Eishockey WM
Kanada und Finnland ziehen ins Halbfinale ein

Kanada und Finnland komplettieren bei der Eishockey-WM in Russland das Halbfinale. Die "Ahornblätter" ließen der Schweiz im Viertelfinale beim 5:1 keine Chance, die Finnen siegten gegen die USA nach Penaltyschießen.

15 Monate nach der 0:2-Blamage beim Olympischen Turnier in Turin hat Rekordweltmeister Kanada bei der Eishockey-WM in Russland gegen die Schweiz Revanche genommen und die Eidgenossen im Viertelfinale mit einem 5:1 (1:0, 2:1, 2:0) ausgeschaltet. Die "Ahornblätter" zogen so zum fünften Mal in Folge in die Runde der letzten Vier ein. Nächster Gegner auf dem Weg zum WM-Gold ist am Samstag (17.15 Uhr Mesz) Titelverteidiger Schweden. Die Schweizer, die zuletzt bei der Heim-WM 1998 das Halbfinale erreicht hatten, scheiterten damit zum sechsten Mal innerhalb von neun Jahren in der ersten K.o-Runde.

Finnland im Penalty-Glück

Der Olympia-Zweite Finnland fordert nach dem 5:4 (1:0, 3:3, 0:1, 0:0, 1:0) nach Penaltyschießen gegen die USA Gastgeber Russland ein zweites Mal heraus. Nach der knappen 4:5-Niederlage in der Vorrunde trifft der Weltmeister von 1995 am Samstag (13.15 Uhr Mesz) im Halbfinale erneut auf die "Sbornaja".

Matthew Lombardi (16., 47.), Jamal Mayers (30.), Rick Nash (35.) und Shea Weber (58.) erzielten vor nur 1 500 Zuschauern in der fast leeren Chodynka-Arena die Tore für die weiter ungeschlagenen Kanadier, die zum WM-Auftakt die deutsche Nationalmannschaft nur knapp mit 3:2 besiegt hatten. Für die Schweiz traf lediglich Paul di Pietro (30.). Die Eidgenossen schlossen die WM als Achte ab und sicherten sich damit praktisch die Olympia-Teilnahme 2010.

Am Abend sahen 2 500 Fans einen offenen Schlagabtausch, bei dem immer wieder die Finnen die Nase vorn hatten. Tuomo Ruutu (18.), Pekka Saravo (25.), Jari Viuhkola (31.) und Tomi Kallio (36.) brachten den Ex-Weltmeister viermal in Führung, doch Tobias Petersen (21.), Tyler Arnason (28.), Lee Stempniak (35.) und Andrew Hutchinson (55.) glichen viermal für die USA aus. Den Siegtreffer erzielte Jere Lehtinen mit dem insgesamt zehnten Penalty.

5:3-Überzahl entscheidet partie zugunsten Kanadas

"Als wir das letzten Mal gegen die Schweiz gespielt haben, haben wir 0:2 verloren. Das hatten die Spieler im Kopf", sagte Kanadas Trainer Andy Murray nach der erfolgreichen Revanche für die Olympia-Pleite. Sein Team wurde von den Eidgenossen nur selten gefordert. Spätestens als Nash in 5:3-Überzahl nach einer Auszeit Murrays das 3:1 erzielt hatte, war die Partie entschieden.

"Wir haben gegen die Großen nur eine Chance, wenn wir perfekt spielen", sagte der Schweizer Coach Ralph Krueger: "Und davon waren wir weit entfernt. Wir haben zu viele Fehler gemacht und zu undiszipliniert gespielt. So hatten wir keine Chance auf den Sieg." Dennoch zog der ehemalige deutsche Nationalspieler ein positives Fazit der WM: "Wir haben die geschlagen, die wir schlagen mussten. Damit haben wir unsere Position acht in der Welt gefestigt."

Kritik an Schweizer Coach nimmt zu

Nach dem erneuten Viertelfinal-Aus dürfte auch die Kritik allerdings nicht verstummen. Krueger war während der Vor- und Zwischenrunde wegen der unattraktiven Spielweise seiner Mannschaft von der heimischen Presse attackiert worden. Auch die Unterstützung von den Klubs schwindet. Nach einer Umfrage des Boulevardblattes Blick stehen nur von drei von zwölf Manager der Schweizer Erstligisten hinter Krueger.

Der Rest kritisiert vor allem seine Personalpolitik. So hatte der Deutsch-Kanadier auf mehrere Leistungsträger verzichtet, die mit seiner Defensivtaktik nicht einverstanden waren. Andere Spieler sagten aus fadenscheinigen Gründen ab. Kruegers Vertrag, der noch bis 2009 läuft, verlängert sich bei der - mittlerweile sehr wahrscheinlichen - Qualifikation für Vancouver 2010 um ein weiteres Jahr. "Wir stehen hinter Krueger", betonte Sportchef Renato Eugster nach dem WM-Aus.

© SID

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