Eishockey WM
Japan für deutsche Kufencracks kein Hindernis

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat auch ihr zweites Match bei der B-WM im französischen Amiens souverän gewonnen. Gegen Japan gab es für das DEB-Team einen 4:0-Erfolg.

Für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft gibt es weiterhin keinen Grund zu übermäßiger Besorgnis. Einen Tag nach dem 11:2-Torfestival gegen Aufsteiger Israel kam das junge Team von Bundestrainer Uwe Krupp bei der B-WM zu einem 4:0 (1:0, 1:0, 2:0)-Arbeitssieg gegen Außenseiter Japan. Dabei tat sich die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) mit neun WM-Debütanten und einem Durchschnittsalter von 24,6 Jahren lange Zeit schwer.

"Das Spiel stand lange auf der Kippe. Auch nach dem 2:0 war es noch nicht entschieden. Ich bin froh, dass es vorbei ist, und wir es gewonnen haben", sagte der zweimalige Stanley-Cup-Sieger Krupp. Und DEB-Sportdirektor Franz Reindl meinte: "Es ist eine gewisse Erleichterung zu spüren. Die Mannschaft hat zu jeder Zeit sehr konzentriert gespielt. Der Sieg war verdient."

Vor 1 000 Zuschauern im Coliseum von Amiens erzielten der Kölner Verteidiger Andreas Renz (9.), NHL-Profi Marco Sturm unter tatkräftiger Mithilfe des Gegners (36.), Kapitän Stefan Ustorf (44.) und Abwehrspieler Sascha Goc (51.) die Tore zum siebten Sieg im siebten WM-Vergleich mit den Asiaten. Japan, dank einer Wild Card bis 2004 erstklassig, hatte in seinem Auftaktspiel 1:4 gegen Gastgeber Frankreich verloren.

"Unser Turnier beginnt heute"

Dritter Gegner der deutschen Mannschaft, in der neun Spieler unter 23 Jahren stehen, ist am Donnerstag (16.30 Uhr) Großbritannien. Die Entscheidung über den Aufstieg in die Erstklassigkeit fällt dann am Wochenende in den Spielen am Samstag (20.00 Uhr) gegen Ungarn und am Sonntag (20.00 Uhr/alle live im DSF) gegen Gastgeber Frankreich.

"Sehr zufrieden bin ich mit der sehr konzentrierten Defensivleistung, wir haben nur wenige Chancen zugelassen. Jetzt wird jedes Spiel immer schwieriger. Wir müssen uns weiter steigern und das beste Spiel zum Schluss machen. Mit der Torausbeute können wir nach zwei Spielen zufrieden sein, da kann sich niemand beklagen", ergänzte Krupp.

25 Stunden nach der Trainingseinheit mit Schiedsrichter gegen die überforderten Eishockey-Amateure aus dem Land der aufgehenden Sonne wurde die DEB-Auswahl erstmals richtig gefordert. "Unser Turnier beginnt heute, jetzt geht es los", hatte Krupp vor dem Duell mit dem Weltranglisten-21. erklärt, gegen den die deutsche Mannschaft zuletzt 1975 in einem Testspiel verloren hatte (3:4). Und tatsächlich sorgten die laufstarken Asiaten für Gefahr vor dem deutschen Tor. "Die Japaner kämpfen um jeden Zentimeter Eis", hatte der Bundestrainer gewarnt.

Schlussmann Robert Müller, der für den Kölner Thomas Greiss zwischen die Pfosten rückte, bekam bereits in den ersten Minuten mehr zu tun als sein Teamkollege tags zuvor im gesamten Spiel. Zusätzliche Arbeit verschafften die DEB-Spieler ihrem Goalie durch vier Strafzeiten alleine im ersten Drittel. So machte sich die spielerische Überlegenheit des Krupp-Teams zunächst nur selten bemerkbar.

Sturms Treffer geht auf Tonosakis Kappe

Nachdem der Berliner Frank Hördler die erste hochkarätige Torchance vergeben hatte, erzielte ein anderer Verteidiger die Führung: Routinier Renz traf mit einem Schuss von der blauen Linie in den Winkel zu seinem vierten Tor im 141. Länderspiel. Auch als die Deutschen im zweiten Drittel der Strafbank fernblieben, wurde das Spiel nicht besser. Selbst bei eigener Überzahl brachten Sturm und Co. das japanische Tor nur selten in Gefahr.

Beim 2:0 musste dann der Gegner mithelfen: Sturms Schuss parierte Torhüter Naoya Kikuchi, doch von der Kufe des Verteidigers Jun Tonosaki sprang die Scheibe ins Tor - offiziell der dritte Turniertreffer für den NHL-Star und das erste Powerplay-Tor des Spiels. Im Schlussabschnitt sorgten Kapitän Ustorf und Goc für die Entscheidung und den 18. deutschen Sieg im 20. Vergleich mit Japan.

© SID

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