Eiskunstlauf Olympia
"Steuer-Frage" endet mit Vergleich

Der Fall Ingo Steuer ist juristisch endgültig zu den Akten gelegt. Die Anwälte des Eiskunstlauftrainers und des Deutschen Olympischen Sportbundes schlossen einen Vergleich.

Über zwei Jahre nach den olympischen Winterspielen 2006 ist der Fall Ingo Steuer juristisch endgültig zu den Akten gelegt. Vor dem Landgericht Berlin schlossen die Anwälte des Eiskunstlauftrainers und des Deutschen Olympischen Sportbundes (Dosb) einen Vergleich, der beiden Seiten keinerlei Rechtsansprüche mehr eröffnet.

Die von Steuer kurz vor Turin erwirkte einstweilige Verfügung, die ihm die Olympia-Akkreditierung zur Betreuung seiner Schützlinge Savchenko/Szolkowy gesichert hatte, wurde vom Gericht für "aufgelöst" erklärt. Somit kann sich bei ähnlichen Streitfällen niemand mehr darauf berufen.

Auch auf ein "Grundsatzurteil" wurde verzichtet. Die Anwälte Steuers zogen einen Antrag an den Sportschiedsgerichtshof CAS zurück, in der Hauptsache zu entscheiden. "Als Juristin hätte ich natürlich sagen können: Auf geht es nach Lausanne. Aber ich arbeite für drei Leute, die in Ruhe Eiskunstlauf machen wollen. Da muss man auch zu Kompromissen bereit sein", erklärte Anwältin Karla Vogt-Röller, die vor Gericht neben Steuer auch die Chemnitzer Paarlauf-Weltmeister Savchenko/Szolkowy vertrat.

Rechtsstreit mit der DEU läuft weiter

Das Nationale Olympische Komitee (NOK), dessen Nachfolger seit Mai 2006 der Dosb ist, hatte Steuer die Turin-Zulassung wegen dessen früherer Stasi-Mitarbeit verweigert.

Neben dem in Berlin abgeschlossenen Fall befindet sich Steuer gleichzeitig noch in einer juristischen Auseinandersetzung mit der Deutschen Eislauf-Union (DEU). Der 41-Jährige verlangt dabei vom Verband eine direkte oder indirekte Bezahlung. Bis zum 16. Juni hat die DEU in dieser Sache noch Zeit, der von Steuer-Anwältin Vogt-Röller vorgeschlagenen gerichtlichen Schlichtung vor dem Landgericht München zuzustimmen. "Da der Verband durch die Erfolge von Savchenko/Szolkowy mehr Einnahmen erzielt, wäre es nur gerecht, wenn Savchenko und Szolkowy mehr Geld bekommen würden, um einen Trainer zu bezahlen", sagte Vogt-Röller.

Dosb-Justiziar Holger Niese wertete den Vergleich positiv: "Unser Bestreben war es, dass die damals ergangene einstweilige Verfügung verschwindet. Das ist passiert." Der Experte leitet aus dem Urteil eine "abschreckende Wirkung" für Versuche von Athleten oder Betreuern ab, sich in deutsche Olympiamannschaften einzuklagen. "Aber wir werden nicht verhindern können, dass auch künftig jemand gegen seine Nichtnominierung juristisch vorgeht."

© SID

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