Eiskunstlauf Grand Prix: Stefan Lindemann erkämpft Olympia-Startplatz

Eiskunstlauf Grand Prix
Stefan Lindemann erkämpft Olympia-Startplatz

Stefan Lindemann hat der DEU bei der Nebelhorn-Trophy in Oberstdorf den ersehnten olympischen Startplatz beschert. US-Meisterin Laura Czisny führt bei den Damen.

Mit einer Kampfkür im wahrsten Sinne des Wortes hat Stefan Lindemann der Deutschen Eislauf-Union (DEU) den ersehnten olympischen Startplatz beschert. Bei seinem ersten internationalen Wettkampf seit fast zwei Jahren kam der Erfurter bei der Nebelhorn-Trophy in Oberstdorf mit 178,88 Punkten in der Olympiawertung auf den dritten und insgesamt auf den achten Platz und ließ die DEU-Funktionäre und vor allem auch seine Trainerin Ilona Striegler aufatmen.

Savchenko/Szolkowy ungefährdet

Dies konnte am späten Abend auch Strieglers Trainerkollege Ingo Steuer, denn seine Paarlauf-Weltmeister Aljona Savchenko und Robin Szolkowy durften mit der Weltpremiere zur Fußball-Hymne "You'll never walk alone" durchaus zufrieden sein. Die beiden Chemnitzer blieben allerdings noch nicht fehlerfrei, fuhren aber dennoch mit 185,99 Zählern überlegen den einkalkulierten Sieg ein. Rang zwei ging an Tatjana Wolososchar und Stanislaw Morosow aus der Ukraine (165,57), die Kanadier Anabelle Langlois und Cody Hay (155, 61) wurden Dritte.

"Mehr konnte man von Stefan zu diesem Zeitpunkt noch nicht erwarten. Er hat gekämpft und alles gegeben, ich bin stolz auf ihn", sagte die Betreuerin mit einem strahlenden Lächeln. Zwar geriet dem WM-Dritten von 2004 bei seiner Kür zur Filmmusik "Hancock" noch so mancher Sprung daneben, aber die Pirouetten und Schrittfolgen verrieten schon wieder internationales Format. Wegen langwieriger Adduktorenprobleme hatte der Routinier in den vergangenen Monaten sogar ein Karriere-Ende nicht ausschließen können.

Ein weit glanzvolleres Comeback legte erwartungsgemäß Stephane Lambiel aus der Schweiz hin. Der Ex-Weltmeister siegte im Allgäu mit 232,36 Punkten deutlich vor Iwan Tretjakow aus Russland (206, 23) sowie dem Tschechen Michal Brezina (205,34). Der Unterschied zwischen ihm und dem Eidgenossen lag für Lindemann klar auf der Hand: "Bei mir waren noch zuviele Fehler drin. Aber die Saison hat ja erst angefangen."

Der 28-Jährige muss in den kommenden Wochen weiter um Olympia kämpfen, denn ein persönliches Startrecht hat er sich im Allgäu noch nicht erworben. Auch der derzeit verletzte deutsche Meister Peter Liebers aus Berlin rechnet sich noch Chancen auf eine Vancouver-Qualifikation aus. So ganz nebenbei allerdings überbot der Thüringer erstmals die interne DEU-Olympianorm von 173 Zählern.

Zum Auftakt der Damen-Konkurrenz hatte bereits am Mittag Laura Czisny aus den USA die Führung übernommen. Die US-Meisterin, die schon im Vorjahr im Allgäu gewonnen hatte, setzte sich nach dem Kurzprogramm mit 60,38 Punkten vor der Finnin Kiira Korpi (58,34) und Ex-Europameisterin Julia Sebestyen aus Ungarn (53,68) an die Spitze.

In Abwesenheit der deutschen Meisterin Annette Dytrt (Oberstdorf), die ihre Teilnahme wegen leichter Meniskusbeschwerden abgesagt hatte, gelang den beiden Mannheimerinnen Sarah Hecken und Katharina Häcker ein solider Saisonstart. Mit den Plätzen sieben und acht vor der Kür-Entscheidung am Samstag (9.00 Uhr) wahrten beide Läuferinnen die Chance, erste Punkte für die Olympia-Qualifikation zu sammeln.

© SID

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