Eishockey Nationalmannschaft
Schweiz schenkt DEB-Auswahl fünf Treffer ein

Mit einer 1:5 -Klatsche gegen die Schweiz hat das deutsche Eishockey-Nationalteam von Bundestrainer Uwe Krupp bei seiner Generalprobe eine Woche vor der WM in Russland die höchste Niederlage seit 14 Monaten kassiert.

Bei ihrer Generalprobe für die Eishockey-WM in Russland hat das deutsche Nationalteam einen gehörigen Dämpfer kassiert. Eine Woche vor dem WM-Auftakt gegen Rekordweltmeister Kanada musste die Mannschaft von Bundestrainer Uwe Krupp ein klares 1:5 (0:1, 0:3, 1:1) beim Erzrivalen Schweiz hinnehmen. Dies bedeutete für Deutschland die höchste Niederlage seit 14 Monaten. Bei den Olympischen Winterspielen in Turin hatte die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) am 16. Februar 2006 gegen Kanada ebenfalls 1:5 verloren.

"Wir waren heute nicht entschlossen genug, aber insgesamt sind wir zufrieden mit der Vorbereitung. Wir können gefährlich werden und jederzeit Tore schießen", meinte Krupp, der nach dem Spiel Patrick Reimer (DEG Metro Stars) und Roland Verwey (Krefeld Pinguine) aus dem WM-Aufgebot strich. Dafür rücken Petr Fical und Alex Polaczek (beide Ice Tigers Nürnberg) pünktlich zur Abreise am Dienstag nach. Damit sind alle Stellen im Sturm besetzt. Am Sonntag will der Bundestrainer noch einen Verteidiger nach Hause schicken.

Nur 45 Stunden nach dem ersten Sieg gegen die Schweiz seit beinahe drei Jahren (3:2) besiegelten drei Gegentore innerhalb von drei Minuten die zweite deutsche Niederlage in der heißen Phase der WM-Vorbereitung. Julien Sprunger (28.), Duri Camichel und Romano Lemm (beide 31.) benötigten nur 179 Sekunden, um die Begegnung im Eiltempo zu entscheiden. Thibaut Monnet (15./51.) traf zudem gleich zweimal für den Olympia-Sechsten. Auf der anderen Seite bezwang vor 5 071 Zuschauern nur Yannic Seidenberg vom ERC Ingolstadt (49.) den starken NHL-Goalie David Aebischer (Montreal Canadiens).

Bereits Mitte des zweiten Drittels mussten die deutschen Kufencracks, die weiterhin ohne ein halbes Dutzend verletzter Stammspieler und jegliche NHL-Legionäre auskommen mussten, dem immensen Kräfteverschleiß Tribut zollen. Die Härte der Vorbereitung und überflüssige Strafzeiten im ersten Spielabschnitt machten sich bemerkbar. Torhüter Oliver Jonas war indes an allen Gegentoren schuldlos. Die Schweizer, die 2009 WM-Gastgeber sind, waren immer einen Schritt schneller an der Scheibe und setzten alles daran, sich für die knappe Niederlage am Donnerstag zu rehabilitieren.

Krupp konnte im zweiten Duell mit den Eidgenossen auf ein nachgereistes Meister-Trio von Adler Mannheim setzen. Christoph Ullmann, Martin Ancicka und Felix Petermann rückten in den Kader, dafür schickte Krupp die Verteidiger Lasse Kopitz (Kölner Haie) und Steffen Tölzer (Augsburger Panther) sowie die Stürmer Patrick Buzas (Augsburg) und Tobias Wörle (Frankfurt Lions) nach Hause. Sollten kurzfristig doch noch NHL-Profis zur Verfügung stehen, müsste der Bundestrainer weitere Spieler enttäuschen.

Am Morgen hatte Krupp überraschend noch zu einer Generalabrechnung mit dem deutschen Eishockey ausgeholt. "Ich glaube, dass die Zeit kommt, in der wir aussterben - wenn keine Veränderungen passieren. Mit dem jetzigen Modell werden wir nicht in der Lage sein, uns lange zu halten", sagte Krupp in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

© SID

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