Eishockey Nationalmannschaft
DEB-Team beendet Deutschland-Cup auf Rang vier

Nach der knappen 4:5-Niederlage gegen Kanada hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft den Deutschland-Cup auf Platz vier beendet. Dennoch zogen Trainer Uwe Krupp und DEB-Präsident Hans-Ulrich Esken positive Fazits.

Der Deutschland-Cup hat trotz zweier unglücklicher Niederlagen durchweg einen sehr positiven Eindruck bei den Verantwortlichen des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) hinterlassen. Sechs Monate nach dem Wiederaufstieg ist die deutsche Nationalmannschaft auf dem Weg zurück zu alter Stärke, doch Bundestrainer Uwe Krupp fordert mehr Unterstützung durch die Klubs. Nach einer 4:5 (2:2, 2:1, 0:2)-Niederlage gegen Kanada musste sich die DEB-Auswahl zwar mit dem vierten Platz begnügen, setzte den Aufwärtstrend unter dem früheren NHL-Star aber fort. "Die Talsohle ist durchschritten. Dieses Turnier ist Balsam für das Ego. Das WM-Viertelfinale muss jetzt wieder unser Ziel sein", lobte DEB-Präsident Hans-Ulrich Esken.

Krupp sieht sich noch lange nicht am Ende des Weges. "Wir haben noch nicht gesehen, was diese Mannschaft wirklich leisten kann. Da ist noch sehr viel Potenzial drin", sagte der Bundestrainer: "Mit dieser Kombination aus Talent und Teamgeist werden gute Resultate kommen." Gleichzeitig beklagte er aber die mangelnde Fitness der Nationalspieler. "Die konditionelle Situation ist die größte Baustelle", sagte Krupp, als er den Klubtrainern sein Programm vorstellte.

Geist sieht "sechs bis acht Problemkandidaten"

Um bis zu 20 Prozent schlechter als bei Hockey-Nationalspielern seien die Ausdauerwerte, selbst die U20 sei besser austrainiert. Einige Spieler könne man eigentlich im vierten oder fünften Spiel eines Turniers gar nicht mehr aufs Eis bringen, erklärte der sportwissenschaftliche Berater Jens Geist vom Olympiastützpunkt München, der die Daten der DEB-Spieler auswertet, und sprach von "sechs bis acht Problemkandidaten". Krupp mahnte intensiveres Training der Klubs im Sommer an: "Ich will aus den Spielern keine Marathonläufer machen, aber mit besserer Ausdauer machen sie weniger Fehler."

Gegen Kanada starteten die Gastgeber erneut stark. Nach dem Führungstor durch den Düsseldorfer Daniel Kreutzer (6.) brachten allerdings zahlreiche Strafzeiten die deutsche Mannschaft aus dem Rhythmus, der Mannheimer Francois Methot (9.) und der Nürnberger Jame Pollock (13.) nutzten kanadische Power-play-Situationen zu zwei Treffern. Doch der Ingolstädter John Tripp glich in 5:3-Überzahl aus (18.), zudem trafen die Deutschen dreimal den Pfosten.

Kelly und Higgins drehen das Spiel im Schlussdrittel

Der Kölner Philip Gogulla (26.) und der Mannheimer Christoph Ullmann (37.) sorgten im zweiten Drittel nach einem Gegentor von Francois Bouchard (22.) für eine 4:3-Führung. Nach dem Ausgleich durch Steve Kelly (46.) sicherte Matt Higgins (51.) den Kanadiern den Sieg, die nun bereits seit 17 Spielen gegen Deutschland ungeschlagen sind. Den zweiten Triumph beim Deutschland-Cup nach 1997 feierte am Abend die Slowakei durch ein 4:3 (1:1, 2:1, 0:1, 1:0) nach Verlängerung im Finale gegen die Schweiz, Fünfter wurde Lettland durch ein 4:1 (2:1, 2:0, 0:0) gegen Japan.

© SID

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