Eishockey DEL
Zach schießt sich auf Schiedsrichter Aumüller ein

Nach der 1:6-Niederlage der Kölner Haie bei den DEG Metro Stars im dritten Halbfinalspiel der DEL-Play-offs hat Haie-Coach Hans Zach Schiedsrichter Roland Aumüller kritisiert. "Das war Willkür", meinte der "Alpenvulkan".

Während Meister Eisbären Berlin in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) einmal mehr das Endspiel erreicht hat, fliegen im rheinischen Derby um das zweite Finalticket dagegen noch die Fetzen. Beim 6:1 der DEG Metro Stars im dritten Play-off-Halbfinale gegen die Kölner Haie auf den Tag genau zehn Jahre nach dem letzten Düsseldorfer Titelgewinn kochten nicht nur auf dem Eis die Emotionen hoch, sondern auch hinter der Bande.

Klare Fehlentscheidung des Unparteiischen

"Das ist ein Armutszeugnis für den Schiedsrichter, der muss doch die Regeln kennen. Das war Willkür", schimpfte Haie-Trainer Hans Zach über Referee Roland Aumüller, der mit einer Fehlentscheidung die Kölner Niederlage eingeleitet hatte. Beim Stand von 1:0 für die Haie zeigte der Unparteiische eine Strafe gegen Gästetorwart Thomas Greiss an. Mirko Lüdemann drosch anschließend den Puck über die Bande und wurde von Aumüller ebenfalls in die "Kühlbox" geschickt, obwohl mit dessen Puckberührung das Spiel eigentlich unterbrochen werden musste.

"Die Videobilder zeigen, dass die Strafe noch gar nicht angezeigt war, als Lüdemann den Puck rausschoss", erklärte indes DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke und verteidigte die Entscheidung Aumüllers: "Das Foul von Greiss war praktisch zeitgleich damit. Also war alles korrekt, es erübrigt sich jegliche Diskussion. Die Vorwürfe sind haltlos."

"Ich habe ihm dann gesagt, dass das so nicht geht", berichtete Zach aufgebracht: "Da hat er mir geantwortet: Sei ruhig, sonst sitzt du auf der Tribüne." Die folgende 5:3-Überzahl nutzte der überragende Tore Vikingstad mit einem Doppelschlag innerhalb von 29 Sekunden zum 2:1 für die DEG. Beim zweiten Tor hätte eigentlich bereits wieder ein vierter Kölner Feldspieler auf dem Eis stehen müssen, wenn Aumüller sich an das Regelwerk gehalten hätte.

Zach: "Vielleicht will man mich ja provozieren"

Dem Schiedsrichter lastete der Ex-Bundestrainer dann aber auch die weitere Strafzeitenflut gegen die Kölner an. "Die Spieler haben durch diese einseitigen und komischen Entscheidungen die Linie verloren, das ist menschlich", meinte Zach und verstieg sich gar in Verschwörungstheorien: "Vielleicht liegt es ja daran, dass ich an der Bande stehe, vielleicht will man mich ja provozieren. Darum verlasse ich auch die Haie, dann wird der Klub nicht mehr geschädigt."

Dabei hatte Aumüller im hitzigen 169. rheinischen Derby bis auf seinen Fauxpas im ersten Drittel fast alles richtig entschieden. Die Kölner brachten sich nach Jeremy Adduonos Führungstor durch viele Undiszipliniertheiten selbst in Bedrängnis. Der negative Höhepunkt war ein Kopfstoß von Nationalspieler Tino Boos gegen Peter Ferraro (35.), den Aumüller den Regeln entsprechend mit einer Matchstrafe ahndete. Zu diesem Zeitpunkt führten die Düsseldorfer bereits 4:1, die Entscheidung im dritten von maximal fünf Spielen war gefallen.

Kathan spricht schon von der Meisterschaft

Somit kann die DEG am Donnerstag (19.30 Uhr/live bei Premiere) in der Kölnarena den ersten Finaleinzug seit dem Titelgewinn 1996 perfekt machen. "Wenn wir wieder so schlau und diszipliniert spielen, dann ist es möglich", sagte DEG-Stürmer Klaus Kathan und erlaubte sich, von der euphorischen Stimmung im alten Eistempel an der Brehmstraße beflügelt, einen ersten Gedanken an den neunten Titel: "Bis zur Meisterschaft ist es noch ein weiter Weg, aber wir würden sie diesen tollen Fans gerne schenken."

Einen Schritt weiter auf diesem Weg sind die Berliner Eisbären, die durch einen ungefährdeten 5:3-Sieg gegen die Hannover Scorpions zum dritten Mal hintereinander ins Finale einzogen. "Die mannschaftliche Geschlossenheit und viele Spieler, die die entscheidenden Tore machen", nannte Kapitän Stefan Ustorf als Gründe für den siebten Play-off-Erfolg in Serie.

Eisbären ohne Mühe

Am Dienstagabend waren es Denis Pederson, Mark Beaufait, Ustorf selbst und Derrick Walser, die mit ihren Treffern bis zur zweiten Drittelpause für die entscheidende 4:0-Führung sorgten. Nach dem Durchmarsch ins Finale äußerte Ustorf noch einen Wunsch für die Endspielserie: "Eigentlich ist es egal, gegen wen wir spielen. Aber mich persönlich reizt es schon, zum Abschluss noch mal an der Brehmstraße zu spielen."

Während der Abschied von der traditionsreichen Spielstätte in Düsseldorf noch bevorsteht, scheint das Aus von Hannovers Trainer Kevin Gaudet schon jetzt sicher. "Das kann sein", antwortete der Kanadier auf die Frage, ob er zum letzten Mal bei den Niedersachsen an der Bande gestanden habe: "Ich habe noch Vertrag und will bleiben, aber es ist nicht meine Entscheidung. Ich habe wirklich keine Ahnung."

Als Nachfolger ist bereits seit Monaten Zach im Gespräch, der Köln zum Saisonende verlässt. Gaudet, der die "Skorpione" zum zweiten Mal nach 2001 ins Halbfinale führte, wird vor allem die fehlende Disziplin seiner Mannschaft angelastet. So erhielten Steve Guolla und Nationalspieler Sascha Goc in Berlin bereits die insgesamt 16. und 17. Spieldauer-Disziplinarstrafe der Saison gegen Hannover.

© SID

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