Eishockey Deutschland-Cup
DEB-Auswahl ringt Titelverteidiger Slowakei nieder

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat sich in Hannover durch einen 5:3-Sieg gegen Titelverteidiger Slowakei im "kleinen Finale" den dritten Platz beim 18. Deutschland-Cup erkämpft.

Beim 18. Deutschland-Cup in Hannover hat sich die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft in starker Form präsentiert und ihren Aufwärtstrend fortgesetzt. Durch das 5:3 (1:1, 2:1, 2:1) gegen die Slowakei im "kleinen Finale" erzielte die Auswahl von Bundestrainer Uwe Krupp mit Rang drei die beste Platzierung seit vier Jahren. Sechs Monate vor der WM in Kanada waren die Fortschritte vor allem in der Torausbeute und im Überzahlspiel unübersehbar. Turniersieger wurde zum zweiten Mal nach 2001 die Schweiz durch ein 3:2 (0:0, 2:1, 0:1, 0:0, 1:0) nach Penaltyschießen gegen die USA.

"Wir verbessern uns langsam, die Perspektiven sind gut", bilanzierte Krupp nach drei Siegen in vier Spielen innerhalb von fünf Tagen, nachdem er zuvor "höchste Ziele" formuliert hatte. "Auch wir wollen irgendwann einmal Weltmeister werden", sagte der ehemalige NHL-Star der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. "Natürlich will jeder in der Kabine Weltmeister werden", ergänzte er in Hannover: "Wenn nicht, dann habe ich die falschen 25 Spieler. Das muss die Motivation für jeden Einzelnen sein, sein Bestes zu geben."

Goalgetter Felski: "Weltmeister? Das ist Blödsinn"

Realistisch seien aber andere Ziele, relativierte der Bundestrainer. "Wir müssen dahin kommen, dass wir auch an einem Tag, an dem es nicht gut läuft, gegen die gewinnen, die in der Weltrangliste in unserer Nähe sind", erklärte Krupp und sah sich beim souveränen 6:2 am Samstag gegen Dänemark bestätigt. Auch der 32-jährige Sven Felski, mit vier Treffern erfolgreichster Torschütze, meinte: "Unser Ziel ist es, in der A-Gruppe zu bleiben und immer wieder die Großen zu ärgern. Weltmeister? Das ist Blödsinn, das erlebe ich nicht mehr, nicht mal auf der Tribüne."

Um mehr zu erreichen, sei eine Leistungsexplosion notwendig, merkte Krupp an. Mit Blick auf Torjäger Michael Wolf, der sich innerhalb eines Jahres zu einem Stürmer mit internationalem Format entwickelt hat, sagte der 42-Jährige: "Wir brauchen 25 Spieler, die so über sich hinauswachsen, dann sind wir vielleicht in der Lage, bei einer WM besser als auf Platz neun abzuschneiden."

Wolf, der mit 21 Treffern in 19 Spielen die Torjägerliste in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) anführt und als erster Deutscher seit Dieter Hegen 1992 diese Wertung gewinnen könnte, gilt als Paradebeispiel der neuen Generation. Mit fünf Toren in seinen letzten fünf Länderspielen setzte der Iserlohner auch in der Nationalmannschaft seine Erfolgsserie fort und ist für Krupp mittlerweile unersetzlich: "Er kämpft unermüdlich und ist einer der ersten, die ich in kritischen Situationen aufs Eis schicke."

Bundestrainer Krupp: "Der Kader wächst, der Konkurrenzkampf ist stark"

Gegen Ex-Weltmeister Slowakei ging der Iserlohner erstmals seit dem vorletzten WM-Spiel in Russland (0:3 gegen die USA) leer aus. Dafür sprang Felski mit seinem zweiten Doppelpack innerhalb von 24 Stunden (13./30.) in die Bresche. John Tripp (40.), Martin Ancicka (41.) und Michael Hackert (43.) sicherten den zwölften Sieg im 35. Duell mit dem Weltmeister von 2002. Nur Frantisek Skladany (12.), Peter Huzevka (37.) und Martin Strbak (60.) überwanden den starken Berliner Torhüter Youri Ziffzer. Tags zuvor hatten neben Wolf (3.) und Felski (17./19.) Christoph Ullmann (13.) und Florian Busch (54./57.) getroffen. Besonders beeindruckend war das deutsche Powerplay: Insgesamt sieben Tore fielen in den drei Spielen in Hannover bei Überzahl.

Ein gutes Zeugnis stellte Krupp den Debütanten Chris Schmidt (Iserlohn), Christoph Melischko (Ingolstadt), Alexander Weiß und Jens Baxmann (beide Berlin) aus. "Alle waren besser als ordentlich. Der Kader wächst, der Konkurrenzkampf ist stark", sagte der Bundestrainer: "Es gelten wieder höhere Ansprüche an Nationalspieler." Zufrieden war Krupp auch mit der Fitness seiner Spieler, die er vor einem Jahr noch bemängelt hatte: "Spieler, die nicht fit sind, sind gar nicht erst hier, sie disqualifizieren sich selbst." Die angemahnte Betreuung durch die Klubs sei besser geworden, "das hilft auch der Nationalmannschaft."

© SID

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