Eishockey Nationalmannschaft
Scorerkönig Hock kämpft um WM-Ticket

Auch der Titel des DEL-Scorerkönigs sichert nicht einen Platz im deutschen WM-Kader. Daher muss Robert Hock heute seine Qualitäten im Spiel gegen Finnland beweisen.

Einen Platz im deutschen WM-Kader bekommt kein Spieler geschenkt. Auch nicht der Scorerkönig der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Wenn die deutsche Nationalmannschaft heute (19.30 Uhr) in Regensburg gegen Finnland die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Kanada beginnt, muss auch der erfolgreichste Stürmer der DEL, Robert Hock um ein WM-Ticket kämpfen. "Ich werde mich voll reinhängen", kündigte der Spieler von den Iserlohn Roosters an: "Ich werde mein Bestmögliches tun."

Am 11. November 2001 hatte der technisch starke Mittelstürmer das letzte seiner bislang 22 Länderspiele bestritten. Dann sortierte ihn der damalige Bundestrainer Hans Zach aus. Körperlich nicht robust genug, in der Defensive zu schwach - so lautete das Urteil, dem sich Zachs Nachfolger Greg Poss und Uwe Krupp anschlossen.

Jetzt holte Krupp den mittlerweile 35-Jährigen doch zurück in die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), weil er mit 24 Toren und 63 Vorlagen als zweiter Deutscher nach Mark Mackay 1997/98 die meisten Scorerpunkte in der DEL sammelte - und weil immer mehr Stimmen eine Chance für Hock forderten.

"Was er für uns bringen kann, sehen wir erst, wenn er für uns spielt", sagte Krupp vor den ersten beiden WM-Testspielen heute und am Freitag (20 Uhr) in München gegen Finnland.

Der Bundestrainer hatte noch im Februar Bedenken geäußert, als er Hock nicht zum Vierländerturnier nominierte: "Er hat seine Stärken in der Offensive und wird uns defensiv nicht helfen." Doch die bislang beste Saison in Hocks Karriere überzeugte Krupp, ihm zumindest eine Chance zu geben. Die soll er an der Seite seines kongenialen Iserlohner Partners Michael Wolf nutzen, der dank seiner Zuspiele als erster Deutscher seit Dieter Hegen 1991/92 mit 44 Treffern Torschützenkönig im Eishockey-Oberhaus wurde.

Krupp: "Nicht mehr viele Möglichkeiten, Spieler auszuprobieren"

"Wenn er mit ihm zusammen effektiv spielt, hat er keine schlechten Chancen", sagte Krupp, der bis zum Beginn der Weltmeisterschaft (2. bis 18. Mai) nicht viel Zeit zum Experimentieren hat. "Wir sind jetzt im Endspurt, da gibt es nicht mehr so viele Möglichkeiten, Spieler auszuprobieren", sagte der frühere NHL-Star.

Den Spielen gegen Finnland, bei der WM der erste Vorrundengegner, folgen Tests am 19. und 21. April in Crimmitschau und Dresden gegen Weißrussland sowie die Generalprobe am 25. April in Bietigheim gegen Dänemark.

Nicht mehr testen muss Krupp einen weiteren Rückkehrer. Ex-Kapitän Stefan Ustorf, der nach der erfolgreichen B-WM 2006 seinen Rücktritt erklärt hatte, steht für ein Comeback bereit. "Wenn ich gebraucht werde, bin ich da", sagte der Berliner, der mit 20 Toren und 33 Assists seine beste DEL-Saison verbuchte und derzeit mit den Eisbären im Play-off-Halbfinale steht.

"Er ist einer der besten deutschen Spieler, international erfahren, eine Führungsfigur", lobte Krupp: "Bei ihm weiß ich, was ich bekomme. Er ist auf jeden Fall eine Bereicherung für uns."

Teilnahme der NHL-Profis offen

Wen er aus der NHL als Verstärkung für sein WM-Team bekommt, weiß Krupp dagegen noch nicht genau. Jochen Hecht, der mit den Buffalo Sabres die Play-offs verpasste, sagte wegen einer Handverletzung ab. Mit Dennis Seidenberg, mit den Carolina Hurricanes ebenfalls schon ausgeschieden, wollte der Bundestrainer noch sprechen. Alle anderen NHL-Legionäre sind vorerst in der Meisterrunde beschäftigt. "Sie haben ihre grundsätzliche Bereitschaft erklärt", berichtete Krupp.

© SID

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