Eiskunstlauf Verband
DEU schmeißt Trainer Steuer endgültig raus

Die Deutsche Eislauf-Union hat dem Stasi-belasteten Trainer Ingo Steuer endgültig gekündigt. Seinen Schützlingen Aljona Savchenko und Robin Szolkowy droht das gleiche Schicksal, sollten sie an Steuer festhalten.

Einen Schlussstrich hat die Deutsche Eislauf-Union (DEU) unter die Zusammenarbeit mit dem als Stasi-Mitarbeiter entlarvten Paarlauf-Coach Ingo Steuer gezogen und somit einen Konkurs voerst abgewendet. Das Bundesinnenministerium (BMI) hatte nämlich Fördergelder in Höhe von 200 000 Euro eingefroren, solange Steuer weiter als Trainer des Paares Aljona Savchenko und Robin Szolkowy tätig sein durfte. Entsprechend droht auch diesen das Karriere-Ende, sollten sie wie bisher auf einer Zusammenarbeit mit Steuer bestehen.

Nach Gesprächen mit dem im Juli neu gewählten DEU-Präsidium gab das BMI die Gelder mit sofortiger Wirkung wieder frei. "Wir sind durch die DEU von ihrer aktuellen Beschlusslage in Kenntnis gesetzt worden, daraufhin erfolgte die Auszahlung", bestätigte BMI-Sprecher Christian Sachs dem Sport-Informations-Dienst (sid). Das Einbehalten dieser Summe hatte den schon seit Jahren in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Verband, der momentan eine Immobilie in München zu bestmöglichen Konditionen veräußern will, an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gebracht.

Das BMI war hellhörig geworden, nachdem Presseberichte über eine geplante private Finanzierung des 39 Jahre alte Coachs in der Öffentlichkeit die Runde machten. "Die Möglichkeit einer privat finanzierten Tätigkeit wurde diskutiert, aber eine Entscheidung darüber ausdrücklich offen gehalten", hieß es dazu in einer am Mittwoch verbreiteten DEU-Presseerklärung.

Adäquater Ersatz angeboten

Als adäquaten Ersatz für den 39 Jahre alten Coach, der Ende Januar als IM "Torsten" entlarvt worden war, bietet der Verband dem Eislauf-Paar nach wie vor zwei renommierte Trainer an. Sollten sich die Chemnitzer für die Russin Tamara Moskwina entscheiden, könnten sie sogar in Sachsen bleiben. Ein Wechsel von Steuer zu Moskwinas Landsmann Oleg Wasiljew, der bei den Olympischen Spielen von Turin Tatjana Totmianina und Maxim Marinin zur Paarlauf-Goldmedaille geführt hatte, würde hingegen einen Umzug nach Chicago nach sich ziehen. "Die Finanzierung dieser Trainer wurde dem Paar zugesagt", hieß es jedenfalls in der DEU-Mitteilung.

Savchenko und Szolkowy hatten bei den Europameisterschaften in Lyon die Silbermedaille gewonnen, in Turin kamen sie trotz der Querelen um Steuer, der sich per Einstweiliger Verfügung ins Olympia-Team geklagt hatte, auf den sechsten Platz. Derzeit sind sie die einzigen deutschen Eiskunstläufer, die bei internationalen Titelkämpfen für eine Medaille in Frage kommen. Erst im Dezember 2005 hatte die gebürtige Ukrainerin Savchenko mit Hilfe einer Ausnahmeregelung vorzeitig ihren deutschen Pass erhalten und war damit auch bei Olympia für Deutschland startberechtigt.

Offen blieb zunächst, ob die deutschen Paarlauf-Meister ihre neuen Programme wie geplant bei der Nebelhorn-Trophy in der kommenden Woche in Oberstdorf erstmals der Öffentlichkeit präsentieren werden. Darüber hinaus war der Start bei zwei Grand-Prix-Wettbewerben im November vorgesehen.

© SID

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