Eishockey Nationalmannschaft
Uwe Krupp zufrieden: "Die Reise hat sich gelohnt"

Überraschend stark präsentierte sich die Eishockey-Nationalmannschaft in Tschechien. Trainer Uwe Krupp durfte sich über einen 4:2-Sieg freuen. Jason Holland, Robert Müller, Sascha Goc und Andreas Renz waren die Gewinner.

Erst bejubelten die Deutschen ein 4:2, dann gewannen die Tschechen ihrerseits mit 4:2 - mit einem historischen Sieg und einer alltäglichen Niederlage ist die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft überraschend stark in die neue Saison gestartet und hat die Kritiker vorerst zum Schweigen gebracht. "Diese Reise hat sich auf jeden Fall gelohnt", bilanzierte Bundestrainer Uwe Krupp nach den zwei Duellen gegen den elfmaligen Weltmeister Tschechien: "Die Mannschaft hat wieder eine wichtige Lektion gelernt."

Dabei bezog der 42-Jährige die Niederlage im zweiten Duell innerhalb von 24 Stunden als wichtigen Teil des Lernprozesses seines jungen Teams mit ein. "In solchen Spielen sieht man, ob eine Mannschaft zusammengewachsen ist. Wenn es nicht so optimal läuft und die Müdigkeit dazukommt, zeigt sich, wer weiter in der Lage ist, seinen Job zu machen."

Was Krupp in Karlsbad, wo der Deutsch-Kanadier John Tripp gegen deutlich aggressivere Tschechen beide Tore erzielte (16. und 58.), sah, gefiel ihm: "Die Spieler haben sich immer wieder gegenseitig unterstützt. Die Mannschaft ist zusammen da durchgegangen."

"Das Konzept noch besser verinnerlicht"

So zog der Bundestrainer nach den umstrittenen beiden Länderspielen mitten in der heißen Vorbereitungsphase der Klubs der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) eine rundum positive Bilanz. "Die Spieler haben unser Konzept noch besser verinnerlicht und verstanden als letztes Jahr. Die Jungs haben es jetzt so drauf, wie ich mir das vorstelle."

Aus der DEL war Kritik am Zeitpunkt der Testspielreise laut geworden. "Wir haben diese zwei Spiele gebraucht, weil wir erst wieder im November zum Deutschland-Cup zusammenkommen", entgegnete Krupp mit Blick auf den nächsten Schritt zur WM in Kanada (2. bis 18. Mai 2008).

Gewinner der Reise, die mit dem ersten Sieg in Tschechien in der 96-jährigen Länderspielgeschichte am Mittwoch ihren Höhepunkt hatte, waren ein Neuling und drei Rückkehrer. Der Deutsch-Kanadier Jason Holland vom ERC Ingolstadt feierte ein gelungenes Debüt und darf wiederkommen. "Er ist eine Bereicherung für unsere Mannschaft", lobte Krupp den 31-Jährigen, dessen Großvater einst in Nürnberg lebte: "Er ist ein ganz solider Zwei-Wege-Verteidiger, der Tore schießen kann und in der Defensive kaum Fehler macht." Immerhin hat Holland, der in zwei DEL-Spielzeiten immerhin 22 Treffer erzielte, 81 NHL-Spiele auf dem Buckel.

Chemotherapie ist abgeschlossen

Ihren Wert für die Nationalmannschaft unterstrichen einmal mehr Torhüter Robert Müller sowie die Verteidiger Sascha Goc und Andreas Renz, die bei der WM in Russland vor vier Monaten gefehlt hatten. Müller, dessen Chemotherapie nach der Entfernung eines bösartigen Hirntumors abgeschlossen ist, glänzte beim 4:2-Sieg in Usti. "Er hat da angeknüpft, wo er vor seiner Erkrankung aufgehört hatte", urteilte Krupp. Goc und Renz, die im Frühjahr verletzt ausgefallen waren, meldeten sich ebenfalls eindrucksvoll zurück: "Sie haben eine wichtige Funktion in der Mannschaft."

Auch wenn sich sein Team gegen Tschechien als gleichwertiger Gegner präsentierte, verliert Krupp nicht den Blick für die Realität. "Wir dürfen nicht vergessen, dass wir nach wie vor zwischen Platz zehn und 14 in der Welt liegen", betonte der Bundestrainer: "Das wird auch noch einige Zeit dauern, bis sich das ändert."

© SID

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