Eishockey-WM Deutsche NHL-Cracks und volle Hallen

Bundestrainer Sturm plant bei der Eishockey-WM mit mindestens drei deutschen NHL-Spielern. Mit dem Kartenvorverkauf ist der DEB sehr zufrieden. Das Turnier wird im Mai in Paris und Köln ausgetragen.
Update: 10.04.2017 - 15:10 Uhr Kommentieren
Die Ticketnachfrage für die auch in Deutschland gespielte Eishockey-WM 2017 erfreut die Veranstalter. Quelle: dpa
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Die Ticketnachfrage für die auch in Deutschland gespielte Eishockey-WM 2017 erfreut die Veranstalter.

(Foto: dpa)

MünchenDer Deutsche Eishockey-Bund (DEB) rechnet mit einem großen Spektakel bei der Weltmeisterschaft in Köln und Paris (5. bis 21. Mai) und hofft insgeheim auf reichlich NHL-Verstärkung. Bundestrainer Marco Sturm plant mindestens mit einem Trio aus der nordamerikanischen Profiliga: Tobias Rieder aus Arizona, sowie Dennis Seidenberg und Thomas Greiss von den New York Islanders sollen mithelfen, die DEB-Auswahl wieder mindestens bis ins Viertelfinale zu schießen. „Sie wollen alle“, sagte Sturm am Montag in München.

„Klar, die Heim-WM lässt keiner aus. Wenn sie gesund sind, gehe ich davon aus, dass sie kommen“, sagte DEB-Präsident Franz Reindl. Zunächst wollen sie den Profis, die die Playoffs verpasst hatten, eine Pause gönnen. „Das letzte Spiel war erst gestern, die sollen sich erstmal zurückziehen“, sagte Sturm, der in knapp vier Wochen auf noch mehr NHL-Profis bauen könnte, sollten Tom Kühnhackl (Pittsburgh), Philipp Grubauer (Washington), Leon Draisaitl (Edmonton) oder Korbinian Holzer (Anaheim) in der ersten Runde scheitern.

Sturm wollte es sogar nicht ausschließen, WM-Plätze zum Start des Turniers frei zu halten. Sollten alle vier verbliebenen deutschen Spieler die erste Runde überstehen, stünden danach direkte Duelle an, so dass zwei weitere Spieler Anfang Mai verfügbar wären. „Das entscheiden wir dann kurzfristig“, sagte Sturm.

Laut DEB könnten sich die NHL-Stars auf volle Hallen bei der WM freuen. „Wir liegen im Vorverkauf über Plan“, sagte Reindl. „Wir sind aktuell bei 500.000 Karten, die nicht mehr zur Verfügung stehen.“ Die Gesamtkapazität bei allen Spielen der WM (5. bis 21. Mai) liegt bei rund 886 000 Zuschauern. Die beiden organisierenden Verbände kalkulieren mit mindestens 600.000 verkauften Karten.

Diese Deutschen starten in der härtesten Liga der Welt
Härteste Liga der Welt
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Sieben deutsche Eishockey-Profis starten in die neue Saison in der nordamerikanischen Profiliga NHL, die als eine der härtesten der Welt gilt. Selten war die Ausgangslage vor einer Spielzeit so unklar: Die Leistungsdichte ist enorm, einen Favoriten auf den Stanley Cup gibt es nicht. (Im Bild: New Jersey Devils Torwart Cory Schneider).

Korbinian Holzer
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Für Verteidiger Korbinian Holzer (r.) kann es in der neuen Runde nur ein Ziel geben: Einsätze. Der gebürtige Münchner pendelte zuletzt häufig zwischen Tribüne und Eis, dennoch unterschrieb der Abwehrspieler einen neuen Einjahresvertrag bei den Anaheim Ducks. Womöglich ist es für den 28-Jährigen die letzte Chance, in der NHL Fuß zu fassen. Sein Team aus Anaheim wird wie schon in den Jahren zuvor als Geheimfavorit gehandelt.

Leon Draisaitl
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Nach seinem Durchbruch im vergangenen Jahr soll Leon Draisaitl seine Edmonton Oilers nach zehn Jahren wieder in die Playoffs führen. Das zuletzt schlechteste Team im Westen könnte mit einigen jungen Wilden zur Überraschung werden. Draisaitl, der beim World Cup of Hockey mit zwei Toren glänzte, soll wechselweise als Center oder auf dem rechten Flügel zum Einsatz kommen. In der vergangenen Saison schoss der 20 Jahre alte Kölner 19 Tore.

Tom Kühnhackl
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Stanley-Cup-Sieger Tom Kühnhackl (r.) und sein Vater Erich Kühnhackl halten den Stanley-Cup-Pokal in ihren Händen. NHL-Profi Kühnhackl gewann die Trophäe mit den Pittsburgh Penguins. Die deutsche Überraschung steuerte zum Titelgewinn fünf Scorer-Punkte in den Playoffs bei. Im zweiten Jahr muss sich der 24-Jährige allerdings neu beweisen. Dennoch dürfte der linke Flügelstürmer seine Eiszeiten beim NHL-Champion erhalten.

Dennis Seidenberg
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Bei den New York Islanders fand Verteidiger Dennis Seidenberg (v.) nach sechs Jahren in Boston eine neue Heimat. Das Team aus Brooklyn gilt erneut als Playoff-Kandidat. Seidenberg muss seinen Platz im Kader finden, in den Top-Reihen dürfte der gebürtige Schwenninger nicht zum Zuge kommen. Die Routine spricht aber für den 35 Jahre alten Stanley-Cup-Sieger von 2011, dazu hinterließ er in den Vorbereitungsspielen einen guten Eindruck.

Thomas Greiss
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In den Playoffs der vergangenen Saison überragte Keeper Thomas Greiss (v.) vor allem in der 1. Runde gegen Florida. Doch sein Stammplatz bei den New York Islanders ist in Gefahr. Beim World Cup überzeugte Konkurrent Jaroslav Halak im Europa-Team, Greiss (30) kam dagegen nicht zum Einsatz. Gut möglich, dass Islanders-Coach Jack Capuano gerade zu Beginn häufig den Torhüter wechseln wird.

Tobias Rieder
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Als Senkrechtstarter der abgelaufenen NHL-Spielzeit (14 Tore und 23 Vorlagen) wurde Tobias Rieder mit einem neuen Zweijahresvertrag ausgestattet, inklusive Gehaltssprung. Nun muss der 23-Jährige seine guten Leistungen bei den Arizona Coyotes bestätigen. Auch das Team aus Glendale hofft auf eine Playoff-Chance. Tore und Assists des rechten Flügelstürmers aus Landshut werden dringend benötigt.

„Das ist auch kaufmännisch notwendig, dass wir das schaffen. Dann wären wir safe“, sagte Reindl, der auch Präsident des deutschen Organisationskomitees ist. Erwartungsgemäß laufe der Vorverkauf für die deutschen Spiele besonders gut. „Die ersten drei deutschen Spiele sind voll. Da wird es richtig kuschelig und eng“, sagte Reindl.

Bei der bislang letzten Heim-WM 2010 in Köln, Mannheim und Gelsenkirchen waren 548.173 Zuschauer zu den damals 56 Spielen gekommen. In Paris und Köln werden in diesem Jahr 64 Partien ausgetragen. Dafür gibt es diesmal kein Event-Auftaktspiel wie vor sieben Jahren, als alleine 77.803 Zuschauer den deutschen Sieg (2:1 n. Verlängerung) gegen die USA in der Fußballarena auf Schalke gesehen hatten.

  • dpa
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