Eishockey International
CAS-Entscheidung im Fall Busch vertagt

Der CAS wird sein Urteil im Fall Florian Busch erst in den nächsten Wochen bekanntgeben. Der Eishockey-Profi hatte eine Dopingkontrolle zunächst verweigert und später nachgeholt.

Nach einer fast siebenstündigen Anhörung vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne muss Eishockey-Profi Florian Busch weiter auf eine Entscheidung in seinem Fall warten. Das Gericht werde sein Urteil in den nächsten Wochen treffen und dann schriftlich verkünden, sagte Buschs Anwalt Klaus Sturm.

"Es sind alle rechtlichen Gesichtspunkte diskutiert und drei Zeugen angehört worden: Florian Busch selber, seine Freundin und der Kontrolleur", berichtete Sturm. Dabei habe das Gericht zu keinem Zeitpunkt zu erkennen gegeben, wie es entscheiden werde. "Auch nicht, ob es sich überhaupt zuständig fühlt."

Uwe Harnos, der als Präsident den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) vertrat, rechnet "Mitte bis Ende Mai" mit einem Urteil. "Sonst kann man ja oft an Fragen oder Bemerkungen erkennen, in welche Richtung das Gericht neigt. Aber hier kann man wirklich null Komma garnix sagen", meinte der Kaufbeurer Rechtsanwalt.

Freispruch oder Sperre möglich

Behandelt wurden von den drei Richtern Michael Geistlinger (Salzburg), Martin Schimke (Düsseldorf) und Hans Nater (Zürich) zwei Klagen der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) gegen den Weltverband Iihf und gegen den DEB. Die Verfahren könnten sowohl mit einem Freispruch als auch mit einer nachträglichen Sperre für den Berliner Stürmer enden.

Busch hatte am 6. März 2008 eine Dopingkontrolle zunächst verweigert und später nachgeholt. Das zuständige DEB-Gremium sperrte ihn jedoch nicht wie von der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) gefordert für zwei Jahre, sondern verhängte nur eine Geldstrafe und erlegte ihm gemeinnützige Arbeit auf. Auch das Adhoc-Schiedsgericht des Deutschen Olympischen Sportbundes (Dosb) sperrte ihn im Dezember nicht.

Hintergrund der Entscheidung war die Tatsache, dass Busch zum Zeitpunkt der verweigerten Kontrolle die Athletenvereinbarung nicht unterschrieben hatte und der Wada-Code noch nicht in den DEB-Statuten verankert war. Mittlerweile hat der DEB sein Regelwerk entsprechend aktualisiert.

Gegen das Urteil des Dosb-Schiedsgerichtes und die Entscheidung der Iihf, Busch bei der WM 2008 in Kanada spielen zu lassen, weil der nationale Rechtsweg noch nicht ausgeschöpft war, ging die Wada in Berufung. Beide Verfahren wurden am Mittwoch vor dem CAS verhandelt.

Einfluss auf die am Freitag in der Schweiz beginnende Weltmeisterschaft hat der Fall aber nicht. Bis zu einer endgültigen Entscheidung gehört Busch nicht zum Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft.

© SID

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