Eishockey NHL
NHL bittet am Neujahrstag zum Open-Air-Spektakel

Wenn Chicago und Detroit an Neujahr unter freiem Himmel ihre Kellen kreuzen, erhofft sich die NHL neben einer tollen Kulisse im Wrigley Field endlich mal wieder gute TV-Quoten.

Am Neujahrstag träumt die nordamerikanische Eishockey-Profiliga NHL von guten alten Zeiten. Weil Eishockey in den USA kaum noch Fans vor die Bildschirme lockt, schickt die Liga zum Jahreswechsel in Chicago erneut zwei ihrer besten Teams zum Duell unter freiem Himmel aufs Eis. Die zweite Auflage des "Winter Classics" soll in Amerika die Werbetrommel für die NHL rühren, die angesichts der Finanzkrise ums Überleben kämpft.

Dieses Mal tritt Stanley-Cup-Sieger Detroit Red Wings bei den seit neun Spielen ungeschlagenen Chicago Blackhawks an. Die Organisatoren hoffen, mit dem Spitzenspiel erstmals seit 1996 wieder mehr als fünf Prozent der US-Zuschauer für die schnellste Mannschaftssportart der Welt begeistern zu können.

Spiel binnen Stunden ausverkauft

Da Nostalgie auch jenseits des Atlantiks zieht, werden die Spieler am Donnerstag in historischen Trikots auflaufen. Auch die Austragungsstätte des Freiluftspektakels lässt Sportfans mit der Zunge schnalzen. Gespielt wird im Baseball-Stadion Wrigley Field. Das ist einer der berühmtesten Ballparks des Landes, in dem die Chicago Cubs seit zwei Jahrzehnten mit schöner Regelmäßigkeit ein "Ausverkauft" melden.

Die Marketingmasche scheint wie bereits im vergangenen Jahr zu funktionieren, als die Pittsburgh Penguins mit 2:1 bei den Buffalo Sabres vor 71 217 Zuschauern gewannen. Die 41 000 Karten für den eisigen Showdown in der "Windy City" waren binnen Stunden vergriffen. "Es ist ein Traum. Zwei großartige Mannschaften, ein volles Haus und ein legendäres Stadion", meinte Sam Flood vom Fernsehsender NBC, der mit 50 Kameras - darunter eine in einem über der Spielstätte kreisenden Flugzeug - für Superlative sorgt.

NHL-Klubs in finanziellen Nöten

Ob sich NBC allerdings langfristig auf jene Zeiten besinnt, als Eishockey im Konzert der Großen eine Rolle spielte, darf bezweifelt werden. Beim Kabelsender Versus erreichen die Zuschauerzahlen oft nicht einmal den siebenstelligen Bereich. Folgerichtig erwarb der Sender die Übertragungsrechte für 72,5 Mill. Dollar pro Jahr - Peanuts verglichen mit etwa drei Mrd. Dollar, die die National Football League NFL jährlich kassiert.

Dabei ist die NHL mehr denn je auf eine Einnahmensteigerung angewiesen. Laut Experten kämpfen etwa 20 der 30 Klubs gegen den finanziellen Ruin. Nur wenn es gelingt, ein größes Stück vom hart umkämpften US-Markt zu ergattern, kann die NHL in ihrem jetzigen Format überleben.

So wurde vor dem insgesamt 701. Aufeinandertreffen von Chicago und Detroit jedes kleinste Detail werbewirksam ausgeschlachtet. Als die Eismaschine bei der Ankunft vom Laster fiel, unterbrachen sämtliche TV-Stationen Chicagos ihr Programm, um live über das "Desaster" zu berichten. Selbst das Wetter scheint mitzuspielen. Für Donnerstag klingt die Prognose mit Null Grad und trockenem Wetter vielversprechend.

Bei WM-Eröffnungsspiel den Zuschauerrekord im Visier

Wetterunabhängig ist dagegen dank ihres Daches die Schalker Arena, die im Jahr 2010 bei der WM in Deutschland nicht nur Austragungsort des Eröffnungsspiels sein soll. Das WM-OK rechnet bei 76 000 Fans mit einem Zuschauer-Weltrekord. Für die bisherige Bestmarke sorgten 74 554 Zuschauer, die im Oktober 2001 die College-Partie zwischen den Uni-Teams von Michigan und Michigan State im Football Stadium von Lansing verfolgt hatten.

© SID

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