Eishockey WM
Gastgeber ziehen souverän ins WM-Halbfinale ein

Bei der Heim-WM ist die russische Nationalmannschaft weiter auf Gold-Kurs. Nach einem souveränen 4:0 gegen Tschechien wartet nun die USA oder Finnland. Auch Titelverteidiger Schweden steht im Halbfinale.

Die russische Eishockey-Nationalmannschaft hat das erste WM-Gold seit 14 Jahren vor Augen. Der 23-malige Weltmeister setzte sich im Viertelfinale seiner Heim-WM gegen den alten Rivalen Tschechien mit 4:0 (1:0, 0:0, 3:0) durch und zog erst zum dritten Mal in zehn Jahren in die Runde der letzten Vier ein.

Schweden siegt 7:4 gegen die Slowakei

Nach dem 36. WM-Sieg in Folge in Moskau trifft der Gastgeber, der 1993 in München seinen letzten Titel gewann, im Halbfinale am Samstag (13.15 Uhr Mesz) entweder auf die USA oder Finnland. Titelverteidiger Schweden hat auch ohne seine NHL-Stars wieder eine Medaille im Visier. Der Weltmeister und Olympiasieger warf die Slowakei mit 7:4 (1:2, 3:0, 3:2) aus dem Wettbewerb und bekommt es am Samstag (17.15 Uhr Mesz) mit Kanada oder der Schweiz zu tun.

Die NHL-Profis Andrej Markow (7.), Jewgenij Malkin (41., 55.) und Alexander Radulow (52.) erzielten am russischen Nationalfeiertag vor 13 000 Zuschauern in der Chodynka-Arena die Tore für den Rekordweltmeister. "Nach dem zweiten Tor hatten wir mehr Selbstvertrauen und haben exzellent gespielt", meinte Trainer Wjatscheslaw Bykow: "Wir haben uns die Emotionen in der Halle zu Nutze gemacht." Der elfmalige Champion Tschechien verpasste erstmals seit 2004 wieder eine Medaille.

Die Slowaken führten vor nur 2000 Fans durch Marian Hossa (3.) und Richard Kapus (9.) zweimal, doch die Tre Kronor glichen durch Fredrik Warg (8.) und Jonathan Hedström (23.) jeweils aus. Nachdem Tony Martensson (27.) und erneut Hedström (34.) den Titelverteidiger in Führung gebracht hatten, wurde es nach dem Anschlusstreffer von Branko Radivojevic (42.) noch einmal spannend. Doch Martensson (48.) und Magnus Johansson (50.) machten alles klar. Roman Kukumberg (52.) verkürzte noch einmal, bevor 15 Sekunden vor der Schlusssirene Martensson ins leere Tor zum Endstand traf.

Zuvor hatten die russischen Anhänger einen Start nach Maß der Gastgeber gesehen. Die Sbornaja knüpfte sofort nahtlos an die starken Leistungen der vorangegangenen Spiele an und setzte die Tschechen von der ersten Minute an unter Druck. Gleich im ersten Überzahlspiel fiel das Führungstor. Markow traf, nachdem Jungstar Malkin und Alexander Frolow den Verteidiger der Montreal Canadiens mustergültig freigespielt hatten.

Auch in den nächsten Minuten stürmten die Russen munter weiter, wirbelten phasenweise wie einst die Eissputniks der Sowjetunion und drohten den Gegner regelrecht zu überrollen. Vor allem der Block des russischen Spitzenklubs AK Bars Kasan um Routinier Alexander Morosow, der bislang schon für insgesamt 16 WM-Tore verantwortlich zeichnete, brillierte. Erst in der 13. Minute konnte sich der alte Rivale erstmals befreien und kam durch Zbynek Irgl zu seiner ersten Torchance, doch Alexander Jeremjonko parierte glänzend.

Im zweiten Durchgang verloren die Gastgeber plötzlich den Faden, die Aktionen waren nicht mehr so zwingend. Die Tschechen kamen besser ins Spiel, Jeremjonko bekam mehr Arbeit. Dennoch hatten die russischen Fans, die ihr Team immer wieder mit "Scheibu"-Rufen anfeuerten, den Torschrei auf den Lippen. Aber Schiedsrichter Guy Pellerin aus Kanada verweigerte dem Treffer von Markow die Anerkennung, weil der NHL-Profi die Scheibe mit der Hand über die Linie bugsiert hatte (29.).

Nur 23 Sekunden nach Beginn des letzten Drittels sorgte Malkin für die Vorentscheidung. Der Stürmer der Pittsburgh Penguins stocherte die Scheibe über die Linie, nachdem der frühere Hamburger Roman Cechmanek den Schuss von Ilja Kowaltschuk hatte abprallen lassen. Markow traf fünf Minuten später nur die Latte. Die letzten Zweifel am russischen Sieg beseitigten Radulow und Malkin in der Schlussphase.

Die Gastgeber, die in Moskau anders als beim WM-Debakel 2000 in St. Petersburg nur sieben NHL-Profis einsetzen, hatten ihre sechs Spiele zuvor gewonnen und damit die Siegesserie ihrer sowjetischen Vorgänger in der Hauptstadt fortgesetzt. Die Udssr-Stars hatten 1973, 1979 und 1986 ohne einen einzigen Punktverlust überlegen Gold geholt.

© SID

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