Eishockey Nationalmannschaft
DEB-Präsident schließt Konsequenzen nicht aus

Nach dem schwachen Abschneiden bei der WM in Bern hat Uwe Harnos, Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes, personelle Konsequenzen nicht ausgeschlossen.

Nach dem WM-Debakel von Bern muss Eishockey-Bundestrainer Uwe Krupp nun doch um seinen Job bangen. Uwe Harnos, Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), schloss personelle Konsequenzen nach dem miserablen Abschneiden in der Schweiz nicht aus. "Wir werden uns mit ihm zusammensetzen und die Situation analysieren. Die Gespräche sind ergebnisoffen", sagte der DEB-Präsident am Mittwoch in Bern und ergänzte: "Von Schnellschüssen halte ich nichts. Wir müssen erst Abstand haben, dann werden wir uns Gedanken machen, ob es personelle Konsequenzen gibt."

Harnos: "Sportlich ein Desaster"

Krupp reiste nicht mit der Mannschaft ab, sondern blieb in Bern. An den Gesprächen wird auch der für den sportlichen Bereich zuständige DEB-Vizepräsident Erich Kühnhackl teilnehmen. "Das war sportlich ein Desaster", sagte Harnos, "jetzt müssen wir die Gründe analysieren. Ich habe im Moment keine wirkliche Erklärung dafür."

Auch über DEB-Generalsekretär und Sportdirektor Franz Reindl wird gesprochen werden. "Natürlich stehen Trainer und Sportdirektor in der Verantwortung", sagte Harnos. Nach Platz 15 und dem sportlichen Abstieg in Bern, der lediglich wegen der Heim-WM 2010 folgenlos blieb, hatten mehrere Manager der Deutschen Eishockey Liga (DEL) Konsequenzen beim DEB gefordert und auch Reindl in Frage gestellt.

DEL soll bei Analyse einbezogen werden

Die DEL soll in die Entscheidung über mögliche personelle Konsequenzen einbezogen werden. "Wir werden die Analyse mit dem Sportausschuss der DEL besprechen", kündigte Harnos an: "Wir wollen alle zu einem gemeinsamen Ergebnis kommen und daran die Entscheidung ausrichten." Die Profiliga will der DEB-Präsident ohnehin künftig mit ins Boot nehmen: "Wir müssen für die Nationalmannschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen, damit nicht mehr der eine mit dem Finger auf den anderen zeigt."

Das bedeute auch, "von bisherigen Positionen und von Pfründen Abstand zu nehmen", sagte Harnos: "Wir werden entsprechende Gespräche führen." Vor allem Marco Stichnoth, Geschäftsführer der Hannover Scorpions, hatte gefordert, dass die DEL bei der Nationalmannschaft mehr mitreden müsse: "Der DEB ist mit den jetzigen Leuten überfordert."

Harnos gab zu, vor allem die Leistung im entscheidenden Vorrundenspiel gegen Frankreich (1:2) habe ihn geschockt: "Da habe ich fast körperliche Schmerzen empfunden. Es ist für mich noch immer unbegreiflich."

Krupp ist seit Dezember 2005 im Amt. Der einzige deutsche Stanley-Cup-Sieger führte die deutsche Mannschaft bei der B-WM 2006 in Frankreich souverän zurück in die Erstklassigkeit. Bei den ersten beiden A-Weltmeisterschaften 2007 in Russland und 2008 in Kanada bot sein Team überwiegend überzeugende Leistungen, erreichte jeweils die Zwischenrunde und verpasste nur knapp das Viertelfinale.

In Bern jedoch konnte der 43-Jährige den Negativtrend nach der Pleite gegen Frankreich nicht stoppen. Die DEB-Auswahl verlor auch gegen Dänemark (1:3) und Österreich (0:1), die in der Weltrangliste wie Frankreich hinter Deutschland liegen. Durch den Absturz in Bern rutschte die deutsche Mannschaft im Ranking des Weltverbands Iihf vom zehnten auf den zwölften Platz ab.

© SID

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