Eishockey DEL
Trauer um Kölns Robert Müller

Die Eishockey-Welt trauert um Robert Müller. Der Torhüter der Kölner Haie starb am Donnerstag in seiner Heimatstadt Rosenheim im Alter von nur 28 Jahren an einem Gehirntumor.

Das deutsche Eishockey trauert um den ehemaligen Nationaltorwart Robert Müller. Der 28-Jährige starb nach langer und schwerer Krankheit am Donnerstag. Das gaben die Kölner Haie, bei denen Müller in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) unter Vertrag gestanden hatte, am Freitag bekannt.

Der Keeper, der an einem unheilbaren Hirntumor erkrankt war, hinterlässt Ehefrau Jenny und die beiden Kinder Lena (4) und Luis (1). Zu Ehren Müllers werden die Haie seine Trikotnummer 80 nie wieder vergeben.

"Robert hat uns alle sehr beeindruckt und war nicht nur aus sportlicher Sicht ein Vorbild", sagte Franz Reindl, Sportdirektor des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB): "Gleichzeitig inspirierte er mit seinem starken Willen und Durchhaltevermögen viele Menschen in ihrem eigenen Kampf gegen diese schreckliche Krankheit. Er hat uns allen gezeigt, was es bedeutet, niemals aufzugeben."

Tief betroffen und traurig

Uwe Krupp war erschüttert, als er von der Nachricht erfuhr. "Ich fühle tiefe Trauer über den Tod von Robert Müller, der viel zu früh von uns gegangen ist", sagte der Bundestrainer. Wir verlieren nicht nur einen tollen Teamkameraden, sondern einen großartigen Menschen. Ich denke, ich kann für die gesamte Nationalmannschaft sprechen, wenn ich der Familie mein Beileid ausdrücke."

Haie-Geschäftsführer Thomas Eichin war "tief betroffen und sehr traurig". Er würdigte Robert Müller als großartigen Menschen und eine starke Persönlichkeit: "Er hat uns allen sehr imponiert und diente vielen Menschen nicht nur sportlich als Vorbild." Die Gedanken seien bei Müllers Familie: "Wir wünschen ihr viel Kraft in dieser schweren Zeit." Die Beisetzung findet im engsten Familienkreis statt. Die Familie bittet dringend darum, die Privatsphäre der Angehörigen zu wahren.

Trotz Krankheit für Länderspiel nominiert

Müller wurde am 25. Juni 1980 in Rosenheim geboren, er bestritt als Torhüter 127 Länderspiele, nahm an zwei Olympischen Spielen und an acht WM-Turnieren teil. In der DEL spielte er für Rosenheim, Mannheim, Krefeld, Duisburg und Köln. Zweimal gewann er die deutsche Meisterschaft. Im März 2009 wurde er in die Hall of Fame des Eishockeys aufgenommen.

Müllers Gesundheitszustand hatte sich kurz vor Weihnachten deutlich verschlechtert. Der Eishockeyprofi hatte nach zwei Hirnoperationen im November mit zwei Kurzeinsätzen sein Comeback für die Haie in der DEL gegeben. Daraufhin war er sogar von Krupp für das Länderspiel gegen die Schweiz nominiert worden. Wegen seines Gesundheitszustandes konnte der Keeper diese Gelegenheit jedoch nicht wahrnehmen.

Müller: "Eishockey gibt mir alles"

Niemanden hielt es damals mehr auf dem Sitz, tosender Applaus brandete auf, Tränen flossen, als Müller am 16. November 2008 seine Maske aufsetzte und beim 5:1 gegen die Nürnberg Ice Tigers acht Minuten vor Schluss aufs Eis lief. "Es war ein sehr ergreifender Moment", gestand Müller.

Eishockey gebe ihm "in der jetzigen Situation alles", sagte der Torhüter damals nach seinem Kurz-Comeback. Doch der immer wieder nachwachsende Tumor vierten Grades im Kopf ließ eine dauerhafte Rückkehr nicht mehr zu. "Neben meiner Familie ist Eishockey das Wichtigste in meinem Leben."

Müller hatte zuletzt längst nicht mehr mit der Mannschaft trainieren können. "Sein Zustand ist nicht mehr so stabil wie vor einigen Wochen", hatte Haie-Manager Rodion Pauels damals dem Kölner Stadt-Anzeiger gesagt. Und Geschäftsführer Eichin wurde von der Bild-Zeitung zitiert: "Es geht ihm von Tag zu Tag schlechter."

© SID

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