Eishockey
Erste Bank wagt sich auf fremdes Eis

Die österreichische Eishockey-Liga folgt der Expansion des Hauptsponsors Erste Bank - und integriert Teams aus Slowenien und Ungarn. Denn ein seperater Spielbetrieb in den beiden Länden lohnt sich kaum. Eine Erfolgsgeschichte.

WIEN. Kleine Länder müssen sich manchmal ganz besondere Dinge einfallen lassen - das gilt auch im Profi-Sport. Eishockey ist in Österreich zwar nach Fußball der beliebteste Mannschaftssport, steht wegen der viel niedrigeren Einwohnerzahl aber auf deutlich wackligeren Füßen als etwa in Deutschland. Aus der obersten nationalen Liga haben sich in der Vergangenheit immer wieder Mannschaften abgemeldet, weil sie die Kosten für den Spielbetrieb nicht aufbringen konnten. Vor fünf Jahren bestand die österreichische Top-Liga gerade einmal aus sieben Teams - zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel.

Doch seit zwei Jahren ist die höchste Eishockey-Liga der Alpenrepublik deutlich stabiler. Denn sie ist seither keine reine österreichische Liga mehr. In der Saison 2006/07 kam erstmals ein Verein aus Slowenien dazu, ein Jahr später noch ein ungarischer und ein zweiter slowenischer Klub.

"Die Situation mit sieben Klubs war damals für alle unbefriedigend", sagt Liga-Sprecher Axel Bammer. Deshalb mussten die Verantwortlichen der Liga nicht lange überlegen, als der slowenische Rekordmeister HK Acroni aus der Kleinstadt Jesenice bei den Österreichern mitspielen wollte. Slowenien ist noch einmal ein deutliches Stück kleiner als Österreich. Das Land erreicht gerade die Größe Thüringens. Dementsprechend war der Eishockey-Spielbetrieb dort auch noch eine Spur langweiliger als bei den Nachbarn in der Alpenrepublik.

Nachdem die Mannschaft aus Jesenice den Sprung in die österreichische Liga geschafft hatte, erkannte auch der Eishockey-Klub aus der slowenischen Hauptstadt Ljubljana die Vorzüge des Spiels über die Staatsgrenzen hinweg - und stellte ein Jahr später ebenfalls den Aufnahmeantrag. Eine ungerade Zahl mit neun Mannschaften wäre für die Liga allerdings ein Problem geworden. Deshalb war es für die österreichischen Verantwortlichen ein Geschenk des Himmels, dass schließlich der ungarische Rekordmeister aus Skékesfehérvár westlich von Budapest ebenfalls mitspielen wollte.

Für den Spielbetrieb hat sich die Aufnahme der Teams aus Slowenien und aus Ungarn gelohnt. 2003 schauten sich nur 500000 Fans die Spiele der damals noch rein österreichischen Liga an. Im vergangenen Jahr waren es mit zehn Mannschaften schon an die 800000 Besucher. In der aktuellen Spielzeit 2008/09, die Anfang April beendet ist, rechnen die Betreiber mit einem ähnlich hohen Besucherinteresse.

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