Eishockey WM
DEB-Manager Reindl hofft auf Traum-WM 2010

Viele Zuschauer, viele Tore und Eishockey-Euphorie in ganz Deutschland: So stellt sich Franz Reindl, Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), die WM 2010 vor.

Eine halbe Million Zuschauer, eine erfolgreiche Nationalmannschaft und eine Euphorie wie bei den Handballern: Die Heim-WM 2010 soll dem deutschen Eishockey einen neuen Schub geben. "Wenn wir einen herausragenden sportlichen Erfolg erzielen, dann können wir auch auf dieser Welle reiten", sagte Franz Reindl, Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) und Geschäftsführer des WM-OK, im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Damit die sechste Eishockey-WM in Deutschland ein Erfolg wird, hat der Bronzemedaillengewinner von 1976 schon drei Jahre vor dem ersten Bully wichtige Weichenstellungen vorgenommen. "Das Organisationskomitee ist gegründet, alle Verträge mit den Arenen, dem Ticketing und dem Weltverband sind schon abgeschlossen", erklärte Reindl. Anders als 2001 bei der letzten Heim-WM hat der DEB deutlich mehr Vorlaufzeit. "Damals mussten wir sehr viel improvisieren."

Ergebnisse von 2001 übertreffen

Die Ergebnisse von 2001 will Reindl in jeglicher Hinsicht übertreffen. "500 000 Zuschauer sind unser Ziel", formulierte der OK-Chef - auch mit Blick auf die 407 547 Fans, die vor sechs Jahren in die Arenen in Hannover, Köln und Nürnberg strömten. 2010 bieten die Kölnarena (18 500) und die Mannheimer Arena (13 500) zusammen für die 56 Turnierspiele vom 7. bis 23. Mai noch größere Kapazitäten. Deutlich überschreiten wollen die Organisatoren die Resonanz der Handball-WM, die in 92 Spielen über 300 000 Besucher zählten.

Bereits mit 350 000 verkauften Karten wäre der Etat ausgeglichen. Ohne sein Budget genau zu beziffern, nannte Reindl es "deutlich höher als 2001". Damals hatte der DEB mit einem Etat von umgerechnet sechs Mill. Euro geplant und am Ende einen Gewinn von einer Million Euro gemacht. Zudem hofft Reindl, dass die ARD, die bis 2008 die Fernsehrechte an den Eishockey-Weltmeisterschaften hält, bis 2010 weitermacht - damit die Live-Übertragungen nicht wie 2001 im Pay-TV verschwinden.

"Überzeugen und großartige Spiele zeigen"

Und auch sportlich soll möglichst mehr erreicht werden als 2001, als die DEB-Auswahl als Aufsteiger mit dem damaligen Trainer Hans Zach Platz acht belegte. "Die Mannschaft muss überzeugen und großartige Spiele zeigen", sagte Reindl und ergänzte: "Wir wollen nicht nur dabei sein." Ein konkretes Ziel will er aber erst formulieren, wenn bei der anstehenden WM in Russland (27. April bis 13. Mai) der Klassenerhalt geschafft ist: "Wir müssen nach dem Wiederaufstieg erstmal drin bleiben, das ist zunächst der wichtigste Schritt."

Hoffnungsträger für die WM 2010 ist Bundestrainer Uwe Krupp. "Er hat einen guten Namen und die Kraft, die Lokomotive zu ziehen", sagte Reindl. Der einzige deutsche Stanley-Cup-Sieger baut das aktuelle Team mit vielen jungen Spielern auch mit Blick auf die Heim-WM in drei Jahren auf. "Wir haben eine sehr junge Nationalmannschaft mit vielen aufstrebenden Talenten. Ich habe die Hoffnung, dass wir bis 2010 eine schlagkräftige Truppe zusammen haben", meinte Reindl.

Umdenken spürbar

Der DEB-Generalsekretär setzt auch auf die Unterstützung der Profiklubs in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), die 2001 noch weitgehend fehlte. "Es ist ein Umdenken spürbar", hat Reindl festgestellt, "es wird nicht mehr als erstes nach den Kosten gefragt, sondern nach gemeinsamen Zielen gesucht."

Bei einem Runden Tisch hatten sich vor zwei Wochen Vertreter der Ligen und des Verbandes auf gemeinsame Anstrengungen geeinigt, um die Situation des deutschen Eishockeys zu verbessern. So soll gemeinsam die Werbetrommel für die WM 2010 gerührt werden, die Nationalmannschaft soll mehr Zeit für Länderspiele gegen die Top Vier in Europa erhalten, zudem soll mehr Geld in den Nachwuchs investiert werden.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%