Eishockey WM
DEB-Auswahl verliert auch gegen Österreich

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei der WM in der Schweiz ihre Pleitenserie fortgesetzt. Mit dem 0:1 gegen Österreich verlor das Team auch das fünfte Spiel.

Mit einer historischen Pleite hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ihren steilen Sturzflug bei der WM in der Schweiz fortgesetzt. Das Team von Bundestrainer Uwe Krupp verlor mit 0:1 (0:0, 0:1, 0:0) erstmals seit 75 Jahren ein WM-Spiel gegen Österreich und steht nach fünf Niederlagen als sportlicher Absteiger fest. Nur die Gastgeberrolle bei der WM 2010 rettet die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) vor dem Gang in die Zweitklassigkeit.

"Wir bestimmen zum größten Teil das Spiel, aber wir schaffen es nicht, Tore zu schießen. Und wenn man keine Tore schießt, hat man Probleme, Spiele zu gewinnen", sagte der nicht mehr unumstrittene Krupp kurz angebunden. Stürmer Michael Wolf konnte die neuerliche Blamage nicht fassen: `Wir sind von Spiel zu Spiel verunsicherter. Jeder schiebt die Verantwortung weiter."

So schlecht wie in Bern schnitt die deutsche Mannschaft zuletzt bei der WM 1991 in Finnland ab, als sie ebenfalls die ersten fünf Spiele verlor und am Ende Letzter wurde. Gegen den Weltranglisten-16., den die DEB-Auswahl in der Olympia-Qualifikation im Februar in Hannover noch 2:1 geschlagen hatte, versagte erneut der Angriff. So reichte den Österreichern, die zuletzt bei der WM 1934 in Mailand gegen den großen Nachbarn gewonnen hatten (2:1), vor 3 828 Zuschauern ein einziges Tor durch Thomas Koch (28.).

Während Österreich am Montag (12.15 Uhr) in Zürich-Kloten gegen Dänemark um den Klassenerhalt kämpft, ist das letzte WM-Spiel der deutschen Mannschaft zeitgleich in Bern selbst für den Gegner ohne Belang: Aufsteiger Ungarn steht als Absteiger fest.

Der immer mehr in die Kritik geratende Krupp musste auf NHL-Verteidiger Christoph Schubert von den Ottawa Senators und den Ingolstädter Stürmer Yannic Seidenberg verzichten. Schubert, mit zwei Treffern für die Hälfte der Torausbeute in den ersten vier Spielen verantwortlich, war wegen einer Knieverletzung ebenso bereits am Samstagabend abgereist wie Seidenberg, der eine Schulterverletzung erlitten hatte. Für die beiden rückten Abwehrspieler Nikolai Goc (Hannover Scorpions) und Angreifer Patrick Hager (Krefeld Pinguine) ins Team.

Umstellung im Sturm ohne Erfolg

Der Bundestrainer stellte die Sturmreihen auf der Suche nach den richtigen Partnern für NHL-Profi Jochen Hecht erneut um. Diesmal spielte der Linksaußen der Buffalo Sabres neben Christoph Ullmann und Andre Rankel - die dritte unterschiedliche Formation für Hecht im fünften WM-Spiel.

Im Powerplay stellte Krupp Hecht sogar zu Michael Hackert und Michael Wolf aus dem bislang enttäuschenden Paradesturm - zunächst ohne Erfolg. Österreich hatte die besseren Chancen, und Torhüter Dimitri Pätzold verhinderte mit Paraden gegen Darcy Werenka (10.) und Roland Kaspitz (20.) einen frühen Rückstand.

Während Hecht weiter nur den Mitläufer gab, zeigte sein NHL-Klubkollege Thomas Vanek seine Klasse. Mit einem genialen Pass bereitete der 24-Jährige, mit 40 Treffern in dieser Saison der fünftbeste NHL-Torjäger, das 0:1 durch Koch vor.

Bezeichnend für die deutsche Offensivleistung war der direkte Gegenangriff: Wolf und Hackert tauchten nach einem Wechselfehler der Österreicher alleine vor dem Tor auf, spielten sich mit einem Doppelpass aber selber aus (29.). Auch im Schlussabschnitt gelang die erhoffte Wende nicht mehr.

Krupp stellt sich der Kritik

"Ich habe die Aufgabe 2005 übernommen, weil es eine Herausforderung war. Es ist immer noch eine Herausforderung", sagte Krupp nach der ersten WM-Pleite gegen Österreich seit 75 Jahren, die den sportlichen Abstieg der deutschen Nationalmannschaft besiegelte. Nur die Gastgeberrolle der WM 2010 bewahrt die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) vor dem Gang in die Zweitklassigkeit.

Obwohl der Frust riesig ist, aufgeben will der ehemalige Weltklasseverteidiger nach dem Debakel von Bern nicht. "Ich glaube an meine Spieler", sagte Krupp und ergänzte mit Blick auf die Kritik aus der Heimat an seiner Personalpolitik: "Es sind die richtigen Spieler hier. Ich sehe keinen in Deutschland, der uns hier helfen könnte."

Krupp steht beim Verband nicht zur Diskussion. "Ich habe riesigen Respekt vor ihm. Ein anderer hätte sich schon die Joggingschuhe geschnappt und wäre weggelaufen", erklärte DEB-Generalsekretär Franz Reindl: "Wir sehen das klare Konzept, das Uwe hat. Wir glauben an sein Konzept."

© SID

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