Eishockey WM
Krupp nimmt Florian Busch mit zur WM nach Kanada

Trotz der heftigen Kritik hat sich der DEB dazu entschieden, Florin Busch zur Eishockey-WM nach Kanada mitzunehmen. Der Berliner hatte einen Dopingtest zunächst verweigert.

Nach langem Hin und Her steht jetzt fest: Die Eishockey-Weltmeisterschaft in Kanada findet mit "Problembär" Florian Busch statt. Trotz der heftigen öffentlichen Kritik steht der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) zu seiner umstritten milden Strafe für den Berliner, der einen Dopingtest zunächst verweigert und wenige Stunden später nachgeholt hatte, und sieht sich juristisch auf der sicheren Seite.

"Wir haben nach bestem Wissen und Gewissen entschieden. Der Weltverband unterstützt uns", sagte DEB-Vizepräsident Uwe Harnos, der als Vorsitzender des zuständigen Disziplinarorgans für das Urteil verantwortlich zeichnete, einen Tag vor dem Abflug nach Kanada. Eine Sperre, wie sie die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) fordert, erwartet der Rechtsanwalt vor dem WM-Auftakt am kommenden Samstag gegen Finnland nicht: "Wir glauben nicht, dass noch etwas kommt."

Harnos geht davon aus, dass nach der klaren Aussage des Internationalen Eishockey-Verbandes (Iihf) gegenüber der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) zugunsten des DEB der Internationale Sportgerichtshof (CAS) nicht mehr eingeschaltet wird. Der DEB hatte lediglich eine Verwarnung ausgesprochen sowie Busch zu einer Geldstrafe und gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

Weil der 23-Jährige bereits wenige Minuten nach der Verweigerung seinen Fehler eingesehen und die Nada angerufen habe und zudem der spätere Test negativ war, hält es Harnos für bewiesen, dass Busch nicht gedopt war und auch nichts verschleiern wollte. "Der Automatismus, einen verweigerten als positiven Test zu werten, ist juristisch nicht haltbar, wenn der Gegenbeweis erbracht ist", sagte Harnos.

"Er ist kein Doping-Sünder"

Für Bundestrainer Uwe Krupp stand nie in Frage, den Berliner Stürmer für sein 25-köpfiges WM-Aufgebot zu nominieren. "Er hat einen gigantischen Fehler gemacht, aber er ist kein Doping-Sünder", sagte der ehemalige NHL-Profi, der nach dem 3:0 im letzten Test gegen Dänemark sein Team benannte: "Aus sportlichen Gründen gehört er in die Mannschaft. Er ist vielleicht der deutsche Spieler, der das größte Potenzial hat."

Nach der Zusage von Marco Sturm stehen drei NHL-Profis im WM-Kader. Neben dem Angreifer der Boston Bruins stoßen auch die Verteidiger Dennis Seidenberg (Carolina Hurricanes) und Christoph Schubert (Ottawa Senators) in der kommenden Woche zum Team. "Damit sind wir auf dem Papier stärker als letztes Jahr", sagte Krupp, der außerdem den ehemaligen Kapitän Stefan Ustorf zurückholte. Der Berliner hatte vor zwei Jahren seinen Rücktritt erklärt. "Damit sind wir erfahrener und ausgereifter", meinte der Bundestrainer.

Für eine Überraschung sorgte der einzige deutsche Stanley-Cup-Sieger mit der Nominierung des 21-jährigen Andre Reiss. Der Jungprofi der Hannover Scorpions, erst vor der Saison von Ex-Bundestrainer Hans Zach vom Stürmer zum Verteidiger umgeschult, überzeugte in seinen ersten Länderspielen so sehr, dass er ein WM-Ticket ergatterte. "Er spielt clever, effektiv und schnell nach vorne - das sind die Qualitäten, die uns helfen", lobte Krupp.

Nach der Ankunft in Halifax am Sonntagnachmittag hat der Bundestrainer knapp eine Woche Zeit, sein komplettes Team auf die WM vorzubereiten. Beim 3:0 bei der Generalprobe am Freitagabend in Bietigheim-Bissingen gegen Dänemark durch Tore von Patrick Reimer (11.), Christoph Melischko (27.) und Yannic Seidenberg (60.) fehlten noch zehn WM-Teilnehmer, neben den NHL-Profis auch die Spieler des deutschen Meisters Eisbären Berlin und von "Vize" Kölner Haie. "Die Vorbereitung war schwierig, weil ich bislang nicht mit allen arbeiten konnte", klagte Krupp.

© SID

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