Eishockey NHL
NHL-Saisonstart: Ehrhoff träumt vom Stanley Cup

Nach dem großen Erfolg mit der Nationalmannschaft bei der WM im Mai will Christian Ehrhoff nun in der NHL den Stanley Cup gewinnen - als zweiter Deutscher nach Uwe Krupp.

Im Mai schrieb er in der alten Heimat mit der Nationalmannschaft WM-Geschichte, jetzt will Christian Ehrhoff im Eishockey-Mutterland Historisches erreichen. 15 Jahre nach dem goldenen Schuss von Uwe Krupp will der 28-Jährige als zweiter Deutscher den Stanley Cup gewinnen. "Das ist mein Ziel, es wäre der absolute Höhepunkt", sagt der Verteidiger der Vancouver Canucks vor dem NHL-Saisonstart.

Den Triumph des heutigen Bundestrainers verfolgte Ehrhoff 1996 daheim am Fernseher - zumindest teilweise. "Ich war vor Beginn der Verlängerung ins Bett gegangen. Als ich morgens zur Schule musste, habe ich den Fernseher wieder angemacht und das Spiel lief immer noch", erinnert sich der Nationalspieler: "Und dann schoss Uwe das entscheidende Tor."



"Wir gehören zu den Favoriten"

Seitdem träumt Ehrhoff, der 2003 mit den Krefeld Pinguinen deutscher Meister war, von einem ähnlichen Erlebnis. Nachdem er in der vergangenen Saison schon im Viertelfinale ausschied, glaubt er dieses Mal an seine Chance: "Wir gehören zu den Favoriten, die ohnehin gute Mannschaft ist noch einmal verstärkt worden."

Kräftig auf dem Eis gefeiert hat Ehrhoff in diesem Jahr schon. Der aktuell stärkste der sieben deutschen NHL-Profis führte die DEB-Auswahl bei der Heim-WM ins Halbfinale und damit zum besten Ergebnis seit 57 Jahren. "Ich habe im Sommer öfter daran gedacht, vor allem daran, was passiert wäre, wenn wir auch noch im Halbfinale gewonnen hätten." Die DEB-Auswahl verlor nach einem grandiosen Spiel 1:2 gegen das russische Starensemble um Alexander Owetschkin. "Aber auch so war es die beste Leistung einer deutschen Mannschaft, ich bin stolz, dabei gewesen zu sein", sagt Erhoff.

Chancen auf den Stanley Cup dürfen sich auch Marco Sturm und Dennis Seidenberg ausrechnen. Das deutsche Duo zählt mit den Boston Bruins zu den Mitfavoriten. "Die Erwartungen sind zu Recht hoch, denn wir haben eine gute Mannschaft und wollen den Cup", sagt Verteidiger Seidenberg.



Sturm nach Kreuzbandriss noch nicht wieder fit

Sein Nationalmannschaftskollege Marco Sturm muss beim Saisonstart am Samstag und Sonntag in Prag gegen die Phoenix Coyotes noch zuschauen. Nach dem Kreuzbandriss am 1. Mai rechnet der 32-Jährige erst Ende des Jahres mit seiner Rückkehr aufs Eis. "Ich bin voll im Zeitplan", sagt der Bayer, der in seine 13. NHL-Saison geht.

Nur Außenseiter im Rennen um die begehrteste Eishockey-Trophäe der Welt ist der momentan bestbezahlte deutsche NHL-Profi. Jochen Hecht, mit 3,8 Mill. Euro im Jahr entlohnt, fehlen bei den Buffalo Sabres die hochkarätigen Mitspieler. Auch wenn Trainer Lindy Ruff höchste Ziele formuliert hat: "Das Team ist talentiert genug, um den Titel mitzuspielen."

Deutlich bescheidener sind die Nashville Predators mit Marcel Goc und Alexander Sulzer. "Für uns sind wieder die Play-offs das Ziel", sagt Goc, Kapitän der deutschen Eishockey-Helden im Mai.



Ex-Kölner Thomas Greiss droht die Reservistenrolle

Um seinen Job bangen muss dagegen Thomas Greiss. Der Nationaltorwart bekam bei den San Jose Sharks die beiden Finnen Antti Niemi und Antero Niittymäki vorgesetzt. Beim Testspiel in Mannheim gegen die Adler musste der Ex-Kölner auf die Tribüne, einen Wechsel noch vor dem Saisonstart in Schweden gegen die Columbus Blue Jackets wollte er nicht ausschließen.

Vorerst nur als Zuschauer verfolgen Marcel Müller, Korbinian Holzer und Dennis Endras die NHL. Stürmer Müller und Verteidiger Holzer konnten sich in der Vorbereitung bei den Toronto Maple Leafs noch nicht durchsetzen und wurden ins Farmteam Toronto Marlies in die AHL geschickt. Torhüter Endras, bei der WM zum besten Spieler gewählt, reist zwar zum Saisonauftakt der Minnesota Wild in Helsinki gegen die Carolina Hurricanes, sitzt aber nur auf der Tribüne und spielt in dieser Saison noch beim deutschen Vizemeister Augsburger Panther.



© SID

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