Eishockey Deutschland-Cup
DEB trotz 1:4 gegen Kanada optimistisch

Zum Abschluss des "Tui Nation Cups" hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft eine 1:4-Pleite gegen Kanada kassiert. Trotz dreier Niederlagen in vier Spielen kann der DEB optimistisch auf die B-WM 2006 blicken.

Zumindest in kleinen Schritten befindet sich die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft auf dem Weg der Besserung. Zwar kassierte die Auswahl von Trainer Greg Poss zum Abschluss des "Tui Nation Cups" in Hannover gegen Kanada mit 1:4 (1:1, 0:1, 0:2) die dritte Niederlage im vierten Spiel. Doch der Aufwärtstrend nach dem Desaster von Österreich war unverkennbar, und der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) darf hoffnungsvoll in Richtung Olympia und B-Weltmeisterschaft 2006 blicken. "Wir haben insgesamt elf Drittel gut gespielt und nur eines schlecht. Darauf können wir aufbauen", bilanzierte Bundestrainer Greg Poss.

Rekordweltmeister Kanada sicherte sich mit dem Sieg gleichzeitig den Turniererfolg beim 16. Deutschland-Cup, da die Slowakei im Abschlussspiel der Veranstaltung gegen den zweimaligen Weltmeister USA mit 2:3 (1:2, 0:0, 1:1) verlor. Durch den zweiten Sieg der Amerikaner rutschte das DEB-Team auf den fünften und letzten Platz.

Den Kanadiern traten die Deutschen von Beginn an auf Augenhöhe und engagiert gegenüber. Dennoch blieb der DEB zum 15. Mal in Folge gegen die Ahornblätter ohne Sieg. Das 0:1 durch Chris Herperger (6.) von den Krefeld Pinguinen egalisierte Kapitän Stefan Ustorf von Meister Eisbären Berlin in Überzahl noch vor der ersten Sirene (20.). Doch Ustorfs Klubkamerad Micki Dupont (36.) nutzte eine 5:3-Überzahl, nachdem sich Lasse Kopitz eine dumme Strafzeit eingehandelt hatte. Das 3:1 markierte Dan Lambert (48.), den Schlusspunkt setzte erneut der Krefelder Herperger acht Sekunden vor Schluss. Zwar ergaben sich im letzten Abschnitt weitere Überzahlmöglichkeiten für die Poss-Schützlinge, die aber ungenutzt blieben und damit das Kernproblem der Mannschaft aufzeigten.

DEB-Team fehlt die Cleverness

Der deutschen Mannschaft fehlte beim Nations-Cup schlichtweg die Cleverness. Die Chancenverwertung war nur beim 7:2-Auftaktsieg gegen die USA optimal. Das 1:2 gegen die Schweiz und das 0:6 gegen die Slowakei offenbarte dagegen schonungslos die Inkonsequenz vor des Gegners Tor. Auch das Überzahlspiel ist verbesserungswürdig, auch wenn gegen die USA drei und gegen Kanada ein Tor bei numerischer Überlegenheit gelangen. Doch in jedem Spiel offensichtlich war zumindest der Wille der Mannschaft, die Scharte von Österreich auszuwetzen.

Seinen Anteil am Aufwärtstrend trägt der frühere NHL-All-Star Uwe Krupp. Der einzige deutsche Stanley-Cup-Sieger, der im Sommer als Assistent zum Trainerstab stieß und Poss somit vor der Entlassung rettete, gilt als Galionsfigur. "Man spürt seinen Stolz. Das überträgt sich auf die Spieler", sagt DEB-Generalsekretär Franz Reindl. Krupp selbst wollte seine Rolle nicht überbewerten. Er betont stets den Teamgeist auf Führungsebene und stärkt Poss damit den Rücken.

Doch trotz Krupps Ausstrahlung und dem neuen Schwung in der DEB-Auswahl bleibt noch viel Arbeit bis zur B-Weltmeisterschaft im Frühjahr 2006 in Amiens/Frankreich. Zwar wiederholt Poss gebetsmühlenartig, "das nächste Turnier ist immer das wichtigste" - und damit die Olympischen Spiele im Feburar in Turin. Doch das gesamte Umfeld wird den Gang in die Zweitklassigkeit nur dann verzeihen, wenn in Frankreich der direkte Wiederaufstieg gelingt.

Zudem werden die deutschen Profis aus der NHL zwar komplett bei Olympia, aber wenn überhaupt nur vereinzelt bei der B-WM teilnehmen. Denn parallel läuft in der NHL die Saison. Das macht die Sache nicht einfacher, zumal Poss keinen Zweifel an der Klasse der Legionäre aus Übersee lässt. "Jeder, der in der besten Liga der Welt spielt, ist eine Bereicherung für unsere Mannschaft", so der 40-Jährige. Doch auch ohne NHL-Profi soll in Amiens die Rückkehr in die Erstklassigkeit gelingen. Der Nations-Cup war ein Indiz dafür. "Wichtig ist, dass die Mannschaft viel Einsatz gezeigt und die Leistungen fast immer gestimmt haben. Ergebnisse spielten bei diesem Turnier keine Rolle", sagte Krupp.

Nations-Cup-Standort Hannover fraglich

Fraglich bleibt indes die Zukunft des Standorts Hannover. Weder intensive Bemühungen der Arena-Vermarkter noch das 7:2 der DEB-Auswahl am Mittwoch in Mannheim erzielten eine Magnetwirkung auf die Eishockey-Freunde der Stadt. Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit ging die 16. Auflage des Deutschland-Cups in der Messestadt über die Bühne. Rund 10 000 Besucher an drei Turniertagen sind eine "frustrierende Bilanz", wie Reindl sagte. Allein zu drei Spielen in Mannheim waren 22 500 Fans geströmt.

Erst im vergangenen Jahr hatten die Betreiber der Arena in Hannover ihre Option auf eine Vertragsverlängerung für die Ausrichtung des Turniers bis 2007 gezogen. Doch Reindl will schnellstmöglich raus aus dem Vertrag. "Im letzten Jahr haben wir noch ein Auge zugedrückt. Wenn man noch ein Auge zudrückt, wird man ja blind", sagt er.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%