Eishockey WM
Kanadier erwarten 25. WM-Gold von ihrer Mannschaft

Seit 22 Jahren konnte kein Team mehr eine WM auf eigenem Eis gewinnen. Am Wochenende beginnt die Eishockey-WM in Kanada und der Rekordchampion will mit dieser "Tradition" brechen.

Dass das Team Canada in Halifax die Operation WM-Gold aufgenommen hat, ging bisher unter. Noch gehören den Montreal Canadiens, die Kanadas letzte Hoffnung im Kampf um den Stanley Cup darstellen, die Schlagzeilen in den Zeitungen und der beste Sendeplatz im Fernsehen.

In den nächsten Tagen soll sich das ändern. Die Gescheiterten im Trikot mit dem Ahornblatt, die aus den NHL-Play-offs ausgeschieden sind, sollen erstmals im Mutterland des Eishockeys WM-Begeisterung wecken. "Man merkt so langsam, dass sich da etwas aufbaut", sagte Co-Trainer Mike Johnston, der aus Halifax stammt: "Mich fragen immer mehr Leute nach Karten."

Die Hauptstadt der Provinz Nova Scotia, in der auch die deutsche Mannschaft ihre WM-Spiele bestreitet, hat sich für die erste WM in Kanada herausgeputzt. Überall haben Kneipen und Restaurants ihre Fassaden angestrichen und geschmückt. Das "Economy Shoe Shop Restaurant" hat in Erwartung von 1 000 lettischen Fans schon kistenweise Aldaris Zelta, das bekannteste Bier aus der Baltenrepublik, bestellt. Lettische Speisekarten sind ebenso geplant wie heimische Musik für die weitgereisten Eishockey-Anhänger.

Torhüter Leclaire: "Die Fans hier sind Wahnsinn"

In Halifax wird die WM ab Freitag, wenn Kanada gegen Slowenien ins Turnier startet, Thema Nummer eins sein. Die Hafenstadt hat schon in der Vergangenheit bewiesen, dass sie internationales Eishockey zu würdigen weiß. Bei der Junioren-WM 2003 war das Metro Centre mit mehr als 10 000 Zuschauern regelmäßig ausverkauft. "Die Fans hier sind Wahnsinn", sagte Torhüter Pascal Leclaire von den Columbus Blue Jackets, der einst in der Juniorenliga Qmjhl bei den Mooseheads in Halifax spielte.

Damit auch außerhalb der WM-Spielorte Halifax und Quebec City WM-Begeisterung aufkommt, muss Team Canada um den Titel spielen. Denn nichts anderes als das 25. WM-Gold erwarten die Kanadier von ihrer Mannschaft. Das weiß auch Verbandspräsident Bob Nicholson: "Wir müssen unseren Titel erfolgreich verteidigen. Dafür sind wir hier." Im vergangenen Jahr krönten sich die Ahornblätter zum alleinigen WM-Rekordchampion - allerdings fern der Heimat in Russland.

Seit 1986 ist keine Heimmannschaft mehr Weltmeister geworden

Auf eigenem Eis eine WM zu gewinnen, ist seit 22 Jahren keinem Team mehr geglückt. Seit die Sowjetunion 1986 in Moskau triumphierte, lastet ein Fluch über den WM-Gastgebern. "Es ist sehr lange her, dass eine Heimmannschaft Gold geholt hat", sagte Nicholson.

Cheftrainer Ken Hitchcock benannte bereits am Dienstag sein endgültiges WM-Aufgebot und verzichtete darauf, wie seine Vorgänger Plätze für weitere NHL-Verlierer freizuhalten. Die ganz großen Namen fehlen, weil sie wie Jungstar Sidney Crosby noch um den Stanley Cup spielen oder wie Torhüter Martin Brodeur absagten. Doch WM-erfahrene Stars wie Dany Heatley oder Rick Nash sollten Garanten für einen weiteren Erfolg sein. Und nur der zählt, wie Stürmer Ryan Getzlaf weiß: "Alles andere als Gold ist inakzeptabel."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%