Eishockey NHL
NHL startet in Europa in die neue Saison

Heute ist der Tag, auf den wahrscheinlich alle Eishockey-Fans der Welt gewartet haben. Die nordamerikanische NHL startet in ihre 91. Saison. Der Startschuss fällt dabei in Europa.

Die NHL erobert Europa: Wenn heute der Startschuss für die 91. Saison der weltbesten Eishockey-Liga wie schon im Vorjahr in Europa fällt, reiben sich die NHL-Macher die Hände. Weil die Vermarktung in der Heimat nahezu ausgereizt ist, expandiert die nordamerikanische Profiliga im Streben nach mehr Profit auf dem "alten Kontinent".

"Die NHL schaut sehr nach Europa. Sie will dort verstärkt präsent sein", sagte Bundestrainer Uwe Krupp dem Sport-Informations-Dienst (sid). Der frühere Stanley-Cup-Sieger zeigt dafür Verständnis: "Die NHL ist ein Business. Wenn sie gute Vermarktungschancen in Europa sehen, kann man ihnen das nicht übel nehmen."

Auftakt in Prag und Stockholm

In diesem Jahr duellieren sich die New York Rangers und Tampa Bay Lightning, das neue Team von Deutschlands Nationaltorhüter Olaf Kölzig, in Prag. In Stockholm spielen die Pittsburgh Penguins gegen die Ottawa Senators mit Christoph Schubert.

Die Eishockey-Fans in Übersee halten sich noch mit Kritik zurück, doch gibt es bereits Spekulationen über Pläne der Funktionäre, in absehbarer Zukunft eine eigene Division in Europa zu installieren. "Diese Gerüchte gibt es. Ob und wie schnell so etwas geht, wage ich nicht zu sagen", erklärte Krupp.

Ohne Frage sind Spiele nordamerikanischer Profi-Teams in Europa eine Attraktion. Die Saisoneröffnung im vergangenen Jahr zwischen den Los Angeles Kings und den Anaheim Ducks in London, wo vor 116 Jahren der Stanley Cup gefertigt wurde, war ein voller Erfolg. Insgesamt kamen 35 000 Fans zu den zwei Begegnungen. Selbst die Vorbereitungsspiele der NHL-Mannschaften wie der Test der Lightnings beim deutschen Meister Eisbären Berlin (4:1) vor 11 800 Zuschauern beweisen das enorme Vermarktungspotenzial.

Auf der Suche nach neuen Wegen

"Wir suchen immer nach neuen und spannenden Wegen, um unseren Fans Eishockey näherzubringen", meinte NHL-Commissioner Gary Bettman: "Ich weiß nicht, was als nächstes kommt. Aber wir wollen sicherstellen, dass wir bei neuen Events den richtigen Weg gehen."

Dieses Ziel hat sportlich gesehen auch Kölzig. Der Goalie tritt mit Tampa Bay hochmotiviert gegen die Rangers an. Nach 18 Jahren bei den Washington Capitals habe man ihn dort "im Regen stehen lassen", sagt der 38-Jährige: "Ich will den Leuten, die meine Fähigkeiten anzweifeln, das Gegenteil beweisen." Bundestrainer Krupp bewundert diese Einstellung: "Für Olaf ist das eine große Herausforderung. Ich kenne ihn als Coach und Mitspieler und weiß, dass er um seine Eiszeit kämpfen wird."

Auch Verteidiger Schubert hat reichlich Wut im Bauch, wenn er mit seinen Senators in Stockholm aufläuft. Die Penguins waren im vergangenen Jahr für Schubert und Co. Endstation in den Play-Offs. "Wir haben was gutzumachen", kündigte der gebürtige Münchner an.

Insgesamt haben acht deutsche Eishockey-Spieler einen festen Platz in einem NHL-Team. Nach Kölzig und Schubert greifen in der kommenden Woche auch Jochen Hecht (Buffalo Sabres), Marco Sturm (Boston Bruins), Christian Ehrhoff und Marcel Goc (beide San Jose Sharks) sowie Dennis Seidenberg (Carolina Hurricanes) in die neue Saison ein. Erstmalig dabei ist Verteidiger Alexander Sulzer im Kader der Nashville Predators.

© SID

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