Eishockey WM
Russland und USA im WM-Halbfinale

Mit einem mühsamen 4:3-Sieg gegen Weißrussland hat Russland das Halbfinale der Eishockey-WM erreicht. Dort trifft die "Sbornaja" auf die USA, die sich gegen Finnland durchsetzte.

Nur mit viel Mühe hat Weltmeister Russland seine Siegesserie bei der Eishockey-WM in der Schweiz fortgesetzt und zum dritten Mal in Folge unter Erfolgstrainer Wjatscheslaw Bykow das Halbfinale erreicht. Gegen den krassen Außenseiter Weißrussland kam der Titelverteidiger erst im Schlussdrittel zu einem 4:3 (0:0, 3:3, 1:0). Nach dem 17. WM-Sieg nacheinander trifft die "Sbornaja", die unter Bykow nur ein einziges WM-Spiel in drei Jahren verlor, in der Runde der letzten Vier am Freitag (16.15 Uhr/live im DSF) auf die USA.

Die amerikanische NHL-Auswahl setzte sich im zweiten Viertelfinale mit 3:2 (0:0, 3:2, 0:0) gegen Finnland durch. Während das US-Team erstmals seit 2004 wieder um WM-Medaillen spielt, geht der Weltmeister von 1995 nach einmal Silber und zweimal Bronze in den vergangenen drei Jahren erstmals wieder leer aus.

NHL-Star Ilja Kowaltschuk sicherte vor 8 337 Zuschauern in der Berner Allmend-Halle in der 48. Minute den Erfolg des 24-maligen Weltmeisters Russland, der seit dem Halbfinale 2007 im eigenen Land (1:2 n.V. gegen Finnland) ungeschlagen ist. Der Torjäger der Atlanta Thrashers hatte sein Team bereits im Finale 2008 in Kanada mit zwei späten Treffern zum Sieg geführt. Die Weißrussen scheiterten auch bei ihrer zweiten WM-Viertelfinalteilnahme: Vor drei Jahren hatten sie in Riga 0:3 gegen Finnland verloren.

"Am Ende hatten wir etwas Glück"

"Es war ein sehr schweres Stück Arbeit. Die ganze Mannschaft war etwas nervös, sie hat nicht ihr bestes Gesicht gezeigt. Am Ende hatten wir etwas Glück", erklärte Bykow, der 1990 als Spieler der damaligen Sowjetunion in Bern WM-Gold gewann. "Ich bin sehr stolz auf meine Spieler", sagte Weißrusslands kanadischer Trainer Glen Hanlon: "Als wir 2006 in Lettland im Viertelfinale ausgeschieden sind, waren alle zufrieden. Diesmal war niemand zufrieden. Wir wollten mehr."

Der Außenseiter, der mit einem vierten Platz bei den Olympischen Spielen 2002 seinen größten Erfolg gefeiert hatte, ging zweimal in Führung: Konstantin Kolzow traf in Überzahl (23.), Oleg Antonenko profitierte nach einer Einzelaktion von einem Fehler des russischen Torhüters Ilja Brysgalow (34.).

Gegen die defensivstarken Weißrussen um den früheren Berliner Goalie Andrej Mesin kam die russische Angriffsmaschinerie, die in sechs Spielen zuvor 32 Tore erzielt hatte, nur schwer in Schwung. Die Verteidiger Witali Proschkin (26.) und Witali Atjuschow (37.) sorgten jeweils für den Ausgleich. Nur 23 Sekunden nach dem 2:2 erzielte Alexander Frolow das erste Stürmertor für den Weltmeister (38.), und das Spiel schien den erwarteten Verlauf zu nehmen.

Torwartwechsel vor dem letzten Drittel

Doch Bykows Team brachte sich mit unnötigen Strafzeiten immer wieder selbst in Bedrängnis. Als gleich zwei Russen in der Kühlbox saßen, traf Ruslan Salei, einer von nur zwei NHL-Profis bei den Weißrussen, zum 3:3 (40.). Wieder sah Brysgalow nicht gut aus, der Torwart der Phoenix Coyotes musste sich folgerichtig das letzte Drittel von der Bank aus ansehen. Für ihn schickte Bykow Alexander Jeremjonko zwischen die Pfosten.

Vor 9 334 Fans war am Abend zunächst Favorit Finnland die bessere Mannschaft und ging durch Niko Kapanen auch verdient in Führung (21.). Doch Dustin Brown (31.), T.J. Oshie (33.) und Ryan Suter (35.) drehten mit drei Toren innerhalb von 225 Sekunden das Spiel zugunsten der Amerikaner. Hannes Hyvönen gelang nur noch der Anschlusstreffer (38.).

© SID

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