Eishockey International
Eishockey-Legende Wjatscheslaw Fetissow wird 50

Die russische Eishockey-Legende Wjatscheslaw Fetissow wird heute 50. Der Verteidiger und Rebell lehrte einst sowohl Wayne Gretzky als auch seine Trainer das Fürchten.

Einer der härtesten Eishockey-Verteidiger aller Zeiten wird 50. Eishockey-Legende Wjatscheslaw Fetissow, zu seiner aktiven Zeit von Trainern und Gegenspielern wie Wayne Gretzky gefürchtet, hat seinen Weg auch nach Ende seiner sportlichen Laufbahn fortgeführt und ist inzwischen russischer Sportminister.

Mit seinem Ehrentag werden Erinnerungen wach, wie die große Karriere einst ganz klein begann. Vater Alexander, ein sportbegeisterter Arbeiter in einer Flugzeugfabrik, aktiver Fußballer in der Werksmannschaft und Boxfan, stellte den kleinen Slawa bereits mit vier Jahren auf die Kufen. Schon von klein auf tummelte sich der kleine Junge im Winter auf den zugefrorenen Seen in der Nähe der elterlichen Wohnung.

In einer Straßenmannschaft stand er mit 15 Jahren im Finale des Wettbewerbs um den "Goldenen Puck" im Zska-Stadion. Auf Empfehlung seines Trainers Boris Werbinow wurde er danach in die Schule des Armeesportklubs aufgenommen. Während sich alle danach rissen, Tore zu erzielen, wollte Slawa sie verhindern. Seinen ersten großen Erfolg feierte er 1978 bei der Jugend-WM in Kanada, wo er gegen den künftigen Superstar Wayne Gretzky spielte. Dieser sagte später: "Ich habe in meinem Leben keinen hartnäckigeren und aktiveren, keinen schlaueren und härteren Verteidiger kennengelernt als Fetissow."

Kurze Zeit später berief ihn der legendäre Trainer Viktor Tichonow in das WM-Aufgebot für Prag. Fetissow wurde auf Anhieb bester Verteidiger der WM und sammelte danach auf Auswahl- wie Klubebene Erfolge wie reife Früchte. 14-maliger Udssr-Meister mit Zska Moskau, siebenmaliger Weltmeister, zweimaliger Olympiasieger wurde er und nach seinem Wechsel nach Nordamerika dreimaliger Stanley-Cup-Gewinner.

Er wurde bei Weltmeisterschaften fünfmal ins All-Star-Team gewählt. Seine Heimat ehrte ihn mit hohen Orden für "Verdienste vor dem Vaterland" oder die "Ehre", die Eishockeyszene mit der Aufnahme in die berühmte "Hall of Fame". Fetissow war einer der besten Spieler aller Zeiten, er war aber auch ein Rebell. So erschien im Januar 1989 eine Zeitung mit der Schlagzeile: "Fetissow: Ich will nicht mehr unter Tichonow spielen".

Rebell auf und abseits des Eises

Einen derartigen Vorfall hatte es in der Geschichte des sowjetischen Eishockeys bis dahin nicht gegeben. Hintergrund des Konflikts war die Einladung Fetissows in die NHL. "Bereits im Sommer hatte Trainer Tichonow meine Ausreise nach New Jersey unterschrieben, aber nichts getan, um die Sache zu Ende zu bringen. Ich habe nicht nur an mein eigenes Wohlbefinden gedacht, sondern auch daran, dass diese Reise den sowjetischen Eishockeyspielern helfen kann, von den Amerikanern zu lernen", sagte Fetissow damals.

Tichonow verzögerte die Entlassung Major Fetissows aus dem Armeedienst, drohte mit Versetzung an einen entlegenen Standort in Sibirien und verbot ihm, bei Zska zu trainieren. Fetissow hielt sich im Werksteam einer Bleistiftfabrik fit. Schach-Weltmeister Garri Kasparow und führende Nationalspieler traten für Fetissow ein und forderten seine Rückkehr als Kapitän in die Auswahl. Tichonow musste klein beigeben. Fetissow wurde bei der WM in Schweden wiederum bester Verteidiger.

Dann kam 1989 die Ausreise in die USA. Doch der Weg zu den Gipfeln der NHL war bei den New Jersey Devils nicht leicht. Töchterchen Nastja, 1991 geboren, gab ihm wieder den nötigen Auftrieb. Ab 1995 spielte Fetissow für die Detroit Red Wings, zwei Jahre später gewann das Team mit Fetissow dann erstmals nach 42 Jahren den begehrten Cup. Auch 1998 eroberten die Wings erneut die Trophäe.

Nach Abschluss seiner aktiven Laufbahn nach dem erneuten Triumph war Fetissow bis 2002 Assistenz-Trainer bei den New Jersey Devils. Im Jahre 2000 gewann er mit ihnen auf der Bank erneut den Stanley-Cup. Bei den Olympischen Winterspielen 2002 übernahm er den Cheftrainerposten der russischen Eishockey-Nationalmannschaft und holte mit ihr Bronze. Nach seiner Rückkehr in die Heimat ist Fetissow seit 2002 Sportminister seines Landes: "Ich bin glücklich darüber, dass es mir gelungen ist, ein Idol zu werden."

© SID

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