Eishockey NHL
"Überlebenskampf" für Ehrhoff und Co. beginnt

Christian Ehrhoff will den Stanley-Cup, Jochen Hecht und Marco Sturm wieder durchstarten. In der NHL-Saison beginnt für zwölf deutsche Kufencracks der Kampf ums "Überleben".

Die Quantität stimmt, die Qualität soll folgen: Die Zahl der deutschen Eishockey-Profis in Übersee ist zwar mittlerweile auf zwölf gestiegen, doch zuletzt hat ihr Ruf in der nordamerikanischen Profiliga NHL etwas gelitten. Nach einem verkorksten Jahr mit vielen Verletzungen und sportlichen Rückschlägen gilt für die deutschen Kufencracks in der am Donnerstag beginnenden Olympiasaison mehr denn je der Überlebenskampf.

"Die Konkurrenz da drüben ist brutal. Du darfst dir keine Schwäche erlauben, sonst bist du draußen. Aber ich glaube fest an unsere Jungs, sie kommen aus dem Tief wieder heraus", sagt Bundestrainer Uwe Krupp dem Sport-Informations-Dienst (SID). Der frühere Weltklasse-Verteidiger, der 1996 Colorado Avalanche mit seinem entscheidenden Tor in der dritten Verlängerung zum Titel schoss, ist nach wie vor der einzige deutsche Stanley-Cup-Gewinner.

Ehrhoff hofft auf den großen Coup

Das soll sich laut Christian Ehrhoff bald ändern. Der Offensiv-Verteidiger wechselte von den San Jose Sharks zu den Vancouver Canucks und sieht darin seine Chance auf den großen Coup. "Ich will den Stanley Cup gewinnen. Hier in Vancouver habe ich alle Voraussetzungen dafür", meint der frühere Krefelder, der in der Vorsaison mit 42 Scorerpunkten als einer der wenigen deutschen Profis überzeugen konnte.

Auch Bundestrainer Krupp sieht den "Tapetenwechsel" positiv. "Die Canucks haben ihn wegen seiner Stärken verpflichtet, das macht selbstbewusst", erklärt Krupp und ergänzt: "Christian hat das Potenzial für den ganz großen Durchbruch."

Ein zusätzlicher Anreiz ist die Tatsache, dass das olympische Eishockey-Turnier quasi vor Ehrhoffs Haustür stattfindet. "Für Olympia braucht man zwar keine Extra-Motivation, aber es ist schon außergewöhnlich", sagt der Linksschütze.

Sturm ist wieder "heiß auf Eishockey"

An Motivation mangelt es auch den gestandenen Profis Marco Sturm und Jochen Hecht nicht. Sturm will nach seinem Kreuzbandriss, durch den er fast die komplette Saison verpasste, bei den Boston Bruins wieder voll angreifen: "Ich bin heiß auf Eishockey. Mein Knie ist wieder hundertprozentig in Ordnung." Der Mannheimer Hecht steht bei den Buffalo Sabres nach einer für seine Qualitäten schwachen Saison mit nur 27 Scorerpunkten ebenfalls unter Zugzwang.

Marcel Goc (von San Jose zu den Nashville Predators) und Dennis Seidenberg (von den Carolina Hurricanes zu den Florida Panthers) stehen bei ihren neuen Klubs unter Druck, sich beweisen zu müssen. Verteidiger Christoph Schubert droht nach einem schwachen letzten Jahr bei den Ottawa Senators die Tribüne.

Sulzer vor dem Durchbruch

Positiv gestimmt geht dagegen Alexander Sulzer, der in der vergangenen Spielzeit wegen des Verletzungspechs nur auf zwei NHL-Einsätze gekommen war, in die neue Saison. Der Profi der Nashville Predators steht laut Bundestrainer Krupp vor dem Durchbruch: "Er wird seine Chancen bekommen und sie nutzen."

Neben den sieben etablierten deutschen Spielern hofft ein Quintett auf den Sprung in die NHL-Kader. Gute Chancen hat Torhüter Thomas Greiss bei den San Jose Sharks. Goalie Timo Pielmeier, Robert Dietrich, Felix Schütz und Philip Gogulla werden sich zunächst in den Farmteams für NHL-Einsätze anbieten müssen.

© SID

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