Eiskunfstlauf
Sorgenkind mit Medaillenchance

Der Eiskunstlauf ist das Sorgenkind des deutschen Wintersports. Der Verband setzt nach dem Tiefpunkt Salt Lake City, wo nur ein Paar und die Eistänzer Winkler/Lohse dabei waren, die Erwartungen nicht zu hoch an.

HB TURIN. Der neue Trumpf im Ärmel der Deutschen Eislauf-Union (DEU) sind allerdings die Senkrechtstarter Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy sind. Das Chemnitzer Kufen-Paar könnte erstmals seit 1998 bei Olympischen Winterspielen wieder eine Medaille für die DEU erlaufen und dem klammen Verband für die kommenden vier Jahre bessere finanzielle Perspektiven bescheren. Bereits durch den sechsten Platz bei der Weltmeisterschaft im Vorjahr wird sich die Lage verbessern.

Außer im Eistanz (Fördergruppe 3) ist die DEU vom Deutschen Sportbund in allen Disziplinen in der schlechtesten Stufe vier eingruppiert. Die in letzter Minute erteilte deutsche Staatsbürgerschaft für die 21 Jahre alte gebürtige Ukrainerin Aljona Sawtschenko gibt Anlass zu Optimismus in der einstigen deutschen Paradesportart.

Der einzig weitere bereits Qualifizierte ist Stefan Lindemann, der sein Leistungstief in der Grand-Prix-Serie und bei den Deutschen Meisterschaften überwinden muss. "Es liegt an mir, meine Trainingsleistungen umzusetzen", gibt sich der 25 Jahre alte WM- Dritte von 2004 selbstkritisch.

"Unser Paar und auch Stefan würde ich gern unter den besten Fünf sehen", sagt DEU-Präsident Reinhard Mirmseker. Nach Rang drei beim Grand-Prix-Finale ist für Sawtschenko/Szolkowy allemal mehr zu holen.

Im Mittelpunkt der Palavela-Arena in Turin werden mehr denn je die russischen Artisten stehen, die in allen vier Disziplinen Gold gewinnen können. Jewgeni Pluschenko, Irina Slutskaja, Totmianina/Marinin und die Eistänzer Nawka/Kostomarow wollen mit einem Olympiasieg ihre Karriere beenden.

Spannung verspricht auch die olympische Prüfung für das nach dem Paarlauf-Skandal von 2002 eingeführte neue Wertungssystem. Zwar hat sich die neue Punkte-Benotung international bewährt, vor Fehlern ist das Computer-gesteuerte Verfahren aber nicht gefeit. "Es wird keine Diskussionen mehr geben, die haben sich erledigt. Das neue System hat sich bewährt", betont Mirmseker, der selbst bei Olympia als Preisrichter wirken wird.

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