Eiskunstlauf Verband
DEU trennt sich endgültig von Trainer Steuer

Die Deutsche Eislauf-Union (DEU) hat sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Ingo Steuer getrennt. "Er ist nicht mehr tragbar", begründete DEU-Präsident Reinhard Mirkseker die Entscheidung.

Die Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Eislauf-Union (DEU) und Trainer Ingo Steuer ist ab sofort aufgelöst. Dies teilte der DEU-Präsident Reinhard Mirkseker dem Sport-Informations-Dienst (sid) mit.

"Er hat den Verband in den vergangenen Wochen permanent an den Pranger gestellt und einzelne Präsidiumsmitglieder auch persönlich angegriffen. Er ist nicht mehr tragbar", begründete Mirmseker die Entscheidung gegen den ehemaligen Paarlauf-Weltmeister.

Stasi-Vergangenheit kostet Steuer den Job

Der 39-Jährige, der die deutschen Paarlauf-Meister Aljona Savchenko und Robin Szolkowy aus Chemnitz betreut, war wegen seiner Tätigkeit als Inoffzieller Mitarbeiter des DDR-Staatssicherheitsdienstes zunächst nicht in das deutsche Betreuer-Team für die Olympischen Winterspiele in Turin aufgenommen worden. Per Einstweiliger Verfügung hatte sich der Chemnitzer daraufhin einen Platz in der Olympia-Equipe erstritten.

Als der ehemalige Paarlauf-Weltmeister die DEU-Verbandsfunktionäre in der Folgezeit als "komplett überfordert" bezeichnete und der DEU bescheinigte, "keinen Arsch in der Hose" zu haben, war das Maß für den Verband voll. "Ohne diese völlig haltlosen Vorwürfe hätte man vielleicht noch Möglichkeiten ausloten können. Um die Lage zu entspannen, sind wir in den vergangenen Monaten ruhig geblieben, Ingo Steuer leider nicht", erklärte Mirmseker.

Schon bei einem Gespräch über die sportliche Zukunft von Savchenko/Szolkowy mit der DEU am 29. Mai soll Steuer nicht mehr dabei sein, was der Olympia-Dritte von 1998 am Dienstag noch gar nicht begreifen konnte und wollte. "Bei diesem Treffen hätte man doch vieles klären können. Jetzt ist meine Lage natürlich schwierig", sagte Steuer, der nach seinem vorzeitigen Ausscheiden aus der Bundeswehr seit April Anglistik und Amerikanistik in Chemnitz studiert.

Savchenko/Szolkowy hoffen noch auf Zusammenarbeit

Sein Paar hofft noch, die DEU bei dem anberaumten Treffen zu einer weiteren Zusammenarbeit mit Steuer bewegen zu können. "Wir haben zusammen viel erreicht, Ingo soll unser Trainer bleiben. Wir müssen jetzt darüber sprechen, ob die DEU uns als deutsches Paar unterstützen kann", sagte Szolkowy. Für Mirmseker allerdings steht eine Rücknahme des Trennungsbeschlusses nicht auf der Tagesordnung: "Wir lassen uns nicht erpressen."

Die Suche nach einem neuen Betreuer für die Olympia-Sechsten von Turin soll schon in der kommenden Woche beginnen. Als möglicher Kandidat wird dabei seit längerer Zeit Oleg Wasiljew gehandelt. Der Russe, zusammen mit Jelena Walowa Paarlauf-Olympiasieger 1984 in Sarajevo, betreute zehn Jahre lang die Goldmedaillengewinner von Turin, seine Landsleute Tatjana Totmianina und Maxim Marinin, die mittlerweile ihre Karriere beendet haben.

© SID

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