Eishockey WM
DEB nach "Chaos-WM" in der Kritik

Nach dem verpassten WM-Viertelfinale und vieler Querelen drumherum steht nun der DEB in der Kritik. Generalsekretär Franz Reindl soll entlastet werden. Die DEL will helfen.

Nach den Chaostagen bei der Weltmeisterschaft in Kanada muss sich der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) für sein mangelhaftes Krisenmanagement eine Menge Kritik gefallen lassen. Die Experten fordern daher Unterstützung für den zuletzt arg kritisierten DEB-Generalsekretär Franz Reindl. Und selbst die Deutsche Eishockey Liga (DEL) will nach dem erlittenen Imagesschaden helfen.

"Wir reichen dem DEB unsere ausgestreckte Hand. Wenn DEL-Manager bei der WM eh vor Ort sind, warum sollten diese dann nicht auf Honorarbasis beispielsweise Gegner scouten oder sich um Spielerpässe kümmern", sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke und sprach sich für eine bessere Aufgabenverteilung aus: "Franz Reindl ist neben seiner Funktion als Generalsekretär auch OK-Chef für die WM 2010 in Deutschland. Was soll er denn noch alles selber machen?"

Auch Thomas Eichin, Geschäftsführer von Vizemeister Kölner Haie, forderte Gespräche zwischen DEB und DEL, sparte aber zugleich nicht mit Kritik am Verband. "Ich habe einen guten Draht zu Reindl und halte ihn für einen sehr fähigen Mann. Die Außendarstellung durch den DEB war aber zuletzt eine absolute Katastrophe", meinte der ehemalige Fußball-Profi.

Gemeint ist der Fall um die verweigerte Dopingprobe von Florian Busch, die fehlende Spielberechtigung für Jason Holland sowie die Fanschelte durch Bundestrainer Uwe Krupp. All dies zusammen habe eine bessere Platzierung als Rang zehn verhindert, glaubt die deutsche Eishockey-Prominenz.

"Da hat sich der DEB im Krisenmanagement nicht professionell verhalten", erklärte auch Dieter Hegen. Laut dem ehemaligen DEB-Torjäger wäre die direkte Olympia-Qualifikation wohl ohne die "Randgeschichten" nicht verpasst worden: "Ich bin überzeugt, dass die Vorfälle Einfluss auf die Spieler gehabt haben. Die Niederlage gegen Norwegen wäre unter normalen Umständen nicht passiert." Neben dem 2:3 gegen die Skandinavier hatte es für das Krupp-Team in Halifax auch ein 1:10-Debakel gegen Gastgeber Kanada gegeben - die höchste WM-Pleite seit 22 Jahren.

Der frühere Natiolmannschaftskapitän Alois Schloder schlug derweil dem DEB die Schaffung eines neuen Postens vor: "Wären die Baustellen nicht gewesen, wäre das Erreichen des Viertelfinales möglich gewesen. Vielleicht sollten wir daher wie im Fußball einen Teammanager einführen. Ich könnte mir vorstellen, dass ein Mann wie Erich Kühnhackl eingebunden wird", sagte der olympische Bronzemedaillengewinner von 1976.

Sein damaliger Teamkollege und "Deutschlands Eishockeyspieler des Jahrhunderts" wollte sich zur Idee nicht näher äußern und drückte sich nur allgemein aus: "Reindl und Krupp würden sich vielleicht schon eine Entlastung wünschen, aber der Verband ist finanziell nicht auf Rosen gebettet", erklärte Kühnhackl.

Reindl zeigte sich unterdessen einsichtig: "Wer kritisieren will, soll es tun. Ich nehme die Schuld ja auf mich, mehr kann ich nicht tun", sagte der DEB-Generalsekretär dem Fachmagazin Eishockey News. Zugleich befürwortete der 53-Jährige, dass die Last auf mehr Schultern verteilt werden solle: "Wir brauchen sicher Verstärkung - aber eher in der Verbandszentrale, im Marketing."

© SID

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