Eishockey WM
Kanada will bei Heim-WM über Schweden ins Finale

Ganz Kanada wird heute Abend vor den Fernsehgeräten sitzen, um den Ahornblättern im Halbfinale der Eishockey-WM die Daumen zu drücken. Ab 23 Uhr trifft das Team auf Schweden.

Heute stehen bei der Eishockey-WM in Kanada die beiden Halbfinalspiele auf dem Programm. Für den Gastgeber kommt es dabei zum Deja-Vu-Erlebnis. "Es fühlt sich an wie letztes Jahr", sagte Torjäger Rick Nash nach dem 8:2 (2:1, 3:1, 3:0)-Erfolg der WM-Gastgeber im Viertelfinale gegen den krassen Außenseiter Norwegen. Nach sechs Siegen in sechs Spielen heißt heute der vorletzte Gegner auf dem Weg zum Titel (23.00 Uhr Mesz) in Quebec wie vor zwölf Monaten in Moskau Schweden.

Der Olympiasieger von Turin ist seit fünf Jahren immer dann Kontrahent der Kanadier, wenn es ernst wird. 2003 und 2004 besiegten die Ahornblätter jeweils im Finale die Tre Kronor, 2006 und 2007 trafen beide Teams im Halbfinale aufeinander. Vor zwei Jahren in Riga setzten sich die Schweden durch und holten danach Gold. Im letzten Duell triumphierten die Kanadier mit 4:1 und krönten sich anschließend mit einem 4:2 gegen Finnland zum 24. Mal zum Weltmeister.

"Werden von Spiel zu Spiel besser"

"Wir werden auch jetzt wieder von Spiel zu Spiel besser", sagte Nash, der im Vorjahr mit sechs Toren maßgeblich zum Titelgewinn beitrug und gegen Norwegen seine Turniertreffer vier und fünf erzielte. Wie in Moskau marschieren die NHL-Stars aus dem Eishockey-Mutterland auch auf eigenem Eis bislang ohne Niederlage durch das Turnier. Der 16. WM-Sieg in Folge hing allerdings eine halbe Stunde lang am seidenen Faden. Als der Augsburger Mathis Olimb für die Norweger zum 2:2 ausgeglichen hatte (26.), war es im mit 9 192 Zuschauern ausverkauften Halifax Metro Centre plötzlich totenstill.

"Ich habe kurz darüber nachgedacht, ob die Fähre da draußen auf direktem Weg nach Columbus geht", scherzte Kanadas Coach Ken Hitchcock, der die Columbus Blue Jackets in der NHL trainiert. Doch sein Team verhinderte mit einer deutlichen Leistungssteigerung, dass der 56-Jährige aus dem Land flüchten musste. Hitchcock war nachher voll des Lobes: "Es sind junge Spieler, die auch mal Fehler machen. Aber sobald sie das Ahornblatt auf dem Trikot haben, sind sie völlig verwandelt. Egal, welcher Name auf dem Rücken steht, du kriegst von ihnen immer 100 Prozent."

Die Schweden, die Tschechien mit 3:2 (0:0, 1:1, 1:1, 1:0) nach Verlängerung durch ein Tor von Mattias Weinhandl bezwangen und damit den Rücktritt von Tschechiens Nationaltrainer Alois Hadamczik herbeiführten, hat Hitchcock "erst einmal im Fernsehen" gesehen. "Aber sie sehen aus wie immer in den letzten Jahren. Sie sind sehr stabil, schnell, können gut mit dem Puck umgehen", sagte der Coach und zollte vor allem Goalie Henrik Lundqvist von den New York Rangers großen Respekt: "Sie haben einen der besten Torhüter der Welt."

Russland im zweiten Halbfinale gegen Finnland

Wie der Gastgeber stürmte auch Russland zu seinem sechsten Sieg im sechsten WM-Spiel. Nach dem mühelosen 6:0 (3:0, 3:0, 0:0) gegen die Schweiz ist das Traumfinale gegen Kanada nähergerückt. Zuvor muss die Sbornaja allerdings am Freitag (19.00 Uhr Mesz/live im DSF) Finnland ausschalten. Gegen den Weltmeister von 1995, der sich nach Verlängerung mit 3:2 (1:0, 1:0, 0:2, 1:0) gegen die USA durchsetzte, hat das Team von Trainer Wjatscheslaw Bykow noch eine Rechnung offen. Vor einem Jahr scheiterten die Russen ausgerechnet auf eigenem Eis mit 1:2 nach Verlängerung an Finnland.

Verzichten muss der 23-malige Weltmeister im Halbfinale auf Stürmerstar Ilja Kowaltschuk, der nach einem unsauberen Check gegen Julien Vauclair seine zweite Spieldauerdisziplinarstrafe der WM erhielt. "Wir wollen hart spielen, aber wir wollen niemanden verletzen", entschuldigte sich Bykow für das Foul des NHL-Profis.

Sauber ging es bei der mit Spannung erwarteten Revanche zwischen Finnland und den USA zu. Nach dem Skandal um das Phantomtor und 202 Strafminuten im Zwischenrundenduell konzentrierten sich beide Teams auf das Sportliche. Sami Lepisto beendete nach 3:59 Minuten der Verlängerung alle Hoffnungen der Amerikaner auf eine Medaille.

© SID

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