Eishockey WM
Dank Spielpraxis bei Männern soll Rang sechs her

Die deutschen Eishockey-Frauen starten heute mit dem Spiel gegen die USA in die WM im chinesischen Harbin (4. bis 12. April). Mit Rang sechs soll das Ticket für Olympia 2010 her.

Nachdem sie sich in Männer-Mannschaften behauptet und damit mit vielen Vorurteilen aufgeräumt haben, soll nun die deutsche Frauen-Nationalmannschaft von den Erfahrungen profitieren. Bei der Eishockey-WM in Harbin/China (4. bis 12. April) zählen Spielerinnen wie Susann Götz oder die Torhüterinnen Jennifer Harß und Viona Harrer wegen ihrer Spielpraxis im Männerbereich zu den Hoffnungsträgerinnen. Das große Ziel ist der sechste Platz, mit dem der Olympia-Fünfte für die Weltrangliste genügend Punkte sammeln würde, um so gut wie sicher das Ticket für die Winterspiele 2010 in Vancouver zu lösen.

"Ich habe durch das Training mit den Männern viel gelernt. Das will ich unbedingt bei der WM zeigen", sagt Götz, die den Sprung in die Regionalligamannschaft von Fass Berlin geschafft hat. Die nur 1,64m große und 63kg schwere Angreiferin kam in dieser Saison immerhin auf vier Spiele und hat sich nach anfänglicher Skepsis bei ihren männlichen Kollegen schnell Respekt verschafft.

"Ich will bei den Männern keine Sonderbehandlung"

"Zuerst hatten meine Gegenspieler Angst, mich an die Bande zu checken oder davor, von mir düpiert zu werden. Aber das hat sich schnell gelegt. Ich bekomme keine Sonderbehandlung, und ich will auch keine", sagt die 25-Jährige. Durch das tägliche Kräftemessen sei sie robuster, passsicherer und schussstärker geworden.

Die Sportsoldatin, die dank einer Doppellizenz auch für die Eisladies des OSC in der Frauen-Bundesliga auf Torejagd geht, hofft, dass weitere Feldspielerinnen ihrem Beispiel folgen und den Sprung in untere Männer-Ligen wagen: "Wenn wir mit der Nationalmannschaft den Top-Klubs wie Kanada oder USA irgendwann Paroli bieten wollen, dann müssen wir uns mit den Männern messen."

Noch aber sind die beiden Eishockey-Großmächte leistungsmäßig meilenweit voraus, einzig auf der Torhüter-Position braucht Deutschland den Vergleich nicht zu scheuen. Vor allem, weil sich Jennifer Harß beim EV Füssen und Viona Harrer beim EC Bad Tölz in der Männer-Oberliga beweisen dürfen. "Beide sind sehr ehrgeizig und nur schwer zu überwinden", sagt Nationaltrainer Peter Kathan.

Die Schweiz muss geschlagen werden

Das zeigten sie auch beim 4:1 in der Generalprobe gegen Japan. In den Vorrundenspielen der Gruppe B gegen Vizeweltmeister USA am Freitag sowie einen Tag später gegen die Schweiz muss sich das junge und ersatzgeschwächte Team jedoch steigern. "Gegen die USA ist realistisch gesehen nichts drin. Das entscheidende Spiel ist das gegen die Schweiz. Die sind mit uns auf Augenhöhe", erklärt der Vater von DEG-Profi Klaus Kathan.

Sollte Deutschland diese Partie verlieren, droht die Abstiegsrunde. Der Top-Favorit auf den Titel ist Kanada. Der Olympiasieger gewann bislang von zehn möglichen WM-Titeln neun und verwies dabei stets die USA auf den Silberrang.

© SID

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