Eishockey WM
Russland zieht locker ins Finale ein

Deutlich mit 4:0 setzte sich Russland im ersten Halbfinale der Eishockey-Weltmeisterschaft im kanadischen Quebec gegen Finnland durch.

Mit alter Spielfreude und neuer Effektivität hat Russland bei der Eishockey-WM in Kanada erstmals seit sechs Jahren wieder das Finale erreicht. Der 23-malige Weltmeister überzeugte beim 4:0 (1:0, 1:0, 2:0)-Erfolg gegen seinen Angstgegner Finnland in allen Belangen und darf vom ersten WM-Gold seit 1993 träumen. Der Gegner im Endspiel am Sonntag (19.00 Uhr Mesz) wird in der Nacht zum Samstag deutscher Zeit zwischen Gastgeber und Rekordchampion Kanada und Olympiasieger Schweden ermittelt.

Die Russen, die ihren achten WM-Sieg in Folge feierten, nahmen damit erfolgreich Revanche für die Halbfinalpleiten gegen die Nordeuropäer bei den Olympischen Spielen 2006 (0:4) und der WM 2007 im eigenen Land (1:2 nach Verlängerung). Finnland, seit 1992 sieben Mal im Finale und 1995 zum einzigen Mal Weltmeister, muss sich dagegen mit dem Spiel um Platz drei am Samstag (21.00 Uhr Mesz) begnügen.

Die mit elf NHL-Profis angetretenen Russen, für die Sergej Fedorow (14.), Danis Saripow (24.), Alexej Morosow (53.) und Maxim Suschinskij (58.) trafen, zauberten phasenweise wie die Eissputniks der früheren Sowjetunion. Doch anders als in den Vorjahren spielten sie auch physisch und in der Defensive stark sowie taktisch diszipliniert.

Vor 12 000 Zuschauern im Colisee von Quebec dominierte die Sbornaja, angefeuert von mehreren tausend Landsleuten, von Beginn an das Geschehen auf dem Eis. Klare Chancen sprangen gegen die abwehrstarken Finnen aber kaum heraus. Die beste Möglichkeit zur Führung hatte auf der anderen Seite der Vizeweltmeister, als Torhüter Jewgenij Nabokow Mika Pyörälä den Puck unfreiwillig auflegte, der Schuss aber knapp das Tor verfehlte.

Kurz nachdem auch Teemu Selänne nach sehenswertem Solo das 1:0 für die Finnen verpasst hatte, schlug die russische Paradereihe zu: Nach blitzschneller Kombination über Alexander Owetschkin und Alexander Sjomin brauchte Fedorow die Scheibe nur noch über die Linie zu schlenzen. Für das Trio von den Washington Capitals war es bereits das 15. Tor bei der WM.

Mindestens genauso sehenswert war das 2:0 durch Saripow, der eine mustergültige Vorarbeit von Sergej Sinowjew und Andrej Markow erfolgreich abschloss. Doch die Sbornaja brillierte nicht nur in der Offensive. Auch in der Defensive überzeugten die Russen, und Torhüter Nabokow machte seinen frühen Fehler unter anderem mit einer Glanzparade gegen Mikko Koivu vergessen (28.). Beim 3:0 überlistete Morosow Torhüter Niklas Bäckström mit einem Schlenzer, als die Finnen zum zweiten Mal wegen sechs Spielern auf dem Eis in Unterzahl waren.

Russland, das ohne den gesperrten Stürmer Ilja Kowaltschuk auskommen musste, hatte sich im Viertelfinale problemlos mit 6:0 gegen die Schweiz durchgesetzt. Die Finnen hatten gegen die USA erst nach Verlängerung 3:2 gewonnen.

© SID

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