Eishockey-Team kämpft um Anerkennung
Im Angesicht der sicheren Niederlage

Die ersten Gegner der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft sind gleich ziemlich harte Brocken: Tschechien und Kanada sind die Topfavoriten auf Gold. Die ersten beiden Spiele also sind nicht das Problem des deutschen Teams. Man wird sie verlieren. Schon eher sorgt Bundestrainer Krupp sich um die kurze Vorbereitungszeit und den allgemeinen Niveaumangel der Spieler.

HB TURIN. Der Fahrservice zwischen dem olympischen Dorf und dem Aeroporto Sandro Pertini im Vorort Caselle hat noch einmal für zwei Tage Hochkonjunktur. Während alle übrigen Athleten längst ihre Quartiere bezogen haben, treffen die Eishockeyprofis mehrheitlich erst jetzt in Turin ein.

Diejenigen, die wie der Großteil der deutschen Mannschaft frühzeitig anreisten, gehören zur zweiten Garnitur. Das Gros der Besten spielte bis zum Wochenende in der nordamerikanischen Profiliga NHL, die erst so spät wie möglich ihren Spielbetrieb unterbrach, um ihren Spielern zum dritten Mal nach 1998 und 2002 die Teilnahme an Olympia zu ermöglichen.

Auch der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) durfte Fahrer zum Flughafen bestellen um NHL-Stars abzuholen. Aber es waren weniger Plätze nötig, als erhofft: Torhüter Olaf Kölzig, die Verteidiger Christian Ehrhoff, Christoph Schubert und Dennis Seidenberg sowie Mittelstürmer Marcel Goc sind morgen auf dem Eis, wenn das deutsche Team gegen Weltmeister Tschechien in das Turnier startet. Schubert machte mit seiner Landung gestern Vormittag den Anfang, am Nachmittag folgte Kölzig. Das verbleibende Trio wird für heute Mittag erwartet.

Kommen alle heil an, muss Bundestrainer Uwe Krupp nach dem Düsseldorfer Verteidiger Marian Bazany noch zwei weiteren Spielern die Nachricht überbringen, dass sie zu Gunsten der Verstärkung aus der NHL ihre Zimmer im olympischen Dorf wieder räumen müssen.

Es hätten noch mehr sein sollen. Doch mit Jochen Hecht (Innenbandanriss) und Marco Sturm (Schulter) sagten zwei Stürmer-Stars ab, von denen Krupp sich "den entscheidenden Kick" für das oft lahme deutsche Angriffsspiel versprochen hatte. "Wir sind eine bessere Mannschaft, wenn sie bei uns sind", räumt der Bundestrainer unumwunden ein, "doch das ist jetzt nicht der Fall, was schade ist für sie und für uns, aber mehr gibt es dazu nicht zu sagen."

Erst seit Mitte Dezember ist der 40-Jährige für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft an vorderster Front verantwortlich. Und Olympia ist gleich seine erste Dienstreise im neuen Amt. Die Vorbereitung darauf war kurz - und wenig erfolgreich. Nach einem 5:3-Sieg im All Star Game gegen eine Auswahl der besten Ausländer der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gingen die Spiel gegen Österreich (0:1) und Russland (1:3) jeweils verloren. Krupp jedoch nimmt nicht allein die Ergebnisse zum Maßstab, "sondern die Entwicklung, und die war durchweg positiv".

Auch die Gefahr, nach womöglich hohen Niederlagen in den ersten beiden Gruppenspielen gegen die Tschechen und Titelverteidiger Kanada demoralisiert zu sein vor den Schlüsselspielen gegen Italien und die Schweiz, in denen es um das Erreichen des Viertelfinales geht, sieht Krupp nicht: "Wir haben zwar eine junge, aber keine unerfahrene Mannschaft. Sie weiß, dass es realistisch ist, die ersten beiden Spiele zu verlieren."

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