Eishockey NHL
NHL-Start erstmals in Europa

Die nordamerikanische Eishockey-Liga NHL wird heute mit der Partie zwischen den Anaheim Ducks und den Los Angeles Kings in ihre 90. Runde gehen. Erstmals in der langen NHL-Geschichte findet ein Ligamatch in Europa statt.

Der große silberne Pokal, der zurzeit vor der Tower Bridge in London aufgebahrt ist, sorgte bei den Besuchern für reichlich Verwunderung. "Ist das der Carling Cup? Und welche Mannschaft ist das?", fragten sich die Zaungäste. Es war nicht der FC Chelsea mit dem englischen Ligapokal, es waren die Anaheim Ducks, die mit dem Stanley Cup dorthin zurückkehrten, wo die berühmteste Eishockey-Trophäe der Welt vor 115 Jahren hergestellt worden war.

Als der Meister der nordamerikanischen Profiliga NHL mit dem Pokal in einem roten Doppeldeckerbus seine Tour durch die britische Hauptstadt fortsetzte, rätselten die Einheimischen noch immer, wer denn diese jungen Männer aus Übersee wohl seien. Auch wenn es in London kaum jemand bemerkt, starten die Eishockey-Stars aus Nordamerika heute ihre 90. Saison erstmals in Europa. In der London Arena, dem ehemaligen Millenium Dome, sollen die Ducks gegen ihren Lokalrivalen Los Angeles Kings heute und am morgigen Sonntag die Werbetrommel für die NHL auf dem alten Kontinent rühren.

"Ein Drittel unserer Spieler aus Europa"

"Das ist eine gute Gelegenheit, unseren Zeh ins Wasser zu tauchen", sagte NHL-Commissioner Gary Bettman, "schließlich kommt ein Drittel unserer Spieler aus Europa." Dass aus der Eishockey-Diaspora England nicht ein einziger NHL-Profi stammt, verschwieg der Liga-Boss lieber. Den 18-Stunden-Trip von Südkalifornien nach London machten die beiden Klubs nur, weil Kings-Besitzer Philip Anschutz auch die Arena gehört.

In den englischen Zeitungen ist der Besuch der Amerikaner kein Thema. Selbst Edward Stanley, der 19. Earl of Derby und der Urenkel von Lord Stanley, der 1 892 die heute berühmteste Eishockey-Trophäe stiftete, nahm die Einladung der NHL nicht an - keine Zeit. Die 17 500 Zuschauer fassende Arena ist dennoch zweimal ausverkauft, in nur zweieinhalb Wochen gingen alle Karten über den Tisch.

Besuch in London "ein Meilenstein"

Der Besuch in London soll ein erster Schritt sein, die NHL in Europa besser zu vermarkten. "Es ist ein Meilenstein", sagte Ken Yaffe, der Europa-Beauftragte der Liga. In Zukunft soll es weitere NHL-Punktspiele auf dem alten Kontinent geben, kündigte Yaffe an, möglicherweise könnte auch das All Star Spiel in Europa ausgetragen werden.

Geplant ist zudem ab 2009 der Victoria Cup, um den der Sieger der neuen europäischen Champions League gegen ein NHL-Team spielt. Ein möglicher Spielort für NHL-Auftritte in Europa wird Berlin mit seiner neuen Arena sein, die im Herbst 2008 eröffnet wird - nach Vorstellung ihres Besitzers Anschutz mit zwei NHL-Mannschaften.

"Es gibt natürlich bei den deutschen Großarenen Interesse, wenn die NHL künftig regelmäßig nach Europa kommen sollte", sagte Gernot Tripcke, Geschäftsführer der Deutschen Eishockey Liga (DEL), der am Wochenende am Rande der Spiele mit Yaffe und anderen NHL-Funktionären zusammentrifft.

Dabei will er nicht nur über einen möglichen Besuch der Nordamerikaner in Deutschland sprechen, sondern auch über die deutschen NHL-Profis. Die will Tripcke gerne als "Flaggschiffe" im DEL TV, dem Internetfernsehen der Liga, einsetzen: "Wenn sie in Deutschland präsenter sind, kommt das auch der NHL zugute."

© SID

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