Eishockey Nationalmannschaft
Krupp kann personell aus dem Vollen schöpfen

Der Trainer der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft, Uwe Krupp, hat bei der Benennung seines Olympia-Kaders personell die Qual der Wahl. Neben den NHL-Profis haben nur vier Spieler ihr Turin-Ticket sicher.

Fünf Spieler der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft droht bei den Olympischen Winterspielen in Turin der vorzeitige Abflug aus Italien. "Jeder weiß, dass es ihn treffen kann. Das ist aber keine Schikane von uns, sondern das sind die Regularien", sagt Bundestrainer Uwe Krupp vor dem vorletzten Olympia-Test am Mittwoch (20.00 Uhr) in Salzburg gegen Österreich.

In der Mozart-Stadt dürfen die Olympia-Kandidaten ein vorletztes Mal vorspielen. Die letzte Chance haben sie am Samstag (15.00 Uhr) in Köln gegen Russland. Dann haben sie zwei Tage im Olympischen Dorf und die Eröffnungsfeier in Turin schon hinter sich; zu echten Olympioniken werden sie aber erst, wenn Krupp zwei Tage vor dem Auftaktspiel am 15. Februar gegen Weltmeister Tschechien grünes Licht gibt. Denn erst dann weiß der Bundestrainer, ob alle sieben NHL-Profis tatsächlich nach Turin kommen.

Hackert fält verletzt aus

Treffen Torhüter Olaf Kölzig (Washington), die Verteidiger Dennis Seidenberg (Phoenix), Christoph Schubert (Ottawa) und Christian Ehrhoff (San Jose) sowie die Stürmer Jochen Hecht (Buffalo), Marcel Goc (San Jose) und Marco Sturm (Boston) wie geplant ohne Blessuren im Piemont ein, muss Krupp noch fünf Feldspieler streichen, um auf 23 Olympia-Teilnehmer zu kommen. Aus dem ursprünglich 30-köpfigen Aufgebot bleibt der Iserlohner Torwart Dimitrij Kotschnew ohnehin auf Abruf zu Hause, und der Frankfurter Stürmer Michael Hackert fällt wegen eines Kieferbruchs aus.

"Du bist eigentlich schon da bei Olympia, komplett eingekleidet, machst die Eröffnungsfeier mit und musst dann wieder nach Hause. Das ist ganz hart", sagt Verteidiger Andreas Renz, der wie die meisten Spieler noch um sein Olympia-Ticket bangen muss.

Denn lediglich Routinier Stefan Ustorf (Berlin), der in Turin seine vierten Olympischen Spiele bestreiten wird, und Abwehrspieler Sascha Goc (Hannover) sowie die Torhüter Robert Müller (Krefeld) und Thomas Greiss (Köln) haben neben den NHL-Profis ihren Platz sicher.

"Das ist wie ein Todesurteil"

Müller, vor vier Jahren in Salt Lake City als dritter Goalie nur auf der Tribüne, kann die Sorgen seiner Kollegen verstehen. "Es ist das Schlimmste, was dir passieren kann als Sportler, das ist wie ein Todesurteil", sagt der Krefelder, der hinter Kölzig aller Voraussicht nach Torwart Nummer zwei sein wird. Welche fünf von den 17 verbleibenden Wackelkandidaten nach Hause müssen, entscheidet Krupp so spät, weil er kein Risiko eingehen will. So stand auch hinter dem Olympia-Einsatz von Christoph Schubert, der sich am Montag ebenfalls wie Sturm eine Schulterverletzung zugezogen hatte, kurzzeitig ein Fragezeichen.

"Ich gehe davon aus, dass Sturm rechtzeitig fit wird", sagt zwar Franz Reindl, Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB). Schubert gab unterdessen von sich aus grünes Licht: "Kein Problem. Es ist alles in Ordnung."

Alle Olympia-Kandidaten müssen nach der Generalprobe am Samstag in Köln zurück nach Turin fliegen. Wer dann im Olympia-Lotto "5 aus 17" die Nieten zieht, sitzt drei Tage später wieder im Flieger - mit viel Frust im Gepäck.

© SID

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