Eishockey WM
Krupp rudert nach Fan-Kritik zurück

Nach seinen harschen Worten für die deutschen Fans bei der WM in Kanada hat sich Eishockey-Bundestrainer Uwe Krupp entschuldigt. Allerdings nahm er Franz Reindl erneut in Schutz.

Im Ärger nach der Niederlage gegen die USA ist Bundestrainer Uwe Krupp mit seiner Kritik am Verhalten einiger deutscher Fans wohl über das Ziel hinausgeschossen. Zusammen mit dem Deutsche Eishockey-Bund (DEB) versucht er nun, die Wogen schnell wieder zu glätten. Deshalb relativierte Krupp im DEB-Pressedienst postwendend seine Kritik. Seine Aussage über die deutschen Fans sei nach dem extrem emotionalen Spiel gegen die USA (4:6) bei der WM in Halifax zu pauschal und drastisch gewesen, sagte der Bundestrainer nun mit einigem Abstand und ging auf Schmusekurs: "Unsere Fans sind absolut super, und das habe ich gerade nach den letzten Spielen auch immer wieder öffentlich gesagt."

Krupps schneller Sinneswandel überrascht etwas, denn nur wenige Stunden zuvor hatte er noch wie ein Rohrspatz geschimpft. "Wenn die Fans uns nicht unterstützen wollen, sollen sie ins nächste Flugzeug steigen und nach Hause fliegen", hatte der ehemalige NHL-Profi und Stanley-Cup-Gewinner nach der Niederlage gegen die USA gewettert.

Fans forderten Reindls Rauswurf

Krupp reagierte mit seiner Kritik auf Plakate und Attacken der rund 500 mitgereisten Anhänger beim ersten Zwischenrundenspiel im Halifax Metro Centre. Die Fans attackierten die DEB-Chefetage und forderten den Rauswurf von Generalsekretär Franz Reindl.

Nachdem sein Zorn offenbar nach Gesprächen mit der DEB-Führung etwas verraucht ist, entschuldigte sich Krupp jetzt sogar für seine verbalen Angriffe: "Ich hoffe, mit meiner Aussage nicht diejenigen getroffen zu haben, die uns auch in diesem Spiel wieder bis zur letzten Sekunde angefeuert haben."

Gerade nach der Unruhe der vergangenen Tage brauche das Team die Unterstützung der Zuschauer, meinte Krupp, der den Unmut der Fans plötzlich sogar verstehen kann: "Natürlich haben wir auch Verständnis, wenn Leute, die für viel Geld extra wegen uns von weit her angereist sind, mit dem, was in den letzten Tagen passiert ist, unzufrieden sind."

Krupp nimmt Reindl in Schutz

Man müsse aber auch sehen, dass das, was da teilweise von den Tribünen rüberkomme, auch an den Spielern nicht spurlos vorbeigehe. Seine drastischen Worte begründete Krupp auch damit, dass er sich schützend vor die Mannschaft stellen wollte. "Um gegen diese Gegner hier zu bestehen, muss die Mannschaft wirklich um jeden Zentimeter kämpfen. Ihr gegenüber diese Unzufriedenheit auszudrücken, das hat sie nicht verdient", erläuterte der Bundestrainer.

Es sei nicht fair, jetzt gegen Reindl zu schießen. Ohne das, was der DEB-Generalsektretär in den vergangenen Jahren mit seinen sportlichen Weichenstellungen, in der Nachwuchsarbeit, in der Kooperation mit den Ligen und in vielen anderen Dingen bewegt habe, würde Deutschland laut Krupp längst im Eishockey-Niemandsland dümpeln: "Stattdessen arbeiten wir uns hier bei der WM näher Richtung Augenhöhe mit den Großen dieses Sports heran. Ich denke, die meisten Fans wissen und schätzen das auch."

Damit ist für Krupp die Sache erledigt. Für ihn sei wichtig, nach den Turbulenzen wieder Ruhe in die Mannschaft zu bekommen, um die ohnehin minimale Chance aufs Viertelfinale vielleicht doch noch zu nutzen. "Ich kann jedenfalls garantieren, dass sich die Spieler auch weiterhin dafür zerreißen werden und ich hoffe, dass wir dann wieder auf die volle Unterstützung unserer Fans zählen können", meinte der Bundestrainer vor dem Zwischenrundenspiel heute gegen WM-Gastgeber Kanada (21.30 Uhr Mesz).

© SID

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