Eiskunstlauf WM
Liebers in Göteborg ohne Chance

Während sich die Favoriten an der Spitze langsam warm liefen, ist der Deutsche Peter Liebers bei der Eiskunstlauf-WM in Göteborg nach einem verunglückten Kurzprogramm ausgeschieden.

Bei seinem Einstand auf internationaler Ebene hat der deutsche WM-Debütant Peter Liebers Lehrgeld bezahlt. Bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Göteborg hat er den Sprung in das Kür-Finale am Ostersamstag (13.00 Uhr) um Längen verpasst. Nach einem verunglückten Kurzprogramm reichte es für den Berliner unter 45 Startern mit 46,96 Punkten nur zum 32. Platz.

An der Spitze liefen sich die Topstars für die Kür-Entscheidung warm, doch die Punktabstände sind so gering, dass noch ein halbes Dutzend Läufer eine reelle Medaillenchance haben. Die Führung übernahm der Olympia-Dritte Jeffrey Buttle aus Kanada (82,10) vor Johnny Weir aus den USA (80,79) sowie dem letztjährigen WM-Zweiten Daisuke Takahashi aus Japan (80,40).

Delobel/Schoenfelder tanzen zu Gold

Im Eistanz ist derweil schon die Medaillenentscheidung gefallen: Isabelle Delobel und Olivier Schoenfelder sind erstmals Weltmeister. Die beiden Franzosen siegten vor Tessa Virtue und Scott Moir aus Kanada sowie den Russen Jana Chochlowa und Sergej Nowitzki. Die Chemnitzerin Nelli Ziganschina und Alexander Gazsi aus Berlin belegten den 20. Platz.

"Bei den deutschen Meisterschaften waren wir besser. Diesmal war es nur eine Arbeitskür, es fehlte ein bisschen das Tempo", sagte Gazsi selbstkritisch. So konnte die Vorgabe, WM-Rang 18 aus dem Vorjahr zumindest zu verteidigen, vor 9 506 Zuschauern im Scandinavium nicht gehalten werden. Der 23-Jährige wird sich nun einer überfälligen Operation an der rechten Hand unterziehen und seinen Grundausbildung bei der Bundeswehr absolvieren.

Ihre Titelhoffnungen weitgehend begraben mussten hingegen Ex-Weltmeister Stephane Lambiel aus der Schweiz (79,12) sowie der französische Vorjahressieger Brian Joubert (77,35) auf den Rängen fünf und sechs. Der Eidgenosse strauchelte beim dreifachen Axel, Joubert kam beim dreifachen Lutz zu Fall. "Ich kann mir meinen Patzer nur damit erklären, dass ich selten in der Wettkampfhalle trainieren konnte", sagte Lambiel.

Liebers zeigt deutlich Nerven

Bei allen drei Schlüsselelementen seiner Kurzkür hatte der deutsche Vize-Meister Liebers Probleme. Die Landung des dreifachen Axel musste er mit beiden Händen abstützen, beim dreifachen Flip stürzte er. Auch die Kombination aus dreifachen Lutz und dreifachem Toe-Loop funktionierte nicht wie geplant. "Eigentlich habe ich mich ganz gut gefühlt, aber ich habe auch den Druck gespürt, als einer der ersten Läufer vorlegen zu müssen", sagte der 19-Jährige.

Dieser ungewohnte Situation war auch aus Sicht von Trainerin Viola Striegler der Hauptgrund für den enttäuschenden Auftritt: "Er wollte es nicht zugeben, aber die Startnummer vier hat ihn erschlagen." Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union (DEU), führte die Patzer auf mangelnde Routine zurück: "Zumindest der Fehler beim Flip hätte eigentlich nicht sein müssen, aber da fehlte noch die Erfahrung."

© SID

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