Eishockey WM
Stolperfallen vor WM-Auftakt gegen Finnland

Bevor die Eishockey-Nationalmannschaft ihr Auftaktspiel gegen Finnland bestreitet (21.30 Uhr/live im DSF), musste sich das Team mit der kleineren Eisfläche in Kanada anfreunden.

Die ersten Berührungen mit dem Eishockey-Mutterland wurden für einige deutsche Nationalspieler zur Stolperfalle und endeten durchaus schmerzhaft. "Der ein oder andere ist im Training über die Bande gestolpert", berichtete Andreas Renz schmunzelnd. Mit der kleineren Eisfläche in Nordamerika freundete sich nicht jeder sofort an. Doch wenn die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) heute (21.30 Uhr Mesz/live im DSF) gegen Finnland in die erste WM in Kanada startet, soll nur noch der Gegner stolpern.

Auch wenn der Vizeweltmeister und Olympia-Zweite von 2006 im Halifax Metro Centre "natürlich Favorit" ist, wie Renz betonte, rechnen sich die Deutschen durchaus Chancen aus. "Zuletzt trennten uns nur Kleinigkeiten", meinte der Kölner Verteidiger, "wir waren drauf und dran zu gewinnen."

Beim letzten WM-Vergleich 2003 trotzte die DEB-Auswahl den Finnen in Helsinki ein 2:2 ab, der letzte WM-Sieg liegt allerdings schon 15 Jahre zurück: 1993 gewannen Dieter Hegen, Gerd Truntschka und Co. in Dortmund 3:1 - mit dabei der damals 19-jährige Stefan Ustorf, der jetzt für die WM in Kanada in die Nationalmannschaft zurückkehrte.

Krupp: "Wir können Finnland ins Straucheln bringen"

Für Bundestrainer Uwe Krupp ist Ex-Weltmeister Finnland zwar "ein ganz klarer Titelanwärter", doch auch der frühere NHL-Star hält eine Überraschung für möglich. "Wir können sie ins Straucheln bringen und an einem guten Tag auch schlagen", sagte Krupp. Die Ausgangssituation sei nicht schlecht. Weil die beiden Vorbereitungsspiele vor drei Wochen mit 1:3 und 0:4 gegen die zweite Garde des Titelträgers von 1995 verloren gingen, "unterschätzen sie uns vielleicht etwas".

Mittlerweile stehen elf NHL-Profis im Team Suomi, darunter auch Superstar Teemu Selänne, der nach dem frühen Play-off-Aus mit Titelverteidiger Anaheim Ducks und einigen Tagen Bedenkzeit seine WM-Teilnahme zusagte. "Was er für Finnland ist, ist Marco Sturm für uns", sagte Kapitän Renz mit Blick auf den deutschen Vorzeigespieler, der erst am Freitag im Abschlusstraining zum ersten Mal mit dem DEB-Team aufs Eis ging und prompt zum Kapitän ernannt wurde.

Vorzeigespieler Sturm darf nicht allein die Verantwortung tragen

Der Stürmer der Boston Bruins, den Krupp als "unseren Dirk Nowitzki" bezeichnet, soll aber nicht allein die Verantwortung tragen. "Es wäre gefährlich, uns allein auf Marco zu verlassen", meinte Renz: "Jeder muss 100 Prozent geben, wenn wir die Finnen packen wollen." Und Krupp, der in Kanada auch die NHL-Legionäre Christoph Schubert (Ottawa) und Dennis Seidenberg (Carolina) einsetzen kann, mahnte: "Jeder muss sein absolut bestes Eishockey spielen - so, als wären die drei gar nicht da."

Nach dem Auftakt gegen Finnland warten in der Nacht zu Dienstag die Slowakei und in der Nacht zu Donnerstag (jeweils 1.15 Uhr Mesz/live im DSF) Norwegen als weitere Vorrundengegner. Bei normalem Verlauf dürfte, wie schon im Vorjahr in Russland, das Duell mit den "Wikingern"über den vorzeitigen Klassenerhalt oder den Gang in die Abstiegsrunde entscheiden.

"Wir dürfen nicht nur auf Norwegen fixiert sein"

Doch darauf will sich DEB-Generalsekretär Franz Reindl nicht verlassen. "Es wäre fatal, wenn wir nur auf Norwegen fixiert wären", sagte der Ex-Nationalspieler und erinnerte an das WM-Debakel 2005 in Österreich: "Damals haben alle nur vom Spiel gegen Kasachstan gesprochen." Die DEB-Auswahl verlor, kam anschließend überhaupt nicht mehr in Schwung und stieg ab. "Wir haben auch in den anderen Spielen eine Chance", betonte Reindl, "auch gegen Finnland."

© SID

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