Eishockey NHL
Ehrhoff und Goc träumen von Stanley-Cup-Triumph

In Christian Ehrhoff und Marcel Goc von den San Jose Sharks haben ab heute zwei Deutsche in den NHL-Play-offs gute Chancen, mit einem Triumph in Uwe Krupps Fußstapfen zu treten.

13 Jahre nach seinem goldenen Schuss zum Stanley-Cup-Triumph der Colorado Avalanche sieht Uwe Krupp endlich einen Nachfolger. Der einzige Deutsche, der jemals die begehrteste Eishockey-Trophäe der Welt gewann, traut zwei jungen Landsleuten das gleiche Kunststück zu: Christian Ehrhoff und Marcel Goc, die mit Vorrundensieger San Jose Sharks als Mitfavoriten in die NHL-Play-offs starten.

"Sie sind Titelanwärter, sie können das Ding gewinnen", sagt der Eishockey-Bundestrainer, der am 10. Juni 1996 in der dritten Verlängerung des vierten Finalspiels gegen die Florida Panthers das 1:0-Siegtor erzielte.

Beim Krupp-Tor am TV-Gerät

Als Krupp damals der wichtigste Treffer seiner Karriere gelang, sah Ehrhoff zu. "Ich war vor Beginn der Verlängerung ins Bett gegangen. Als ich morgens zur Schule musste, machte ich den Fernseher wieder an, und das Spiel lief immer noch", erinnert sich der 26-Jährige, "und dann fiel das Tor."

Seitdem träumt der Verteidiger davon, selbst der umjubelte Held in einem Stanley-Cup-Finale zu sein. "Solche Szenen geht man im Kopf immer wieder durch, man sieht sich selbst so ein Tor schießen", sagt der Nationalspieler, der 2003 mit den Krefeld Pinguinen deutscher Meister war.

"Sind in allen Bereichen sehr stark besetzt"

Seit seinem Wechsel zu den Sharks vor sechs Jahren hat er sich zu einem Leistungsträger entwickelt, sein Klub inzwischen zu einem echten Titelfavoriten. "Wir haben eine sehr ausgeglichene Mannschaft und sind in allen Bereichen sehr stark besetzt", sagt Ehrhoff, der bei den Kaliforniern mittlerweile 2,75 Mill. Dollar im Jahr verdient: "Und wir haben diesmal viel Erfahrung im Team, einige Spieler, die den Cup schon mal gewonnen haben."

Einer von ihnen ist der schon 43-jährige Claude Lemieux, 1996 Krupps Teamkollege und schon zuvor mit den Montreal Canadiens (1986) und den New Jersey Devils (1995) Stanley-Cup-Sieger. "Er weiß, wie man gewinnt, und sagt es uns", berichtet Ehrhoff, der in der abgelaufenen Hauptrunde mit acht Toren und 34 Assists eine persönliche Bestmarke aufstellte.

"Schwerer Brocken" zum Auftakt

Am Donnerstag beginnt für den gebürtigen Moerser und Stürmer Goc die Jagd nach dem Cup. Erster Gegner im Achtelfinale sind die Anaheim Ducks, der Meister von 2007. "Das ist gleich ein schwerer Brocken", sagt Ehrhoff.

Während seine Nationalmannschaftskollegen in Kalifornien in die heiße Phase der Saison gehen, muss Marco Sturm tatenlos zuschauen. Der 30-Jährige kann nach einer Knie-Operation seinen Boston Bruins nur noch die Daumen drücken, aber nicht mehr selbst ins Geschehen eingreifen. Die "Braunbären", in der Vorrunde nur einen Punkt schlechter als San Jose, spielen ab Donnerstag gegen NHL-Rekordmeister Montreal.

Auch Seidenberg noch im Rennen

Die deutschen Farben in den NHL-Play-offs vertritt auch noch Verteidiger Dennis Seidenberg. Der 27-Jährige trifft mit den Carolina Hurricanes auf die New Jersey Devils mit Rekord-Goalie Martin Brodeur. Bereits beendet ist die Saison für die anderen deutschen Legionäre: Christoph Schubert (Ottawa Senators), Jochen Hecht (Buffalo Sabres), Alexander Sulzer (Nashville Predators) und Olaf Kölzig (Toronto Maple Leafs) verpassten die Play-offs.

© SID

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