Eishockey International
Eisbären starten in den Spengler-Cup

Ab dem 2. Weihnachtstag schaut die Eishockey-Welt traditionell nach Davos. Beim mittlerweile 80. Spengler-Cup stellen sich die Berliner Eisbären der namhaften Konkurrenz - trotz Terminstress.

Mit Stolz, aber auch einigen Bauchschmerzen reist der deutsche Eishockey-Meister Eisbären Berlin zum 80. Spengler-Cup nach Davos. "Wir freuen uns, Deutschland bei dem besten Turnier in Europa vertreten zu dürfen, doch der Terminstress ist ein Problem", sagt Eisbären-Trainer Pierre Page.

Vier Spiele in nur fünf Tagen (26. bis 30. Dezember) stehen im 1 560 Meter hoch gelegenen Schweizer Nobel-Skiort kurz vor der entscheidenden Hauptrunden-Phase der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) an. "Eine ideale Vorbereitung ist das sicher nicht. Die Spieler werden bis an ihre Grenzen gehen müssen", sagt Meister-Coach Page, dessen Team sich am Freitag durch das 5:2 bei den Frankfurt Lions auf einen direkten Playoff-Platz vorgekämpft hatte. Sich für die DEL zu schonen, die für die Eisbären am 2. Januar weitergeht, kommt für Page aber nicht in Frage: "Wir wollen das Turnier gewinnen und dementsprechend Gas geben."

Nicht nur die 94 000 Euro, die der Sieger im Optimalfall verdienen kann, sondern auch der mögliche Prestigegewinn soll den Eisbären Beine machen. Der erste Sieg eines deutschen Teams seit 1999 (Kölner Haie) beim seit 1923 ausgetragenen Traditionsturnier wäre für die gesamte Liga wichtig. "Wenn die DEL die besten Spieler außerhalb der NHL haben will, müssen wir bei solchen Gelegenheiten ein gutes Bild abgeben", sagt der Kanadier Page. Neben Köln konnten sich bislang nur Füssen (1952 und 1964) und der BSC Berlin (1924, 1926 und 1928) in die Siegerliste eintragen.

Berlin ohne sieben Spieler

Allerdings muss Berlin auf sieben Spieler verzichten, die zeitgleich bei der U20-WM in Schweden für Deutschland auf dem Eis stehen. Die Ausfälle will Page mit Spielern aus dem Oberligateam kompensieren, zudem verpflichtete Manager Peter John Lee in Aris Brimanis (34), Dominic Perna (29) und Thierry Paterlini (31) drei Gastspieler. "Das ist notwendig, um aus der Höhe von Davos nicht vollkommen platt nach Berlin zurückzukommen", meint Lee.

Der zweimalige deutsche Meister trifft am ersten Weihnachtstag zunächst auf Gastgeber HC Davos. Weitere Gegner sind der russische Vertreter Chimik Mytischi (28. Dezember), die Schweden von Mora IK (29. Dezember) und ein aus in Europa tätigen Kanadiern besetztes Team Kanada (30. Dezember). Das Finale der zwei Bestplatzierten steigt am letzten Tag des Jahres. Insgesamt rechnen die Veranstalter mit 75 000 Zuschauern.

© SID

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