Eishockey Olympia
DEB-Team träumt von Olympia in Vancouver

Ab 19.30 Uhr zählt für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft nur noch eines: Zum Auftakt der Olympia-Qualifikation in Hannover soll für das Team von Uwe Krupp ein Sieg her.

Vor dem wichtigsten Turnier des Jahres träumen zwei deutsche Eishockey-Nationalspieler von einem ganz besonderen Erlebnis - Olympia vor der eigenen Haustür. Die Deutsch-Kanadier Richard Mueller und Sven Butenschön haben die Olympischen Spiele 2010 in ihrer Heimatstadt Vancouver vor Augen, wenn sie mit ihren Teamkollegen ab heute in Hannover zur Qualifikation aufs Eis gehen.

"Es wäre phantastisch, wenn ich zu Hause vor meiner Familie und meinen Freunden bei Olympia spielen könnte", sagt Stürmer Mueller von den Hamburg Freezers, der im Sommer mit seiner Freundin Erica in Vancouver lebt: "Alle meine Freunde werden Deutschland anfeuern." Und Verteidiger Butenschön von den Mannheimer Adlern, der ebenfalls in der Stadt am Pazifik heimisch geworden ist, pflichtet bei: "Olympia vor meiner Haustüre wäre das Größte."

Gegen Japan, Österreich und Slowenien

Drei Spiele trennen die beiden noch von ihrem ganz besonderen Olympia-Traum. Beim Qualifikationsturnier in Hannover muss sich die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) heute (19.30 Uhr) gegen Japan, am Samstag (15.30 Uhr/live im DSF) gegen Österreich und am Sonntag (17.00 Uhr/live im DSF) gegen Slowenien als Gruppensieger durchsetzen, um die Vancouver-Tickets zu lösen.

"Es wird nicht leicht, aber wir haben die Qualität, es zu schaffen", sagt Mueller, der zuletzt mit fünf Toren in sechs DEL-Spielen für Furore sorgte. Der pfeilschnelle Außenstürmer, dessen Vater Maximilian Müller einst aus der Nähe von Augsburg nach Kanada auswanderte und das "ü" im Namen in ein "ue" umwandelte, hat Bundestrainer Uwe Krupp nicht nur wegen seiner vier Treffer in den ersten vier Länderspielen überzeugt. "Er hat einen unheimlichen Speed und bekommt Scheiben, die niemand sonst erreicht", lobt der ehemalige NHL-Profi den 26-Jährigen, der seit zwei Jahren einen deutschen Pass hat und seit Saisonbeginn für die DEB-Auswahl spielberechtigt ist.

Ganz andere Eigenschaften zeichnen Butenschön aus, der in Itzehoe geboren ist und im Alter von zwei Jahren mit seinen Eltern nach Kanada auswanderte. "Er stabilisiert unsere Abwehr", sagt Krupp und lobt auch die offensiven Qualitäten des 32-Jährigen, der die Erfahrung von 140 NHL-Spielen hat: "Er wird bei uns viel Überzahl spielen."

Langer Weg für Butenschön

Butenschön musste lange auf seine ersten Spiele für Deutschland warten. "Ich hatte immer im Hinterkopf, für mein Mutterland zu spielen", sagt der Verteidiger. Doch weil er auch die kanadische Staatsbürgerschaft besitzt, musste er erst zwei Jahre in der DEL aufs Eis gehen, ehe er das DEB-Trikot beim Deutschland-Cup im vergangenen November erstmals überziehen durfte. Zwar hatte er 2004/05 schon einmal während des NHL-Arbeitskampfes in Mannheim gespielt, war danach aber noch einmal nach Kanada zurückgekehrt. Nach einem unbefriedigenden Jahr bei den Vancouver Canucks war die NHL-Karriere jedoch endgültig beendet.

Weiter gewachsen ist die Fraktion der Deutsch-Kanadier, zu der auch der Hamburger John Tripp und der Iserlohner Chris Schmidt gehören, durch die überraschende Nominierung von Stürmer Travis James Mulock. Der Topscorer des Zweitliga-Spitzenreiters Tölzer Löwen, in Langley in der Nähe von Vancouver geboren, will ebenfalls das Ticket in die Heimat lösen. "Er ist sehr vielseitig und läuferisch stark", lobt Krupp.

© SID

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