Eiskunstlauf Verband
DEU in Zukunft mit neuem Präsidium

Ein komplett neues Präsidium soll in Zukunft die Geschicke der Deutschen Eislauf-Union (DEU) leiten. Das ergab die Mitgliederversammlung am Samstag in Freising, nachdem der alte Vorstand seinen Rückzug erklärt hatte.

Mit einem Paukenschlag endete am Samstag die Mitgliederversammlung der Deutschen Eislauf-Union (DEU). Nachdem der alte Vorstand überraschend seinen Rückzug erklärt hatte, kam es im bayrischen Freising zur Wahl eines komplett neuen Präsidiums.

Neuer Präsident ist demnach Dieter Hillebrandt, ein pensionierter Polizeidirektor aus Berchtesgaden. Seine Vizepräsidenten sind Uwe Harnos, in Personalunion Vizepräsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), und Johannes Wehr, Präsident des Verbandes Sachsen, der zugleich zum neuen Schatzmeister der DEU berufen wurde. Damit ist kein ausgewiesener Eiskunstlauf-Experte mehr im DEU-Präsidium vertreten.

Versammlung kurz vor dem Eklat

Die unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragene Versammlung stand offenbar kurz vor einem Eklat, als das seit vier Jahren amtierende Präsidium mit Präsident Reinhard Mirmseker, Ingrid Ch. Wolter (1. Vizepräsidentin) und Frank Schwarz (Schatzmeister) entgegen seiner ursprünglichen Absicht nicht für eine weitere vierjährige Amtsperiode kandidierte.

Das Trio traf diese Entscheidung, nachdem ihm von den Delegierten die Entlastung verweigert worden war. "Die Rückendeckung der Mitglieder ist für uns unbedingt erforderlich", erklärte Mirmseker: "Ohne die Entlastung wollten wir deshalb nicht wieder kandidieren."

Die Jahreshaushalte 2002 und 2005 wurden noch angenommen. Diskussionen gab es dann aber um die gestrichenen Fördergelder des Bundesinnenministeriums, die trotz angeblich intensiver Gespräche des Präsidiums nicht mehr gezahlt wurden.

Stasi-Affäre um Steuer

Ein Grund dafür soll die Stasi-Affäre um Trainer Ingo Steuer sein, der weiterhin auf privater Basis die Vize-Europameister Aljona Savchenko und Robin Szolkowy betreut. Mirmseker hatte zwar im Mai die endgültige Trennung der DEU von dem als IM "Torsten" entlarvten Steuer verkündet, Savchenko und Szolkowny weigern sich aber, mit einem anderen Coach zu arbeiten.

Auch sollen Tochterfirmen der DEU angeblich kommerziell arbeiten, was die Gemeinnützigkeit des Verbandes in Frage stellen würde. In der Verbandszentrale der DEU hat es deshalb in der Vergangenheit bereits Steuerprüfungen gegeben. Ohne Entlastung drohen den ehemaligen Präsidiumsmitgliedern damit auch als Privatpersonen Konsquenzen, falls ihnen schuldhaftes Verhalten nachgewiesen wird.

Der neue Präsident Hillebrandt war bislang Vorsitzender des am Vortag aufgelösten Deutschen Eissport-Verbandes (DEV), einer Dachorganisation aller Eissportverbände, die seit einigen Jahren praktisch bedeutungslos ist. Er kommt wie sein Vizepräsident aus dem Eishockeysport.

Die Hauptaufgabe der neuen Führung ist nun zunächst die Sanierung des maroden Haushalts. Das neue Präsidium hat deshalb von den Delegierten die Erlaubnis bekommen, über den Verkauf der verbandseigenen Etage im "Haus des Eissports" im Münchner Betzenweg zu verhandeln. Ein Kaufinteressent soll der Deutsche Eishockey-Bund sein, dem dort bereits der erste und zweite Stock gehören.

© SID

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