Eishockey WM
Deutsche Kufencracks feiern B-WM-Auftakt nach Maß

Bundestrainer Uwe Krupp konnte mit seinen Schützlingen beim ersten Auftritt bei der B-WM in Amiens zufrieden sein. Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft schlug Israel deutlich mit 11:2 (6:0, 3:0, 2:2).

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei der B-WM im französischen Amiens einen deutlichen 11:2 (6:0, 3:0, 2:2)-Auftaktsieg über die Auswahl Israels gefeiert. Gegen den lange völlig überforderten Aufsteiger ließ es die Auswahl von Trainer Uwe Krupp erst im letzten Drittel nach klarer Führung etwas langsamer angehen.

Sascha Goc von den Hannover Scorpions (2.), der Kölner Tino Boos (5.), der Duisburger Anton Bader (6., 24.), der Berliner Christoph Gawlik (8., 12.), der Düsseldorfer Daniel Kreutzer (15.), der Hamburger Alexander Barta (25.), NHL-Profi Marco Sturm (37., 51.) und der Nürnberger Petr Fical (52.) erzielten vor 1 000 Zuschauern im Coliseum die Tore für das junge Team des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB). Oren und Alon Eizenman (43., 44.) gelangen im Schlussdrittel die Ehrentreffer für den krassen Außenseiter.

"Es wurde langweilig"

"Das war ein bisschen so wie früher auf dem Weiher", meinte NHL-Star Sturm. Der Stürmer der Boston Bruins, der erst zwei Tage zuvor aus den USA angereist war, fand an dem ungleichen Duell mit den Hobbysportlern aus dem Heiligen Land allerdings nur kurz Gefallen. "Ich war über eine Woche nicht auf dem Eis und hatte den Jetlag in den Knochen. Da hat´s am Anfang Spaß gemacht. Aber danach wurde es doch langweilig", sagte der 27-Jährige, der neun Tage zuvor sein letztes NHL-Spiel gegen die Atlanta Thrashers und Stars wie Ilja Kowaltschuk bestritten hatte: "Dazwischen liegen Welten."

Seine Teamkollegen in der stärksten Eishockey-Liga der Welt hatten ihn vor der Abreise ohnehin schon auf den Arm genommen und gefragt, ob er bei der B-WM auch gegen die Fidschi-Inseln spielen müsse. "Israel war besser als die Fidschis", flachste Sturm und fügte schnell an: "Ich erzähle den Jungs drüben lieber nicht, dass wir hier im Holiday Inn am Bahnhof wohnen und gegen Israel spielen. Dann hören die gar nicht mehr auf zu lachen."

Den 400. Sieg einer deutschen Nationalmannschaft ordnete Hans-Ulrich Esken, Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), schnell als Muster ohne Wert beim Unternehmen Wiederaufstieg ein. "Ich glaube, unsere Oberliga-Mannschaften sind genauso stark", meinte Esken: "Das hat absolut nichts mit dem zu tun, was uns in den nächsten Tagen erwartet.

Japan nächster DEB-Gegner

Ernst wird es für die DEB-Auswahl, die nach dem Abstieg vor einem Jahr sofort in die Weltelite zurückkehren will, am Dienstag (16.30 Uhr/live im DSF). Dann ist Japan, bis 2004 noch erstklassig, der zweite Gegner. Großbritannien, Ungarn und Gastgeber Frankreich sind die weiteren Kontrahenten. Nur der Turniersieger steigt auf.

Schon nach kurzer Zeit war klar, wie das ungleiche Kräftemessen ausgehen würde. 30 Sekunden dauerte es, bis Israel die erste Strafzeit erhielt, 34 Sekunden länger, bis Sascha Goc das erste Tor erzielte. Nach drei Minuten hatten die DEB-Profis bereits zehn Schüsse auf das Gehäuse von Torhüter Jevgeny Gussin abgegeben, die Amateure aus dem Heiligen Land kamen erst nach dreieinhalb Minuten zum ersten Mal über die Mittellinie.

Als Alon Eizenman, ehemaliger Frankreich-Profi, der erste Torschuss der Israelis gelang, waren schon 13 Minuten gespielt. Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 5:0. Und der 37-jährige Gussin blickte neidisch auf sein Gegenüber Thomas Greiss. Denn als der Kölner zum ersten Mal eingriff, hatte der gebürtige Russe schon Schwerstarbeit verrichten müssen.

Fans wollten "Kaffee und Kuchen"

Greiss verlebte dagegen einen geruhsamen Nachmittag. Zum zweiten Mal musste der 20-Jährige bezeichnenderweise eingreifen, als sein Kölner Klubkollege Andreas Renz den Puck nicht richtig traf und ihn Richtung eigenes Tor beförderte. Als die 500 deutschen Fans lautstark "Kaffee und Kuchen" und von Greiss "die Welle" forderten, musste der Kölner vier Sekunden vor Ende des zweiten Drittels dann doch einmal richtig zupacken: US-Student Oren Eizenman zwang den Goalie zur ersten Parade des Spiels.

Nach 42 Minuten muste Greiss gar den Puck aus dem Netz holen, sogar zweimal innerhalb von 20 Sekunden: Erst traf Oren Eizenman, dann sein Bruder Alon. Auf der Bank des Außenseiters wurden die Tore frenetisch gefeiert. Die Unterschiede zwischen den Profis aus der DEL und den Hobbysportlern aus Israel wurden nicht nur in den Zahlen deutlich. Während die Puckjäger aus Haifa oder Bat Yam nach jeder Eiszeit erschöpft zur Bande hechelten, kehrte DEB-Kapitän mit einem breiten Grinsen im Gesicht auf die Spielerbank zurück.

© SID

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