Eishockey WM
Deutschland schafft Sensation gegen Tschechien

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei der WM in Russland für eine Sensation gesorgt. Das Team von Bundestrainer Uwe Krupp gewann im ersten Spiel der Zwischenrunde 2:0 gegen die Tschechische Republik.

Der Pflicht folgte die Kür: 28 Stunden nach dem vorzeitigen Klassenerhalt sorgte die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei der WM in Russland für die erste Sensation. Das Team von Bundestrainer Uwe Krupp bezwang den Goldaspiranten Tschechien zum Auftakt der Zwischenrunde mit 2:0 (1:0, 0:0, 1:0) und feierte den ersten WM-Sieg gegen den elfmaligen Weltmeister seit 21 Jahren. Damit stieß die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) auch das Tor zum Viertelfinale auf.

Allerdings muss das Krupp-Team auch noch in den Spielen am Samstag (14.15 Uhr Mesz/live im ZDF) gegen die USA und am Montag (14.15 Uhr Mesz/live in der ARD) gegen Weißrussland punkten, um erstmals seit 2003 wieder die Runde der letzten Acht zu erreichen.

"Ich habe hohe Erwartungen an die Mannschaft, aber heute hat sie mich überrascht. Das hätte selbst ich nicht erwartet", sagte Krupp: "Das war eine unglaubliche Leistung. Ich bin stolz, bei dieser Mannschaft hinter der Bande zu stehen."

Hackert und Wolf sorgen für Sieg

Der Frankfurter Michael Hackert (20.) und der Iserlohner Michael Wolf (59.) schrieben mit ihren Toren Eishockey-Geschichte. Beim letzten WM-Sieg 1986 in Moskau (4:3) hatten noch Bundestrainer Krupp, sein Assistent Ernst Höfner und DEB-Generalsekretär Franz Reindl selbst auf dem Eis gestanden. Danach hatte die deutsche Mannschaft elf von 13 Vergleichen verloren - bei zwei Unentschieden.

Gegen die mit zehn NHL-Profis angetretenen Tschechen, die bislang alle Spiele gewonnen hatten, bot die DEB-Auswahl ihre stärkste Turnierleistung. Einen Tag nach dem 5:3 gegen Norwegen, mit dem das WM-Ziel bereits erreicht war, wuchs das junge Team über sich hinaus, begeisterte in Mytischtschi sogar die neutralen russischen Fans und verdiente sich den insgesamt fünften Sieg im 46. WM-Duell mit den Tschechen redlich. DEB-Torwart Dimitrij Kotschnew wurde nach dem "Shutout" in seinem zweiten WM-Spiel als bester Akteur der Partie ausgezeichnet. "Wir hatten nichts zu verlieren, und es lief wie am Schnürchen. Nach dem 1:0 haben wir wie im Rausch gespielt", meinte der Iserlohner Schlussmann.

Krupps Befürchtungen bestätigten sich nicht. "Wenn man sein Ziel erreicht hat, ist es schwierig, emotional wieder auf das richtige Level zu kommen", hatte der Bundestrainer vor dem ersten Bully gesagt, "das ist selbst für eine erfahrene Mannschaft eine Herausforderung." Doch das junge deutsche Team, in dem der Mannheimer Felix Petermann und der Nürnberger Aleksander Polaczek als WM-Neulinge Nummer 16 und 17 auf der großen Bühne debütierten, zeigte den gleichen Einsatz und Kampfgeist wie tags zuvor.

DEB-Team: Taktisch diszipliniert und kampfstark

Gegen die erneut taktisch disziplinierte und kampfstarke DEB-Auswahl fiel dem Goldaspiranten nicht viel ein. Der Kölner Philip Gogulla hatte bereits in der siebten Minute die Chance zur Führung, doch er scheiterte am ehemaligen Hamburger Roman Cechmanek.

Es dauerte bis Mitte des ersten Drittels, bis Kotschnew erstmals eingreifen musste. Der Iserlohner, der bereits beim 2:3 gegen Kanada zwischen den Pfosten gestanden hatte, löste wieder US-Profi Dimitri Pätzold ab. Der Goalie des AHL-Klubs Worcester Sharks erhielt von Krupp nach seinem Einsatz gegen Norwegen eine Pause, damit er für die weiteren Zwischenrundenspiele wieder zur Verfügung steht.

Kotschnew bekam danach mehr Arbeit, doch das erste Tor schoss der Außenseiter. Hackert erzielte zehn Sekunden vor der ersten Drittelsirene den insgesamt vierten Überzahltreffer der deutschen Mannschaft im Turnierverlauf. Im zweiten Durchgang war das Krupp-Team dem 2:0 näher als die Tschechen dem Ausgleich. Zunächst befragte Schiedsrichter Marcus Vinnerborg den Videorichter, doch die Scheibe hatte nach Petr Ficals Schuss die Linie nicht überschritten (30.). Nur eine Minute später hatte Michael Wolf Pech, als er den Pfosten traf. Dem Favoriten fiel selbst dann wenig ein, wenn ein deutscher Spieler auf der Strafbank saß. Auch im letzten Drittel verteidigten das aufopferungsvoll kämpfende DHB-Team die Führung erfolgreich.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%