunden vor Schluss zum Sieg.

"Ich bin froh, dass es endlich mal wieder geklappt hat", sagte Reimer, "die Erleichterung ist groß." Im Gegensatz zur 2:5-Pleite zum Auftakt spielte die DEG diesmal ihre Schnelligkeit besser aus. "Es gibt nur wenige Mannschaften, die läuferisch mit uns mithalten können", meinte Reimer und fügte mit Blick auf das dritte Duell am Donnerstag (19.30 Uhr/live bei Premiere) an: "Ein Spiel müssen wir in Hannover gewinnen, um weiterzukommen - je früher, desto besser."

© SID

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