Eishockey NHL
Vier deutsche Kufencracks greifen nach Stanley Cup

Wenn heute die Play-offs um den Stanley Cup in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL beginnen, sind vier deutsche Spieler im Kampf um den Titel dabei. Größte Chancen hat Jochen Hecht mit den Buffalo Sabres.

Elf Jahre nach dem "goldenen Schuss" von Uwe Krupp wollen vier deutsche Eishockey-Profis in die Fußstapfen des heutigen Bundestrainers treten. Jochen Hecht mit Vorrundensieger Buffalo Sabres, Christian Ehrhoff und Marcel Goc mit den San Jose Sharks sowie Christoph Schubert mit den Ottawa Senators greifen in den NHL-Play-offs ab Mittwoch nach dem Stanley Cup. Die begehrteste Eishockey-Trophäe der Welt hat Krupp, der 1996 die Colorado Avalanche in der dritten Verlängerung zum Titel schoss, als bislang einziger Deutscher gewonnen.

Sein Nachfolger könnte der Ex-Mannheimer Hecht werden. "Buffalo hat die beste Mannschaft mit starker Offensive, Tempo ohne Ende, viel Kreativität und einem sehr guten Torwart", sagt Krupp, der Hecht bescheinigt, "einer der stärksten Spieler" bei Buffalo zu sein. Der 29 Jahre alte Stürmer, der mit 19 Toren und 37 Assists seine erfolgreichste Saison bestritt, hat deshalb auch nur ein Ziel: "Es zählt nur der Stanley Cup, alles andere wäre eine Enttäuschung."

Sabres zum Auftakt gegen New York Islanders

Für die "Säbel", mit 113 Punkten bestes Team der NHL und erstmals in der Klubgeschichte Gewinner der Presidents" Trophy, beginnen die Play-offs am Donnerstag gegen den Vorrunden-Achten New York Islanders. "Jochen hat von allen Deutschen die besten Chancen auf den Cup", meint Krupp, der zu Beginn seiner NHL-Karriere in Buffalo an der Seite des heutigen Sabres-Trainer Lindy Ruff verteidigte: "Es ist eine junge Mannschaft über Jahre hinweg aufgebaut worden, jetzt ist das Puzzle zusammengefügt."

Die klobige Silbertrophäe haben auch Ehrhoff und Goc mit San Jose vor Augen. "Wir haben große Ziele, wir wollen den Pott gewinnen", sagt Verteidiger Ehrhoff, der bei den Kaliforniern in seiner dritten NHL-Saison zum Stammspieler gereift ist. "Er hat das Zeug, ein All-Star zu werden", lobt Krupp, der 2002 noch einmal mit den Detroit Red Wings Meister wurde, und traut dem Ex-Krefelder eine Karriere wie seine eigene zu: "Er hat in der Offensive enorme Wirkung, macht viele Punkte. Wenn er noch drei Tore mehr schießt, ist er besser als ich."

Der 24-jährige Ehrhoff verbuchte mit zehn Treffern und 23 Vorlagen seine mit Abstand beste Bilanz, Krupp erreichte 1990/91 mit Buffalo mit zwölf Toren und 32 Assists die beste Saisonmarke seiner 15-jährigen NHL-Laufbahn. Für Ehrhoff und Mittelstürmer Goc, der nur eine durchwachsene Saison spielte, könnte allerdings schon in Runde eins Endstation sein. Denn ab Mittwoch sind die Nashville Predators, die zum erweiterten Favoritenkreis gehören, erster Gegner. Ob er nach einem frühen Play-off-Aus mit der Nationalmannschaft zur WM in Russland fliegt, lässt Ehrhoff noch offen: "Daran habe ich noch keinen Gedanken verwendet, unser Fokus ist der Stanley Cup."

Kanadier warten seit 1993 auf einen Titel

Eine besondere Beziehung zu dem 114 Jahre alten Pokal haben die Kanadier, die ihn seit dem letzten Triumph der Montreal Canadiens 1993 nicht mehr gewonnen haben. Deshalb sind in Ottawa die Erwartungen besonders hoch. "Die Leute wollen unbedingt den Titel", sagt Verteidiger Schubert, der sich in seiner zweiten NHL-Spielzeit einen Platz im "Sens"-Kader erkämpft hat - meist allerdings als Aushilfsstürmer.

"Schubi", wie der Münchner auch von seinen kanadischen Kollegen genannt wird, bekommt es im Achtelfinale mit dem neuen Superstar der Liga zu tun. Sidney Crosby, mit 120 Punkten erstmals Scorerkönig und schon als neuer Wayne Gretzky gefeiert, ist mit den Pittsburgh Penguins ab heute der erste Gegner. "Wir haben das Talent und das Mannschaftsgefüge, um den Cup zu holen", glaubt Schubert.

© SID

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